Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1843)
- Date
- 1843-12-18
- Page
- Seite 756 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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756 .. 2) An die <&telte beä Glaubens von einem. Gott Schöpfer, von der Natur verschieden, und der, trotz seiner Allmacht, eine Ewigkeit in Unthatigkeit existiren mußte, setzt sie die Idee einer universellen, wirklich unendlichen, immer thatkgen, immer denkenden Substanz, der immanenten Ursache des Universums, aber welche das Universum nicht einschließt, für welche endlich schaffen nichts anderes als denken, existiren- und sich selbst entwickeln ist. 3) An der Stelle einer rein materiellen, von Gott verschiedenen, aus dem Nichts hervorgegangenen und dahin zurückzukehren bestimmten Welt erkennt sie zahllose Formen, unter welchen sich die göttliche Substanz nach den unveränderlichen Gesetzen des Denkens entwickelt und manifestkrt.' Alle existiren vorher vereinigt in der höchsten Intelligenz, bevor sie sich unter einer sinnlichen Form realisiren: deshalb zwei Welten, die eine die intelligibele oder höhere, die andere die materielle oder untere. 4) Der Mensä) ist von allen diesen Formen die erhabenste,. vollständigste, die einzige, unter welcher Gott vorzustellen erlaubt wäre. Der Mensch dient zur Verbindung und zun) Uebergang zwischen Gott und der Welt; er spiegelt sie ab alle Beide in seiner doppelten Natur. Wie Alles was begranzt ist, ist er Anfangs eingeschlossen in der absoluten Substanz, mit welcher er sich einst von Neuem vereinigen soll, wenn er dazu durch die Entwickelungen, deren er fähig ist, vorbereitet worden. Zsber man muß die absolute Form, die universelle Form des Menschen und die individuellen Menschen, die die mehr oder weniger schwache Reproduktion jener sind, unterscheiden. Die erste, gewöhnlich „der himmlische Mensch" genannt, ist von der göttlichen Natur völlig untrennbar, sie ist deren erste Manifestation." — Nachdem Herr Prof. Franck im ersten Theile seines Werkes so die Autenthkzität der kabbal. Werke erwiesen, im zweiten die Analyse der darinenthaltenen Ansichten gegeben: untersucht er im dritten Theile die Originalität dieser Ansichten. Wir können auf diese ebenso gelehrte wie scharfsinnige Untersuchung nicht näher eingehen, sondern geben nur die Resultate: 1) Die Kabbala ist keine Nachahmung der platonischen Philosophie, da Plato den Kabb. ganz unbekannt war, und sich beide Systeme völlig unterscheiden; 2) eben so wenig der alexandrinischen (neu-platonischen).Schule, da die Kabb. frühem Ursprungs, und die' griech. Philosophie den Juden verhaßt und unbekannt war; 3) die Kabb. ist auch nicht ein Werk Philo's, da Philo überhaupt nur die orientalischen Ideen'und die griech. Philosophie vermengt, seine Wecke den Juden gänzlich unbekannt blieben, und später» Ursprungs als die kabbalistischen Prinzipien sind, deren Spuren schon in der Septuaginta, im Sirach und der Weisheit Salomonis vorhanden sind; 4) die Kabb. ist nicht dem Christenthum (Gnostizismus) entlehnt, da sie lange vor Jesus vorhanden war; 5) die Kabbala hat ihren Ursprung in den Ansichten parsischer Sekten, der Zend-Avesta, da die Religion des Zoroasters auf' das Iudenthum einen großen Einfluß geübt hat, aber die'Kabbala hat sich selbstständig und originell entwickelt, da sie die. Grundprinzipien der parsischen Theologie umgestoßen hat. Dies ist das Ziel der meisterhaften Arbeit des Herrn Franck. Sie ist die erste reinwissenschaftliche Bearbeitung der kabbalistischen Philosophie vom historischen Standpunkt, und muß so zur Grundlage-jedes weitem Foctbau's dienen. Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Alle Schattenseiten der bethekligten Familien, der Brautkandkdaten Ln ihrem nächsten und entferntesten Beziehungen werden dann km grellsten Lichte zur Schau gestellt, ein undurchdringliches Gewebe von Wahrheit und Dichtung ausgesponnen, und zur gefährlichen Fallschlinge verarbeitet; daher der panische Schrecken, den Eltern heirathsfahiger Kinder, (d. h. von zwölf Jahr ab und darüber) vor einem unbefceundeten oder beleidigten Schadchen empfinden; daher die mannichfaltigen Schmeicheleien, die von solchen dem Schadchen zu Theil werden, um ihn sich in Gunst zu erhalten; daher sich gar mancher Iüchusstolzer Familienvater vom Schadchen gewisse Demürhigungen, (worunter jene, die allergrößte, einen Schiduch-Vorschlag von ihm zu hören der tief unter seiner — des Vaters — Würde sicher), gefallen lassen muß. — Doch wir wollen von diesem trüben Punkte (das-Schiduch-Verderben) des Schadchen-We-