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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-18 · Heft 51 (18.12.1843) · p. Seite 749

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 51 (18.12.1843)
Date
1843-12-18
Page
Seite 749 (sequence 5)
Language
German
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749 nez, Archangel, Wologda, Jaroslaw, Kostroma, Wladimir, Nischnei-Nowgorod, Tambow, Rjasan, Tula, Kaluga, Drei, Kursk, Woronesch, Kiew, Tschernigow, Pultawa, der slobodschen Ukraine sind namentich ausgeschlossen, so wie es ihnen nach dem allgemeinen Gesetze, das in Erinnerung gebracht wurde, nach dem Auslande zu wandern untersagt ist. Die 33 Gemeinden, von welchen die kleinsten fast 500 und die größten gegen 6000 Seelen zählen, sind in solche namenlose Trauer versetzt, daß die Sprache des innigsten Mitleids sie .kaum beschreiben kann. In den verflossenen sechs Monaten wurden von diesen Gemeinden alle -gesetzlichen Mittel versucht und alle nur möglichen Wege betreten, um diesen Ukas zu mildern; es wurden Deputirte' nach Petersburg geschickt, welche durch Dokumente und Zeugnisse von den Behörden es klar erwiesen, daß unter hundert eingefangenen Schmugglern kaum fünf jüdische waren, daß von den 33 Gemeinden 17 seit 14 Jahren nicht einmal mit eingeschmuggelten Maaren Handel getrieben, gleichsam als hätten sie den tragischen Ausgang geahnt; aber alle diese Vorstellungen blieben fruchtlos, wie auch die schriftlichen Vorstellungen der deutschen Gemeinden ohne' Erfolg geblieben sind. Was nun das Einschreiben der Platze anlangt, wozu die israelitischen Familienväter von der Regierung aufgefordert wurden, so haben 19 Gemeinden, nämlich die zu Polangen, Krotingen, Dorbian, Garsden, Jakubowo, Szaltanten, Skud, Meiszaden, Plungian, Ritowa, Korzian, Wewrszan, Neustadt -Zugit, Chwedan, Skodwill, Tauroggen, Erswalsk, Rosiane an der Dubisza und Jurburg, dieser Aufforderung kein Genüge geleistet. Sie. erklärten, daß sie ihren Heerd, wo sie geboren und erzogen, als ihre einzige Heimath ansehen, daß siez bei aller Liebe zum russischen Vaterland außer diesem Heerde keine Heimath aufsuchen 'können, und wenn die Regierung über sie ein Exil verhänge, so möge derselbe höchste Wille auch den Zielpunkt entscheiden, wo die Heimatlosen ihre Ruhe finden, damit die Nachwelt und die Geschichte nicht sage, man hätte durch eigne Wahl den Ukas seiner Härte beraubt. Dieser gemeinsame Beschluß von 19 Gemeinden wurde nach Petersburg geschickt,- und man ist des Bescheides noch gewärtig, obgleich man im Ganzen nur geringe Hoffnungen hegt. Es ist aber bei dem Israeliten nicht JbloZ das schauerliche Gefühl der Verarmung und ^ber Heimatlosigkeit, das ihn zu Trauer und Klage stimmt, sondern auch die Aussicht, daß Alles, was ihm heilig und werth geworden ist durch die Weihe seiner Religion, nun der Zerstörung und Verödung, der * Entweihung und Profanirung preisgegeben ist. Wie oft habe ich die hiesigen Israeliten über den Untergang der schönen Synagogen zu Szaltanten, Plungian und Neustadt, über die Entweihung der Gottesäcker-, wo ihre Altvordern seit Jahrhunderten ruhen, heiße Thränen vergießen sehen, ohne auch nur an das persönliche Elend, an den Bettelstab zu denken! Und jedes Volk ehrt die Grabstätten seiner Väter, seine Heiligtümer; wir dürfen es den Juden auch nicht verargen. Und zur Ehre der russischen Ortsbehörden und der Beamten muß ich es sagen, daß sie diese Trauer , wenn auch nur vom Standpunkte der Zivilisation, teilen; sie sehen in diesem-Ukas die Verwüstung und die, Verarmung so vieler Städte und Flecken, da bekanntlich die jüdische Bevölkerung säst immer mehr als die Gesammtmaffe der ganzen Städtebevölkerung ausmacht, und an manchen Punkten ihnen sogar kaum etwas zu verwalten übrig bleiben wird. Diese Beamtenklasse ist es auch vorzüglich, welche die Juden zu Bittschrbiben und andern gesetzlichen Schritten ermuntert, und zwar in so theilnehmender Weise, wie man es sich kaum gedacht. Und die christlichen Bewohner, so weit ste über das Sklavenverhältniß hinaus sind, welche-innige Theilnahme sicht man sie beobachten! Der Russe ist den Juden nie. abgeneigt, wie überhaupt die Toleranz gegen, jede religiöse Erscheinung ihm eigen ist; nur die griechische Kirche mit ihrem stabilen Orientalismus und das Staatsgesetz, das in den »Herzen der Russen kein Echo findet, sind den Juden fanatisch feindlich. Es ist daher natürlich, daß eine solche Maßregel weder bei dem Volke noch bei den Beamten eine Sympathie findet. (D. A. Z.) Preuße«. Berlin, 6. Dezember. Die D. A. Z. enthält Folgendes von hier: Schon vor längerer Zeit wurden Anträge um Reformirung der bestehenden Vertretung der Gemeinde nach außen gemacht, jedoch mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß ein neues

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