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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-18 · Heft 51 (18.12.1843) · p. Seite 746

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 51 (18.12.1843)
Date
1843-12-18
Page
Seite 746 (sequence 2)
Language
German
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746 sagten, daß ein Arzt den Leichnam untersucht und beKtzgtchatto, Mß der Tod^ tzeÄwrdet fei, urib dä Ae öMÄichb stimme die Jsmeliten beschüHiK, so müßte dies ein genügender Beweis für die Schuld dieser Nation sein. Man versichert, daß dieser kleine Leichnam nur dadurch als Grieche erkannt wurde, weil er nicht beschnitten war, und daß, als er zum Richter gebracht wurde, man ihn beschnitten fand, so daß wah'rschernilich die 'Griechen-, bei denen der Leichnam stets, geblieben, ihn selbst beschnitten haben, um glauben zu machen, daß die Juden damit zu thun gehabt. Der Kadi wies die Anklage zurück, indem er die obigen Beweise nicht zulässig fand, und erklärte, daß er bei einem religiösen Gegenstände inkompetent wäre, wenn aber die Griechen in der Anklage verharren wollten, müßten sie sich nach Konstantinopel wenden, wo der Gouverneur der Insel Selim-Bey die nothwendigen Anweisungen geben würde. Aber die vom Gouverneur gegebenen Instruktionen waren sehr übertrieben und durchaus nicht günstig für die Israeliten. Man kennt den Charakter dieses Gouverneurs; es handelt sich nur um Geld; das Geld der Griechen gewann ihnen sein Wohlwollen, das er als Mittel ansieht, die Juden zu erschrecken und ihnen noch mehr Geld auszupressen. — Seit diesem Augenblick üben die Griechen, die mächtig auf der Insel sind, gegen unsre Glaubensgenossen die blutigsten Verfolgungen; man greift ihre Hauser an, mün droht sie mit Steinen zu tobten, wenn sie sich auf der Straße sehen lassen; die Unglücklichen verbergen sich sorgfältig, und halten sich von ällem Handel und aller Verbindung nach außen zurück. Die benachbarten Inseln, von dieser Verläumdung unterrichtet, sind alle aufrührerisch gegen die Israeliten. Wehe dem von unsren Brüdern, der ln die Hände der Griechen, die sie bewohnen, fällt. Am 3ten dieses Monats passirte ein Israelit, der in Geschäften von Konstantinopel nach Marmora ging, 'in einem kleinen türkischen Schiffe mit griechischer Mannschaft, einen Ort Namens Kali Katra, sechs Stunden von hier; die Griechen am Ufer erkannten ihn, Sie werfen sich in ihre Barken, verfolgen das Schiff, erreichen es, bemächtigen sich des Juden, und werfen ihm den Strick um den Hals, um ihn zu hängen. Die Mannschaft des Schiffes, obschon Griechen, bemühen sich die Henker des Juden zu überreden, ihn frei |u lassen, istdeA {fragten, baß sein Tod dem Kapitän urfb dÄ Mannschaft großes Unglüök bereiten würde, indem tB bekannt sei, daß er hier, zu Schiffe gegangen, und sie deshalb verantwortlich wären. Diese Worte überzeugten die Griechen, und der Jude war gerettet. Ein andrer Israelit aus Konstantinopel, Namens Menachem Plnö, Weinhändler, befand sich um einzukaufen auf der Insel, als die Verläumdung ansing, und entschloß sich abzureisen. Auf seiner Rückreise zwang ihn der Mangel an Lebensmitteln auf der Insel Jchekmetge, ganz von Griechen bewohnt, zu landen, um sich mit jenen zu versehen. . Der griechische Händler erkannte ihn, sagte, er solle warten, und unterrichtete seine Glaubensgenossen vom Erscheinen eines Israeliten auf der Insel, plötzlich sieht sich der Unglückliche von einer zahllosen Menge^ umgeben, die ihn steinigen will, aber die Türken kamen zu seiner Vertheidigung. Ein Kampf entspinnt sich zwischen den Türken und Griechen, und der Israelit benutzt die Verwirrung, rettet sich an Bord, glücklich sich in Sicherheit zu sehen. Dies ist die unselige Lage unsrer Glaubensgenossen auf den Inseln des Marmormeeres. Männer, Frauen, Greise, Kinder sind der schrecklichsten Verfolgung ausgesetzt. Sie richten ihre Blicke nack der Hauptstadt; sie erwarten Hülfe von ihren Brüdern m Konflantinopel. Aber dieses Gemeinde ist nicht befähigt sie zu vertheidigen. Wer von ihnen hat Einfluß bei der Regierung Sr. Hoheit? Wer von ihnen versteht sich Türkisch gut auszudrücken *), um in energischen Ausdrücken die Leiden seiner Brüder zu schildern und die Hülfe der Regierung anzurufen? Ihre Unwissenheit macht sie furchtsam, ihre Furchtsamkeit macht sie zittern, wenn ein Beamter sie nur anblickt. Diese unglückliche Gemeinde bedarf eines aufgeklärten Oberhaupts, den müßte sie aber unter den Fremden wählen; denn in ihrem Schooße findet sich ein aufgeklärter Mann nicht. — In wenigen Tagen wird das Urtheil gefällt werden. *) Man erinnre sich, daß vor einigen. Jahren der Chacham von Konstantinopel eine Aufforderung an alle türk. Juden, die Landessprache zu erlernen, erlassen hat. Es ist aber dabei verblieben! Redakt.

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