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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-11 · Heft 50 (11.12.1843) · p. Seite 735

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 50 (11.12.1843)
Date
1843-12-11
Page
Seite 735 (sequence 3)
Language
German
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Zeit»mgs«a«Hrichte»r. Preußen. Vom Rhein, im November. (Privatmitth.) Die Konkurrenz zur Besetzung des Crefelder Rabbinates ist nunmehr eröffnet und darf man auf die in rheinischen Blättern, der Allg. Preuß. Staatszeitung, und diesem Blatte ergangener Aufforderung des Konsistoriums einer ansehnlichen Zahl von Bewerbern gewärtig sein. Daß der in der Gestaltung der Neuzeit tjefw.urzelnde Zwiespalt der Geister sich auch hier regt ^und . in den verschiedenartigsten Ansichten und Wünschen zu Tage tritt; daß die Schlagwörter der Parteien auch hierbei allenthalben auftauchen, nur zu oft der umsichtigen Beurtheilung der Fähigkeiten im Wege tretend, die bedachtsame Prüfung der Gesinnung verhindernd — welchen Kundigen dürfte es befremden? Gleichzeitig aber ist die Wirkung naheliegender Vorgänge der jüngsten Vergangenheit die beste, und, wie groß auch die Spannung und Ge- .theiltheit der Gemüther sein mag,. Alle begegnen sich doch in der.Erkenntnis, wie einzig diejenige Wahl zum Heile gereichen könne, welche, dem Einflüsse der Sonderinteressen, der persönlichen Rücksichten und dem Standpunkt enger, lokaler Verhältnisse sich entziehend, die Ehre der Religion und das Wohl der Gesammtheit im Auge hält. Muß auch das- Vorhandensein wielfacher damit verknüpfter Schwierigkeiten zugegeben werden, ist es auch nur dem Urtheilsunfähigen erlaubt, anzunehmen, daß die wahrhaft großen, ihre Zeit zu nachhaltiger Begeisterung anregenden, Männer nur so von den Bäumen könnten geschüttelt werden, so dürfen wir es doch von der Gewissenhaftigkeit und dem jedweder Einflüsterung unzugänglichen Eifer der Notabeln erwarten, daß das Beispiel der großen Gemeinden des Vaterlandes bei ihnen nicht verloren gehen und ihre Wahl den Rechten treffen werde. Berlin, 28/ November. (D. A. Z.) In der hiesigen Jude n sch a ft geben sich hinsichtlich der Rabbinerwahl und. anderer Gegenstände mannichfache Bestrebungen kund. Sohaben sich viele Gemeindemitglieder vereinigt, um einen.neuen Wahlmodus bei' der- Rabbinerwahl zu erwirken , indem sie der Am sichtsind, daß eine Wühlerzahl von 32 für die heutiges Zeit,. bei< der Größe der Gemeinde, nicht mehr ML passe. Zwar verkennen sie nicht, daß das .Judenreglement von 1750 diese Zahl vorschreibe und dieses. Reglement als maßgebend hingestellt worden sei, allein sie wünschen auch, daß höhern Orts, unter. Vorstellung der jetzt gegen vor 94 Jahren gänzlich veränderten Umstände, eine entsprechende Modifikation erbeten werde, und sind der Ansicht, daß eine Gewährung nicht ausbleiben dürfte. Ferner verlangen sie über die finanziellen und andere dahin einschlagende Zustände der Gemeinde eine öffentliche Rechenschaft. Eine besondere Subskription wird' von Anhängern und Freunden des Stifters des ersten hiesigen jüdischen Waisenhauses, Baruch Auerbach, beabsichtigt. Es ist deshalb ein eignes Zirkular ausgegeben worden, in dem es heißt: „Sicherlich aber werden unsere Nachkommen fragen, welcherlei Anerkennung diesem Manne von den Mitlebenden zu Theil geworden und inwiefern die Würdigung seines Strebens durch die seiner Person sich ausgesprochen habe^"' Es wird nun darauf hingewiesen, daß die Sorge um seine Waisenanstalt ihm jede Mußo zum eignen Erwerbsbettieb entzogen und ihn, als Familienvater, drückenden Nahrungssorgen überlassen habe. Es hätten zwar die Mitvorsteher und Kassenverwalter, wahrscheinlich von ähnlichen Betrachtungen angeregt, ihm aus dem Waisenhaus? fonds ein Jahrgehalt von 300Thlr. zuerkennen wollen, „aber sie konnten ihn zur Annahme-desselben nicht bewegen." Deshalb beabsichtigten die Erfasser des Zirkulars (welches übrigens „Berlin, im Septt- 1843" datirt ist) die Subskription zu einem Kapitaldessen Zinsen Herrn Auerbach als Rente zuerkannt' werden sollen, das nach seinem Lode seiner Wittwe zufallen und worüber, nach dem Ableben beider- Ehegatten, zu Gunsten der Kinder verfügt werden soll. Bevlin, 25. November. Die durch das Milrtärwochenblatt veröffentlichte, auf Annahmen und Kombinationen beruhende Statistik über die-Zahl der Juden, welche den -Freiheitskrieg mitgemacht, findet immer mehr Widerspruch. So trat zuerst einjüdischer Kambattant miteiner Gegenerklärug in dev Spener'schen Zeitung auf und wies nach, daßin seiner Kompagnie allein sieben- Juden gedient; erfolgte eiw abwehrendes Raisonnemeut in der- Aachener Zeitung; dann wiederum eine Erklärung eines

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