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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-18 · Heft 51 (18.12.1843) · p. Seite 747

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 51 (18.12.1843)
Date
1843-12-18
Page
Seite 747 (sequence 3)
Language
German
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Drei- Juden und drei Griechen werden hier Heute von Marmora erwartet, um die Parteien vorzustellen. Indessen hat ein Komitö europäischer Juden eine Petition an Lord Strafford Canning, den englischen Gesandten, gerichtet, damit er unfern unglücklichen Glaubensgenoffen, für.die sich Niemand intereffirt, in dem Prozesse unterstütze. Ich hoffe, daß unsere Ad^effe wohlwollend wird ausgenommen werden, und daß es nicht schwer sein wird, mit Hülfe dieses Gesandten, die weise Negierung Sr. Hoheit zu überzeugen, daß die Anklage der Juden nur die Erneuerung der absurden Perläumdungen ist, die immer, aber vergebens, unsre heilige Religion beflecken woW, und daß die Verleumder exemplarisch bestrast werden, um den Fanatikern die Lust der Nachahmung zu nehmen. Die Juden Konstantinopels sind die unglücklichsten durch ihre Unwissenheit, ihre Verblendung und. ihre Verlassenheit von' Seiten ihrer aufgeklärten Glaubensgenossen. Israeliten Europa's! diese Gemeinde fordert eure wohlwollende Aufmerksamkeit. Es wird ein Tag kommen, wo ihr nicht taub auf diesen Aufruf seid; ihr werdet Unglücklichen, die aller ,Hülfe beraubt sind, beistehen, die all' ihre Hoffnung nur in unserm gemeinsamen Vater haben! *)< Rußland und Polen. Petersburg, 25. November. (Voss. Zeit.) In einigen westlichen-Gouvernements, vornämlich in Volhynien, obliegen die Juden dem Verfertigen von heiligen Kreuzen und treiben mit ihnen, mit Gebetbüchern und andern religiösen Gegenständen einen förmlichen Handel. Die örtlichen Gouvernements- Chefs davon Kunde nehmend, haben sogleich allen ihnen untergeordneten Behörden die strenge Vorschrift erlassen, dem unerlaubten Verfertigen . und *) Die Verhältnisse der Juden zu Konstantinopel find noch niemals genauer 'und richtiger gezeichnet worden, als in dieser Zeitung Jahrg. 1841. No. 7. 8. 10. Aufmerksame Leser werden sich erinnern, daß in dem letzten der daselbst mktgetheilten Briefe (No. 10) als das beste Hütfsmittel eine Erziehungsanstalt für mehre türkisch-jüdische Zöglinge in einer nordeuropäischen Stadt angedeutet wurde. Re da kt. Perkguf erwähnter Gegenstände, die allein der Geistlich.keft zustehn, ein Ziel zu setzen, widrigenfalls sie strenger Verantwortlichkeit anheimfallen würdey. V?ou der QFgrenze, 18. November. Uyter dieser Rubrik enthält die Aachener Zeit, einen trefflichen Artikel, aus dem wir das Hauptsächlichste hervorheben. „In einem Blatte, beachtet und geachtet wie das Ihrige, darf eine Korrespondenz wie die mit „eingesandt" bezeichnte über die Juden in Polen nicht ungerügt bleiben. Liest man dey Artikel von der Weichsel, so 'sollte man glauben, daß man bei Bereisung der russisch-westlichenGranzpryvinzen, auf eine gedrängte Masse fanatischen Juden-Gesindels stößt, welches für nichts als den Talmud, für Schmuggelei und Schurkerei Sinn hat, trostlos demoralisirt ist, und einer wilden Horde gleicht. Dies ist aber am glimpflichsten ausgedrückt: nicht wahr. Die Mehrzahl der Juden kennt den Tasmud aus Ungelehrsamkeit nicht, und überläßt es den wenigen Gelehrten und Rabbinen, nach Beließen darin. zu forschen; allenfalls nimmt diese Mehrzahl auf Treu und Glauben an, daß der Talmud ein überaus verehrungswürdiges, ja heiliges Werk sei: läßt den Talmudismus aber so wenig auf sich wirken, (oder der Talmudismus ist in der Praxis so unschädlich) daß man wie überall, auch unter den russischen Juden, ein inniges Familienleben, Wohlthätigkeits- und Geschäftsliebe, und Willigkeit und Geschicklichkeit zu allen reellen Unternehmungen findet. Alle diejenigen, welche in dem Falle gewesen sind,, Geschäftsreisen in Rußland zu machen, werden es bezeugen, daß sie unter den dortigen. Juden Menschen mit eigenthümlicher Kleidung und Barten gefunden haben, sonst aber gesonnen und beschaffen, wie überall. Diejenigen, welche sich längere Zeit in russischen Gränzstädten aufgehalten Haben, (Schreiber dieses neun. Jahre) werden ferner bezeugen können, daß sie bei jüdischen Schustern, Schneidern, Kürschnern, Glasern, Tischlern, Töpfern, Uhrmachern, Goldschmieden, ihre Bedürfnisse arbeiten ließen, daß sie bei Bauten, jüdische Zimmerleute, Maurer und Handlanger, 'wahrnahmen, daß sie bei Strom und Flüssen jüdische Fuhrknechte beschäftigt sahen, daß sie zu Reisen und Versendungen jüdische Fuhrleute engagirten, und daß, wollten sie eine Lustbarkeit begehen, sie schwerlich andere als jüdische Musikanten

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