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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-11 · Heft 50 (11.12.1843) · p. Seite 740

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 50 (11.12.1843)
Date
1843-12-11
Page
Seite 740 (sequence 8)
Language
German
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M40 sich nicht irre machen, ^mit Beharrlichkeit führten sie ihr Vorhaben aus, schloffen alle Winkelschulen, und Gott war mit ihrem frommen Streben, und alle Parteien sind versöhnt, und' Alles steht im neuem erhabnen Gotteshaus,' mit kindlicher Andacht, und Lob- und Danklieder.erschallen der Gottheit aus Höchen Räumen, und segnen den Vorstand,, der dieses geschaffen. O daß es dem Streben der verletzten Interessen .auch hier gelingen möchte, das zu erringen, was für uns eine Lebensfrage ist: und nie werden wir uns beruhigen, -nie wird der Feuereifer bei uns erkalten, nie unsere Klagen awfhören, bis wir das schöne Ziel-erreicht haben werden! ' I bis 200. Perfonalnachrkchten. Königsberg, 26.November. (Privatmitth.) Seitdem die hiesige jüdische Gemeinde an ihrem Kantor Weintraub (aus Dubno in Rußland gebürtig) einen thätigen und sehr geschickten Musiker besitzt, hat sich nicht allein der. Gesang bei dem jüdischen Gottesdienste, der in früher» Zeiten dem rohen Haufen nur zum Spott diente, auffallend veredelt, sondern unsre (sehr hübsche) Synagogewird auch jetzt von vielen christlichen Musikfreunde» an den Freitagsabenden und an den Vormittagen der Sonnabende besucht, um theils ihr Ohr an dem schonen mehrstimmigen Gesänge zu laben, theils sich an den würdevollen und herzerhebende» Stücken, welche vorgetragen werden, zu erbauen. Herr Weintraub ist ein noch junger Mann, in den besten Mannesjahren, hat : den Kontrapunkt unter unserm tüchtigen Musikdirektor Sobolewski gründlich studirt und ist außerdem noch ein : sehr braver Violinspieler. Eine Phantasie von ihm, worin er die Zerstörung Jerusalems schildert, trägt er so meisterhaft vor, daß christliche Zuhörer dadurch zu Thränen ' gerührt und an Bendemann's herrliches Gemälde „die trauernden Juden bei Babylon" erinnert wurden. Die kleine Kapelle oder der Sängerchor Weintraub's besteht aus etwa zwölf Knaben von 11 —15 Jahren. Mit diesen trägt er vierstimmige kanonisch gearbeitete und fugirte, theils von ihm komponirte, theils arrangirte Psalmen, Hymnen n. dgl. m. vor. Der Satz ist rein, die Ausführung, welche gewöhnlich ohne Instrumentalbegleitung geschieht, sehr lobenSwerth. Ich habe mich oft an diesen schönen Gesängen gelabt.. In der hiesigen Hartungschen Zeitung und im hiesigen Wochenblatt ist dem Herrn Weintraub die gebührende Anerkennung seiner Verdienste von Herrn Musikdirektor Sobolewski und von mir zu Theil geworden und als Herr Weintraub' in diesem Sommer mit -einigen seiner Schüler auch Dauzig besuchte, so hat der. rühmlichst bekannte Organist Markull daselbst im Danz. Dampfboot ebenfalls seine belobende Meinung über die' Leistungen des Herrn W. ausgesprochen. Die genannten Männer alle haben den braven W. ermuntert, diese Gesänge, welche, wie Herr Sobolewski sagt, alle - bisher erschienenen Sammlungen für israelitische Gemeinden an innerm Werlh übertreffen, im Druck erscheinen zu lassen, dem hebräischen Urtext aber noch, eine deutsche Uebersetzung zur Seite zu stellen, damit diese erhebenden Gesäuge auch in christlichen Kirchen und Schulen-benutzt werden.können, welchen Wunsch, wie ich höre, Herr W. erfüllen wird. Mögen' nun die Vorsteher alter israelitischen Gemeinden, denen daran gelegen ist, die . gerechten Anforderungen der Zeit zu erfüllen und sich so der gewünschten Emanzipation würdig zu zeigen, möge vorzüglich die hiesige jüdische Gemeinde, welcher der Himmel noch lange ihren so tüchtigen Kantor erhalten wolle, mögen auch recht viele christliche Schulvorsteher und Direktoren von Singinstituten das Vorhaben des Herrn W. durch Subskription unterstützen, zu welcher Annahme gewiß jede Buchhandlung gern bereit sein wird, da Herr Weintraub ein allgemein geachteter Mann ist. Dies schrieb aus voller Ueberzeugung von dem Werth der Sache ein Christ, vormal. Musikdirektor, Kantor u. Gesanglehrer'). Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Dezember, f Homiletik.) Festpredkgten zur 25jahn'gerr Jubelfeier des Neuen Israelitischen Tempelvereins am 17. und 18. Oktober 1843 von Dr. N. Frankfurter und G. Salomon. Zweite Auflage. Hamburg, 1843. Von der freudigen Veranlassung dieser Predigten, von der würdigen Weife der Feier selbst sind unsre Leser ausführlich be- *) Wir bezeugendaß diese Unterschrift eine a u t h e ntische ist. Redakt»

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