Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1843)
- Date
- 1843-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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vii. Jahrgang. Äilgemerne No. 51. Ern unpartheiisches Organ für alles jüdische Zutereffe. Rkdactcur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Conceffion.) Leipzig, den 18. Dezember 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der.Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs- Expedition allhier unterzogen. 3 lt 1] ft l t. Zeitungsnachrichtenr Türkei: Konstantinopel. Rußland und Polen: Petersburg, Von der Ostgrenze, Berlin, Jurburg. Preußen: Berlin, Breslau. Deutschland: Leipzig, Altona, Frankfurt am Main, Berlin. Frankreich: Colmar. Palästina: Rechnungsablage (Fortsetzung). Personal - und Loralnachrichtenr Tuchel, Von der böhm. Grenze, Svendborg. Literar. Nachrichten: Magdeburg f Religionsphilosophie. I,L Lsbbnle von Frank. Fortsetzung und Schluß j. Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wällachei. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Türkei. Konstantinopel, 8. November. Die Arch. isr. de Fr. enthalten unter diesem Datum ein Z)rivatschreiben sehr bedauerlichen Inhalts, das wir in seinen Haupttheilen hier wiedergeben. Die Insel Marmora, acht Stunden von Konstantinopel, im Meere gleiches Namens, war den 3. Oktober Schauplatz einer schrecklichen Szene. Fünfundzwanzig Israeliten wohnen auf dieser Insel, mit Weinhandel beschäftigt; vier oder fünf haben einiges Vermögen erworben, und da diese auf dieser armen Insel als die Reichen des Landes angesehen werden, sind sie der Gegenstand des größten Neides von Seiten der Griechen, ihrer Nachbaren, die sich bemühen, die Religion jener mit dem absurdesten Aberglauben zu verleumden. — Es bot sich eine günstige Gelegenheit dar. Auf der-Jnsei befindet sich ein Fluß, wo die griechischen und israelitischen Frauen ihre Wäsche bleichen. Eines Tages fand eine Griechin bei der Rückkehr von der Bleiche ihren 2^-jährigen Sohn nicht mehr an ihrer Seite, die Nachsuchungen in einem benachbarten, Gehölz waren fruchtlos. Sieben Tage nach dem Verschwinden des Kindes, bemerkte ein Hirt eine große Anzahl Raubvögel sich immerfort von einem Baume nach einem Haufen Reiser begeben, und er suchte nach, was wohl so viele Vögel nach diesem Orte anzöge. Er fand den Leichnam des feit sieben Lagen vermißten Kindes, unter den Reisern verborgen, von den Dornen ganz durchstochen, zwei Finger fehlten, die Nägel und andre Lheile waren von den Vögeln weggefressen. Der Hirt übergab ihn einem andern Hirten, ihn nach der Stadt zu tragen. Hier bedienten sich die Griechen desselben als eines Beweises dafür, daß die Israeliten den Mord begangen, um das Blut bei ihrem Gottesdienste zu gebrauchen (!!!) das Gerücht verbreitete sich in.der Stadt, die Griechen erhoben sich Ln Masse, um die Juden bei dem türkischen Gouvernement der Insel anzuklagen. Man muß wissen, daß die Griechen, da sie die Majorität der Bevölkerung bilden, den Türken imponiren, die, mit oder wider Willen, die Justiz immer nach den Wünschen der Griechen machen müssen. Diese, um ihre Verläumdung zu unterstützen,