Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1843)
- Date
- 1843-11-27
- Page
- Seite 716 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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dechHüm W^ A; M 1782!'jü ‘ DessW iw-tzu MzM Eitel „Jüdische Relrgionsstütze, oder Grundsätze der jüd. Religion aus den heiligen Büchern, dem Talmud'und den vorzüglichsten Rübbinetn^ heraüsgegebefte Schrift, Veranlassung. IN der Vörrede erlaubte sich der Verfasser seine altgläubigen Glaubensbrüder etwas hart mitzunehmen und sie zu verunglimpfen. Dies zog ihm große Unannehmlichkeiten zu; er lief Gefahr, sein Lehreramt zu verlieren, und' sah sich daher, genöthigt, diese. Vorrede zu; vernichten und eine neue drucken zu lassen. Doch die Beleidigten waren damit noch nicht zufrieden gestellt, sie verfolgten nach wie vor den armen Skribenten, und dieser, glaubte dem Unwesen dadurch am besten zu steuern, daß er die Hilfe M. M's. anrief. Er ward in seinem Glauben; nicht getauscht. Mendelssohn's Antwort'machte allen Unbillen ein Endeberuhigte die Gemüther und sicherte-dem Herrn Wolf feine Lehrerstelle. —- \ - . . Geist und Styl des Mendelssohnfchen Briefes sind nun so schön und erhaben und lassen so manche Blicke in den sokratischen Seelenzustand unseres Weltweisen thun, daß ich keinen Augenblick länger anstehe, ihn zu veröffentlichen, und es soll mir zur Freude gereichen, wenn ich bald Gelegenheit finde, noch andere, durch meine Theilnahme an der neuen Ausgabe der M. M's. Werke in meinen Besitz gekommenen Briefe und Arbeiten unseres weltberühmten Glaubensgenossen, dem'geehrten Publikum zu übergeben. H. Jolowicz. P. P. ich schreibe Ihnen, mein theuerster Landsmann und Glaubensbruder! in deutscher Sprache und mit deutschen Lettern, damit mein alter Freund, Herr Pr. Basedow, und Herr Pr. Salzmann, dessen Bekanntschaft ich Ihnen zu verdanken habe, meine Antwort lesen mögen. Als ich zuerst Ihre Vorrede erblickte, mißfiel mir, wie ich Ihnen ausrichtig gestehen muß, der Ton sehr, in welchem Sie die Nation anklagen. Böse Absicht konnte Ihnen freilich nicht zugeschrieben werden, und Gott weiß! daß ich für meinen Theil Ihnen nie anderes, als Gutes zugetraut habe. Allein gute Absicht allein entschuldigt nicht völlig. Man muß''auch'Mißdeutung zu ver-' , hindern suchen, und zu dieser gaben Sie nur allzuviel Gelegenheit. Sie hätten bedenken sollen, daß der' schlechtere- Theil chW Matidnderjenige^ etwa/ Lew man eines solchen bittern Hasses vielleicht beschuldigen könnte, dieser Theil liest gar nicht, und ist durch Schürften nicht zu bessern. - Mröffentliche Anstalten, Gesetze Und Exempel wirkenauf diese rohe Masse, und zu diesen Gegenmitteln muß der bessere Theilder Nation bloß aufgemuntert, bloß erweckt werben; Bei dieser Gelegenheit muß aller Verdacht vermieden werden, als konnte sich dieser gesittetere Theil wol selbst dergleichen Verbitterung gegen ihre Mitmenschen zu Schulden kommen lassen. Aber freilich ist es thöricht, Sie Ihre Uebereilung oder Unvorsichtigkeit durch Verfolgung büßen zu lassen; Mein- Gott!' wissen diese Leute denn ihre Liebe gegen Christen nicht anders zu beweisen, als durch Haß gegen 'ihren Mitbrüder - der sie des Haffes beschuldigt haben soll? Welche Inkonsequenz! Kann' man diese von Menschen erwartendie noch gösunden Menschenverstand haben? — Sie haben indessen wohlgethanbester Herr Wolf! -daß Sie Ihre vm unglückte Vorrede habew Umdrucken lassen, und dabei förmlich Abbitte gethan. Sie haben dadurch alle Genugthuung widerfahren lassen, die man mit Recht von Ihren guten Gesinnungen erwarten konnte. Nunmehr haben Sie alles Recht aus Ihrer Seite, und die Gemüther werden sich sicherlich nach und nach beruhigen. Nun ist Ihnen, bester Mantt! noch die Gelassenheit zu empfehlen. Vermeiden-Sie alle Gelegenheit zu Streit und Wortwechsel. Lassen Sie eines und das andere über sich ergehen, so empfind-' lich es Ihnen auch sein möchte. Sie sind auch hierzu verbunden, nicht nur aus Liebe zu Ihrer Frau Und Ihren Kindern, sondernsogar aus Liebe zu dtr Nation. Wie unser Freund Basedow sehr wohldurch Vernunft und Erfahrung gewitzigt, in seinem freundschaftlichen Schreiben erinnert, kann ' dieser Vorfall für die Gemeine sehr übele Folgen haben. Wollten Sie wol auch nur die unschuldige Ursache dieser Folge sein? Nein, Freund! lassen Sie manches Härte Wort, manche Bedrohung vor Ohren gehen, auch hier und da in Handlung übergehen, ohne sehr über Verfolgung zu schreien. In einigen Mdnaten ändert sich vieles, und sie sind mit den Ihrigen wieder in Ruhe. Ueber'unfern guten Bruder, den berühmten Hartog Wessely, hatten sich vor einigen 'Monaten die fürchterlichsten Ungewitter züsaMmewgezo'gen, ulld zwar, wie Ihnen bekannt seift -wird, haben seine