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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-27 · Heft 48 (27.11.1843) · p. Seite 711

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 48 (27.11.1843)
Date
1843-11-27
Page
Seite 711 (sequence 7)
Language
German
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7M , Wer redlich und mit ganzer Kraft Im /kleinen. KreiseNützrn schafft (Deinhardstein) .der wird.gewiß Größeres leisten können, als Jemand -essen. Kraft schon' dadurch zersplittert wird', daß er sie anstatt auf einen Gegenstand zu konzentriren vielseitig ausstrahlen lassen muß, und der Grundsatz ist denn auch hier anwendbar, daß' je weiter ein Strahldringt, desto schwächer er wird. 'Aber es müssen .Lokalrabbiner angestellt-werden, wie sie in Mähren (und auch in Böhmen) bestehen sollten, wie ich sie .leider nicht gefunden, und wie sie auch allenthalben ffehlen. Ein Ober- oder Landrabbiner über diese zur strengsten Kontrolle, zum gewissenhaften aber auch leutseligen Vorstand gefetzt, der auch . im Wissen ,über die Lokalrabbiner stehen soll, und so das Oberhaupt eines mährischen Rabbinatskollegiums bildend — dies dürfte eine geistliche Anstalt werden, die segensvoll wirkend auch 'als Musteranstalt da stehen müßte, vorausgesetzt: daß selbst der Rabbiner bei der kleinsten Gemeinde klassische Bildung, wahre Religiosität (nicht Scheinheiligkeit und Frömmelei, wie man dies leider zu häufig findet,) und etwas mehr als genügende Kenntnisse im Hebräischen besitze. Würde aber nach Ansicht jenes gewiß gelehrten Herrn Berichterstatters nur Kreisrabbincr mit solchen Eigenschaften begabt, angestellt werden, dann wären die einzelnen Gemeinden, die nicht im Besitze des Kreisrabbiners sind, zu beklagen und zu bemitleiden. Sie würden mit ihren Rabbinern der-alten Zeit/ so lange noch selbe existiren, und so lange die Aufnahme derselben gestattet wird, immer in ihrem Dünkelmnd in ihren Fehlern,, und dadurch in,ihrer bisherigen schlechten Gestaltung verharren. Es ist'nur zum Wundern, wie jener Herr Berichterstatter für die Richtigkeit seiner Behauptung das segensreiche (Hört! Hört!) Wirken der böhmischen Kreisrabbiner aufstellt., Wie viele giebt es unter diesen, welche ihrem Zwecke und ihren Pflichten entsprechen? — Indem ich bemerke, daß es nicht an würdigen Ausnahmen fehlt, daß diese aber sehr selten sind, frage ich nun, worin besteht das segensreiche Wirken dieser Kreisrabbiner? — Bekümmern sie sich bei ihren Bereisungen der Kreise um den Unterricht der Jugend? — Fragen sie ob die Nachkommenschaft 'als Juden mit dem Worte Gottes vertraut werde? — Erscheinen sie mahnend und beleh-- rend, um das Herz und den Geist zur Andacht und zur Gottesverehrung zu erwecken und zu stärken % — Entfließt ihrer Lippe unaufgefordert und-unbezahlt das Balsam träufelnde Tröstungswort? Tragen sie dazu bei, daß die Schwankungen, welche durch den Jndifferentismus der letzten. Zeit herbeigeführt wurden, durch' ihr belehrendes und überzeugendes Wort vernichtet werden? — Forschen sie nach den einzelnen -Gebrechen der Gemeinden, und tragen sie dann zu deren Beseitigung wesentlich oder unwesentlich, mittelbar oder unmittelbar bei? — Q, wie viele Fragen könnte man noch aufwerfen, doch je größer ihre Zahl, desto größer das Trübsal bei der Beantwortung. Glücklich wären wir, könnte'-man diese Fragen nur allenthalben' mit einem Ja beantworten, dann wäre die Anstalt der Kreisrabbinate eine gesegnete, so aber — ist der Zweck ihrer Bereisung häuptsächlich ihre geleerte Kasse zu füllen, welcher Zweck nicht selten durch Erpressung erreicht werden soll. Selbst ihr Wirken als Lokalrabbiner in ihrem Wohnorte steht bei vielen noch weit hinter den Anforderungen der Zeit zurück,, und mehre'Gemeinden Böhmens, in welchen blos Lokalrabbiner ihren Sitz haben, die als ausgezeichnet da stehen, beweisen es klar und deutlich, um wie viel zweckmäßiger es wäre, wenn selbst in Böhmen nur-Lokalrabbiner bestünden. Daß aber solche Männer für Böhmen ein sichtbar gefühltes Bedürfniß sind, und daß man ihren Besitz selbst höhern Orts zu würdigen und zu schätzen weiß, beweist die Munisizenz, mit welcher so viele hochherzige und edeldenkende Dominien, auf.welchen sich jüdische Niederlassungen befinden, zur Kreirung von Lokalrabbinatsstellen beitragen. So wie denn in Böhmen überhaupt jene von Vorurtheilen gebaute Scheidewand, welche den Juden vom Christen trennte, nach und nach zu versinken beginnt. Als ein seltenes Beispiel dieser Art verdient Nachstehendes ausgezeichnet zu werden. Im September dieses Jahres starb in der Kreisstadt / Königgraz im Alter von achtundachtzig Jahren der allgemein .geehrteHerr Joseph Winternitz. Eine Deputation des dortigen Bürgerkorps bezeugte den Hinterbliebenen-im Namen der Schützengesellschaft ihr Beileid! und erbot sich, en parade in Uniform u. s. w. die Leiche zur Bestattung zu begleiten, was aber des großen Aufsehens wegen dankbar abgelehnt wurde. Hingegen ließen, die Stadtreprasentanten von ihrem . Galla-Lei-

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