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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-27 · Heft 48 (27.11.1843) · p. Seite 709

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 48 (27.11.1843)
Date
1843-11-27
Page
Seite 709 (sequence 5)
Language
German
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709 erzogener, moralischer und sehr umsichtiger, gewandter junger Mann gezeigt, welcher die ihm aufgetragenen Dienstgeschäfte stets mit der größten Pünktlichkeit ausführte, so daß er die Achtung seiner sämmtlichen Vorgesetzten genoß, und bei mehreren Gelegenheiten der Eskadron als Muster vorgestellt werden konnte, welches ich demselben aus eigenem Antriebe hiermit pflichtmäßig attestire. Derselbe würde zu höheren -Chargen empfohlen worden sein, wenn nicht eine Allerhöchste Verordnung diese Berücksichtigung für Individuen jüdischen Glaubens, im Frieden ausdrücklich untersagte. . Saarbrück am 30. September 1837. (gez.) Kayser. (L. S.) Rittmeister und Chef der dritten Eskadron Neunten Husarm-Regiments. Berlin, 13. November. Diesen Abend wurde bei festlicher Erleuchtung, zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Ihrer Majestät der Königin das von Herrn Baruch Auerbach nun auch gegründete und von' Sr. Majestät dem Könige bestätigte jüdische Waisen-Erziehungs-Jnstitut für Mädchen durch eine - religiöse Feier im Saale der jüdischen Gemeinde- Knaben-Schule eingeweiht und eröffnet. Nachdem von den Schülern der Lehranstalt und den Waisenkindern vorgetragenen Festgesang wurde von Herrn Baruch Auerbach eine dem Fest entsprechende Rede gehalten. Hierauf wurden die Kinder feierlichst eingesegnet und die Einweihung des neuen Instituts mit einem erhebenden Gesang geschlossen-. Nach Beendigung dieser Feierlichkeit' wurden sämmtliche Waisenkinder beider Erziehungs-Institute, 'Knaben und Mädchen, von der Frau Hof-Agentin und Ehrenmutter der Waisen Henriette Arnoldt, geb. Borchardt, in dem mit den bekränzten Büsten beider Majestäten — des Königs und der Königin — geschmückten Speisesaale festlich bewirthet.' Deutschland. Aus Schwaben, 12. 'November. (Privatmitth.) Die 'Gemeinde zu Wittelshofen entbehrte eines angemeffnen Gotteshauses. Kaum war der Gedanke eines Neubau's im Kultusvorstande entstanden, als der königl. Landrichter Mayer in Dinkelsbühl sich der Sache eifrig st'annahm, bei der königl. Kreisregierung die Erlaubniß einer Kollekte bei allen Israeliten des Königsreichs erwirktesich selbst an das Haus.Rothschild wandte, das auch 300 Fl. erfolgen ließ, und den Bau auf jede Weise förderte. Durch seine und des Vorstandes Bemühung steht nun ein schöner Bau vollendet, der in nächsten Tagen eingeweiht werden soll. Magdeburg, 19. November. (Privatmitth.) Die Augsb. Allg. Zeit, enthält in No. 311 aus Mainz.einen langen Artikel über die Stellung der Juden in Deutschland, der, obschon so gehalten, daß man zuletzt nicht weiß^ was er Eigentlich will, doch einige interessante Phrasen enthält. Zuerst behauptet er, daß in Gr. Hessen „die von dem Gouvernement einigemal' versuchte Erhebung von ge-, tauften Juden zu höheren öffentlichen Aemtern die entschiedenste Mißbilligung im öffentlichen Urtheile erfahren hat,", und will daraus den Schluß ziehen, daß nicht, die Religion, sondern die Nationalität der Juden dem Deutschen Widerwillen gegen die Juden einflöße. Das Faktum selbst kann schwerlich zugegeben werden, denn in Preußen sind häufig genug getaufte Juden Justizräthe, Land- und Stadt- Gerichtsräthe, Medizinalräthe, Bibliothekare, Professoren, Dekane, und kein Mensch hat etwas dagegen. Noch weniger aber läßt sich das Volk auf so feine, sophistische Unterscheidungen von Religion .und Nationalität ein. Der Jude ist ihm zuwider, weil ihm von Jugend auf von Eltern und Lehrern der- Jude als Gegenstand .privater und öffentlicher Schmä- Hungen vorgeführt, .und von Seiten der Regierungen als minder berechtigt, benachtheiligt, ja gedrückt gezeigt wird. Dies ist das ganze Geheimniß, und um dies zu entziffern, bedarf es wahrlich keiner gro-' ßen Bemühung. Wenn der Korr, darauf einen Blick nach Frankreich wirft, so hat er da den besten Beweis für unsere obige Bemerkung. Sobald die. Regierungen die Juden als gleichberechtigte Landeskinder behandeln, und Lehrer und Geistliche immerfort gegen die Juden zu schimpfen aufhören würden — würden Widerwille und Vorurtheil bald verschwinden. .— Nachdem der Korresp. nun ausgesprochen, daß die Religion der Israeliten, auch wenn deren Nationalität untergegangen wäre, bestehen bleiben würde, kömmt er auf die Petition gegen die

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