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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-04 · Heft 49 (4.12.1843) · p. Seite 729

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 49 (4.12.1843)
Date
1843-12-04
Page
Seite 729 (sequence 9)
Language
German
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Irag ävon 200 fl. -E. M.überreichte r und dabei folgende deukwürdige Worte. .sprach.„Wozu entschuldigen, geistlicher Aew! ' Ich Hleibe- Ihnen ^verpflichtet, .daß Sie mir Gelegenheit verschaffen eine gnte That auszuüben. Die Schätze, - die der Allgütige mir gegeben, ' haben nur Ln so -feM Werth für mich, um durch sie mir Schätze Ln dem Himmel zu erkaufen." — Begeistert rief hierauf der Redner: „Diesen Wohlthäter der Menschheit werde ich nie vergessen! und wo ich hinkomme, werde ich auch seinen Ruf verkünden." Er schloß seinen gehaltvollen Vortrag mit einer nochmaligen Danksagung an den würdigen Rabbiner und die Gemeinde, und gelobte mit aufgehobener Hand, ihrer in seinem Gebete eingedenk zu sein. — Tiefe Rührung war auf den Gesichtern aller Zuhörer zu lesen. Hierauf nahm der Herr Rabbiner F. das Wort, Er wolle, sprach er, das- Schöne, Edle und Lobenswerte der geschehenen Handlung nicht näher beleuchten, denn es sei gewiß kein Einziger, bei dem nicht die kräftigen Worte des hochgeehrten Herrn Gastes einen tiefen, bleibenden Eindruck gemacht hätten. Rur das müsse er in Erinnerung bringen, daß bei solchen, die Menschheit ehrenden Ereignissen, wir mit dem Psalmiflen rufen müssen:. „Diesen Tag hat Gott gemacht, freuen wollen wir uns feiner." Er leitete daun den Blick in die früher» Jahrhunderte, wie Israel verkannt, und ausgestoßen war, und kein brüderliches Herz bei seinen Mitmenschen sich ihm öffnen wollte. „Aber," rief er, „selbst Ln diesen trüben Tagen dev Unduldsamkeit, hat Israel den Gedanken fest gehalten, daß es ein unlösliches Band' giebt, das alle Menschen verbindet; nie hat, es die heiligen Horte -des göttlichen Propheten vergessen: „Wir haben alle Einen Vater, Ein Gott hat uns asse erschaffen; zu jeder Zeit ermahnten unsere Gesetzlehrer, liebend, - wohlwollend und wohlthätig" gegen alle- Menschen zu sein." Er sprach hier noch von den Verheißungen, die nicht täuschen, wie sie bereits anfangen Ln Erfüllung zu ge, .hen, und wie die Zeiten sich wunderbar verändert haben. „Die liebliche Morgenröthe des großen Tages," rief er, „an dem nach den Worten der Prophezeiung, der Wolf neben dem Lamme, und der Löwe »eben dem Böcklein lagern, ein friedliches und brüderliches Band nämlich, alle Menschen vereinen soll, hat bereits gedämmert, und Handlungen, wie die nnsers hochgeehrten Herrn Gastes, sind die sprechenden Beweise dafür. Die Scheidewände zwischen. Bruder und Bruder lockern (?) sich immer mehr,. und mit Gottes Hülfe werden sie bald gänzlich Zusammenstürzen. Da aber nur Gott die Zeiten verändern, und die Ereignisse umstalten kann, so hat diesen Tag, der von dem, Lichte der Duldung und der Menschenverbrüderung bestrahlt ist, Gott gemacht, und freuen wollen wir uns seiner." Er schilderte ferner, wie das Gute nur Gutes bringen könne, wie mit dem geringen Opfer, der Menschheit gebracht, dieser schöne denkwürdige Tag orkauft fei, und schloß mit der Ermahnung, nie zu ermüden Gutes zu thun. So endete dieser unvergeßliche Akt. Der geistliche Herr biieb noch während des ganzen Gottesdienstes in der Synagoge, ließ in einem deutsch übersetzten. Gebetbuche jede Stelle sich zeigen, die gebetet und gesungen wurde, sprach sich sehr lobend über den Chor und das Geregelte des Gottesdienstes aus, und verließ das Gotteshaus, begleitet von den heißesten Segenswünschen der tiefgerührten Versammlung. Koblenz, im November. (Prkvatmitth.) Die ^hiesige Gemeinde hat an dem Rabbinats-Kandidaten Herrn vr. Ben Israel einen sehr tüchtigen Prediger und Religionslehrer gewonnen, der durch seine Vorträge eine bedeutsame Wirkung übet. - Dernburg, im November. (Privatmitth.) Durch die Anstrengungen des Lehrers und Vorsängers Herrn Wimmelbacher, für dessen Leistungen schon der Aachener Chor spricht, hat die hiesige Gemeinde einen trefflichen Chorgesang erlangt, der dem Gottesdienste eine vorzügliche Weihe verleiht. D. <5; Hamburg, 11. November. (A. A. Z.) Die hie- . sige israelitische Gemeinde hat einen ihrer größten Wohl-, thäter verloren: Herr L. Gumpel ist gestorben. Bekanntlich kaufte er vor mehreren Jahren ein Grundstück auf welchem fünfzig arme Familien unentgeltlich Wohnungen auf Lebenszeit bezogen, auch fetzte er ein Kapital aus um die Häuser in wohnbarem Zustand zu erhalten. Außer diesem versah er sie häufig mit Lebensmitieln, Feuerung und baarem Gelde und hat diesem Stifte ein Legat hinterlassen. Auch zu ändern milden Zwecken sind-namhafte Summen in feinem Testamente bestimmt; da solches noch nicht verlesen, so sind die Summen noch nicht bekannt. - - 49»

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