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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-20 · Heft 47 (20.11.1843) · p. Seite 695

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 47 (20.11.1843)
Date
1843-11-20
Page
Seite 695 (sequence 3)
Language
German
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695 nur wenige Juden heimathlich sind, fehlen, und endlich, weil viele der im. Jahre 1815 bestehenden Truppen keinen thätigen Antheil am Kriege nahmen, so Hadem nach jenem Verhältniß gedient bei den Linien-Jyfanterie-Regimentern 245 Juden, - - Kavallerie-Regimentern . . 60 - > - - Artillerie-Brigaden . ... 8 - - - Landwehr - Bataillonen und Schwadronen ... . . . 418 - .zusammen 731 Juden, eine Zahl, welche eher zu hoch als zu niedrig erscheint, wenn man erwägt, daß in 27 Friedensjahren, von 1816 bis 1842, im. Ganzen nur 3314 Juden im Heere dienten und ihre Zahl während dieser Zeit niemals mehr als 334, oft aber auch nur 150 bis 200 betrug." - —. Man hat es schon einmal, erfahren, daß man den Zahlenberechnungen der^ Allg. Preuß. Zeit, und den Folgerungen, die sie aus ihnen zieht, nicht allzu viel trauen darf. Eine Andeutung in der obigen Angelegenheit giebt folgender Artikel in der D. A. Z.: „Berlin', 8. November. Die letzte Nummer des Militärwochenblattes, und nach ihm die hiesigen drei Zeitungen, brachte die Zahl der Juden, die den Feldzug von 1813—15 mitgemacht haben. Ohne hier näher auf eine Untersuchung, dieser. Zahlen einzugehen, muß man die Unvollständigkeit dieser Liste einsehen, da. sie doch geständlich „nicht alle Truppen der. Armee," sondern nur „Truppen aller Provinzen" umfaßt. Man wird ferner zugeben, daß bei einem so großen und herrlichen Kriege „59 Linienbataillons, 21 Kavallerieregimenter, 4 Artilleriebrigaden, 52 Landwehrbataillone" nicht sehr in's Gewicht fallen. Uebrigens ist zu bedenken, daß im Jahr 1813 gar nicht viele Juden in Preußen lebten und daß'auch 1815 die Provinz Posen,' in welcher die Juden vom Militärdienste befreit sind, aussiel." —. Bedenkt man, daß die Juden die Befreiungskriege in großer Mehrzahl freiwillig mitgemacht haben, und daß Preußen damals nur aus Brandenburg, Pvmmern und Schlesien jüdische Soldaten zog:/ so sind selbst die angegebenen Zahlen nicht so ' sehr gering. - Trier, 1. November. (Privatmitth.) Die hiesige Zeitung enthalt folgenden interessanten Artikel: Wenn wir so oft in periodischen Blättern lesen von Zerwürfnissen und Spaltungen in jüdischen Gemeinden, welche größtenteils im Drange der Zeit, die alte Lehre mit dem neu erwachten Leben in Einklang zu bringen, ihren Ursprung'haben, indem in diesem an sich edlen Streben von einer Seite zu viel verlangt, von der andern nichts nachgegeben wird; so verdient ein Ereigniß vom 17. d. in der hiesigen Synagoge, als Beweis größter Einheit und schönster Harmonie, öffentlich bekannt zu werden. Unserm jungen Oberrabbiner Herrn I. Kahn, der seit seinem Amtsantritte hinreichend bewährt hat, daß es ihm mit dem Versprechen, unermüdet für sein großes und schwieriges Amt zu arbeiten und nach Innen und Außen in dem heiligen Berufe kräftig zu wirken, völliger Ernst war, hatte am genannten Tage, als am Tora-Freudenfeste, der Vorstand im Namen der Gemeinde eine erhebende Ueberraschung als Anerkennung seiner Leistungen zugedacht. Es wurde ihm nämlich in der Synagoge bei Ueberweisung der größten ritualen Ehrenbezeugung des Festes von einem Mitglieds des Vorstandes ein schöner silberner Pokal, mit der passendsten Inschrift versehen, überreicht und folgendes Schreiben auf die ergreifendste Weise vorgelesen: „Sr. Hochwürden dem Herrn Oberrabbiner „beehren sich Unterzeichnete bei Veranlassung des „heutigen Freudefestes dieser heiligen Tora, deren „Vollendung für das laufende Jahr Ihnen verehrt worden, die Anerkennung und Würdigung „Ihres religiösen Eifers und fortwährenden Stre- „bens, die Institutionen , unserer Gemeinde auf „Grundsätzen der Gerechtigkeit und Billigkeit zu „erhalten, ehrerbietigst zu bekunden. „Als schwachen Beweis unsrer innigen Dank- „gefühle wollen Sie diesen Pokal von einer Jh- „nen zur Seelsorge anverLrauten Gemeinde empfangen und die von ungeteilten Herzen fließenden Wünsche genehmigen, daß die eben Ihnen „vom Himmel erfleheten Segnungen zur Wahrheit werden mögen, und Sie so den Kelch des „Heils und der Wonne zum fernem Frommen „und segenreichen Wirken in unsrer Mitte leeren, „in dem Sinne unseres zur Inschrift gewählten „§kotto: Anerkenne den Weisen und er wird noch „weiser." (Spr. S. 9. 9.) < Der Herr Oberrabbiner, gerührt von dieser Ueberraschung, hielt nun mit weinender Stimme und

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