Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1843)
- Date
- 1843-12-04
- Page
- Seite 727 (sequence 7)
- Language
- German
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727 namentlich in Preßburg, hervorrief und ernstliche Exzesse gegen die jüdischen Einwohner befürchten ließ, zu erklären — eine traurige Erscheinung die nicht sehr für die Behauptung mancher Korrespondenten und Stadtdeputirten spricht, daß die Städte in Ungarn der Sitz der Intelligenz und Aufklärung seien. Doch ist zu hoffen daß, wenn die allgemeine Emanzipation der Juden, nicht auf die Städte beschränkt — was als für diese verletzend dargestellt wurde — zur Sprache kommen wird, diese wie auf dem vorigen Reichstag eine bedeutende Mehrheit erhalten werde. Rußland und Polen. Warschau, I. November. Durch ein Dekret des Statthalters ist erlaubt worden, daß noch künftiges Jahr von den Israeliten Stellvertreter angenommen werden dürfen, welche'dann noch nicht der Konskription unterworfen sind. Palästina. .Magdeburg, 26. November. (Privatmitth.) So eben wird uns folgende Erklärung aus Frankfurt am Main übersandt, die wir hier, den Grundsätzen der Unparteilichkeit gemäß, abdrucken lassen. Wie weit eine solche Erklärung von, allerdings achtbaren Privatmännern Gewicht habe, müssen wir den' Lesern zu beurtheilen überlassen. Erklärung. In Ansehung der treuen rechtlichen und gewissenhaften Verwaltung der für-die Armen der israelitischen Gemeinden in Palästina gesammelten Gelder durch das seit 1824 in Amsterdam bestehende Hauptkommite an dessen Spitze Herr Hirsche! Lehren steht, welcher in der merkantilischen Welt, wie in sozialer Beziehung den Ruf. eines streng rechtlichen, uneigennützigen und äußerst wohl- Ihätigen Mannes sich erworben hat, können die Unterzeichneten nach bestem Wissen und Gewissen, und hinsichtlich der Lhatsachen als Augenzeugen, folgendest Zeugniß zur Steuer 'der Wahrheit ablegen. I) In früherer Zeit wurden bei den in Deutschland wohnenden israelitischen Glaubensgenossen die Spenden für die armen Israeliten in Palästina durch herumreisende eigne Abgeordnete der verschiedenen israelitischen Gemeinden im heiligen Lande eingesammelt. Da aber diese Einrichtung dem Zweck der Geber, wie dem Interesse der armen Empfänger, nur auf sehr unvollkommne Weise entsprach, indem theils die gesammelte Summe durch Reisekosten und den Abzug beträchtlicher Erhebungsprovisionen sehr vermindert wurde, theils auch bei der Vertheilung selbst fast jedesmal ärgerliche und nachtheilige Streitigkeiten entstanden; so erwarb sich der gedachte Herr H. Lehren ein großes Verdienst um die armen Israeliten des heiligen Landes , indem er es im Jahr 1824 durch unermüdliche Thätigkeit unter Zustimmung und Beistand der beiden Rabbinen zu Amsterdam und Haag dahin brachte: a) daß die Einsammlung und Verwendung der Spender durch Vermittlung herumreisender Abgeordneten abgeschafft, und dieses Geschäft einem in Amsterdam errichteten Hauptkomltö, welchem Herr H. Lehren präsidirt, übergeben wurde; und b) daß mit den Rabbinaten und Vorstehern der israelitischen Gemeinden in Jerusalem, Zaphat, Hebran und Liberia eine schriftliche Uebereinkunst und seit 1829 auch ein sestgestellter Vertheilungs-Modus zu Stande kam, wonach die Einnahme der Gelder, so. wie deren Uebermachung an die Rabbinen und Vorsteher der verschiedenen Gemeinden nach dem übereingekommnen Modus von dem Amsterdammer Hauptkomite besorgt wird. II) Können wir über die streng rechtliche und musterhafte Wirksamkeit des Amsterdammer Hauptkomite's aus eigner Wissenschaft. und als Augenzeugen Folgendes attestiren und beurkunden. 1) Hat uns Herr H. Lehren bei seiner jüngsten Anwesenheit in hiesiger Stadt im Monat Juli d. I. den Original-Akt vorgelegt, nach welchem in Übereinstimmung aller israelitischen Gemeinden Palästina's die vom Amsterdammer Hauptkomltv eingehenden milden Gaben unter die verschiedenen israelitischen Gemeinden daselbst zu vertheilen, und den geistlichen und weltlichen Vorstehern derselben behufs der Reparation unter die Armen zu beendigen sind. , 2) Haben wir aus den uns vorgelegten genauen Rechnungsauszügen aus den Büchern des Herrn H. Lehren uns überzeugt: