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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-11 · Heft 50 (11.12.1843) · p. Seite 737

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 50 (11.12.1843)
Date
1843-12-11
Page
Seite 737 (sequence 5)
Language
German
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737 gebe, wonach der Jude im Betriebe des Handels auf die Judenstadt und den Judentändelmarkt beschrankt sei, und daß ihnen diese abgesonderten Plätze nur auf ihren Wunsch und zu ihrer Sicherheit, angewiesen sind. — Nicht weniger ist es schon seit zehn Jahren nicht mehr wahr, daß es den Juden jedes Jahr verboten werde, während der Frohnleichnamsprozeffion die Christenstadt zu besuchen. Deutschland. Furth, 21. November. (Eingesandt.) In No. 47 d.Z. befindet sich eine Mittheilung aus Mittelfranken , deren Inhalt einer Berichtigung bedarf. Denn während über Nabb. Loewi gewitzelt wird: „So wenig man über Loewi vernimmt, eben so wenig hört man von ihm," predigt er an allen religiösen und bürgerlichen Festtagen, so daß wir dadurch schon jährlich zwanzig Predigten von ihm hören, erklärt er an den gewöhnlichen Sabbattagen öfters Stellen-aus der heiligen Schrift und halt er an diesen in dem Lokale der Religionsschule Jünglingen und Mädchen vom.vierzehnten bis achtzehnten Jahre religiöse Vorträge. Welchen Anklang seine Worte in dem Herzen derWemeinde finden, läßt sich . selbst aus den mißliebigen Aeußerungen des Verfajsers entnehmen, und wenn dieser seine Freude über den bessern in der Gemeinde jetzt herrschenden Geist ausdrückt, so fragen wir, von wem er geweckt und gefördert wurde, wer anders als Herr Dr. Loewi es denn war, der dem erstarrten Formglauben und dem kalten. Jndifferentismus am hiesigen Orte mit Erfolg entgegentrat? Wenn es hier besser wurde, so geschah es durch sein beredtes Wort, durch sein anspornendes Beispiel. Was aber von seinem Verfahren gegen. Herrn Heidegger vorgebracht wird, daß „er es sich zum Grundsätze gemacht haben soll, diesen nicht predigen zu lassen," so ist dieses eine um so auffallendere Unwahrheit, da hier Jedermann weiß,, daß Herr Heidegger jährlich einigemal predigt.und daß er schon seit einigen Jahren auf speziellen Antrag des Herrn Dr. Loewi zum hiesigen Rabbinats-Substituten bestellt worden ist. Sternbach (K. Württemb,), 6. November. (Privatmitth.) In Folge Erlasses des hohen Ministeriums des Innern und des Kirchen- und Schulwesens vom 21. v. M. und vermöge, höchster Entschließung vom 2V. v. M. ist der hiesigen israet. Schulgemeinde zu den Kosten »der Herstellung einer Schullehrer-Wohnung ein Beitrag von 100fl. aus dem Reservefond der Staatskasse von Sr. Majestät des Königs gnädigst bewilligt worden. Hamburg, 1. Dezember. (Eingesandt.)*) js Aufforderung zum Bau einer großen Gemeindesynagoge.1 Einer der fleißigen Synagogenbesucher in Hamburg beklagt, in No. 46» dieser Zeitung den Verfall seiner Synagoge. Nur schüchtern und zurückhaltend ist der Klang seiner Klagetöne. Aber was kann, was darf einen Göttesfürchtigen, der die Gebrechen im Gotteshause einsieht, abschrecken, die reine Wahrheit mit lauter Stimme zu verkünden? Und ist es denn nicht wahr, daß Hamburgs große Gemeinde keine Synagoge'besitzt, die ihrer und des heiligen Zwecks würdig ist? Sieht man sich nicht gezwungen, seitdem eine niedergebrannt ist, 3 bis 400 Andächtigen, an den heiligsten Festtagen, einen hohen finstern Boden anzuweisen, wo sie auf Holzbänken, von schmutzigen Kalkwänden umgeben, gleichsam angeschmiedet sitzen, und nur aus den letzten Posauwenstoß, am Jomkippurabend, harren, der ihnen Freiheit aus dieser Jammerhöhe verkündet? — Warum muß sich eine der zahlreichsten Gemeinden, mit zwei kleinen Syna-. zogen behelfen, wovon die eine dem Umsturz nahe 'ist, und täglich gestützt und geflickt werden muß?' Sollte es wol Mangel an Gefühl oder Geld sein? Dem ist Gottlob nicht so. Eine Synagoge hat durch den Verkauf eine runde Summe geliefert; und den Schaden der Abgebrannten hat die Stadt- Feuerkasse ersetzt; beide Gelder dürfen nur zum Synagogenbau' wiederum verwendet werden; und falls' sie nicht hinreichen zu einem Neubau, der Hamburgs Gemeinde würdig, so wird jedes Mitglied gerne seine Beisteuer dazu hergeben. Denn daß das Gefühl für die Andacht noch nicht bei uns erloschen sei, das haben wir vor drei Jahren zur Genüge dargethan, als wir zur Veredlung der so tief gesunke- *) Nicht von unserm gewöhnlichen Korrespondenten. Redakt. :

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