Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1843)
- Date
- 1843-11-13
- Page
- Seite 688 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«88 H. 15. Da die Bestimmung der Schutzbriefe^ „daß' dieselben den Inhabern in Ansehung ihrer Kinder nicht wefter dienen sollen, als bis die vom männlichen Geschlechts sich verhelrathensich nicht auf das Recht derselben zum Handel,, sondern nur auf das Recht zum Aufenthalte im Lande bezieht und dahin deklarirt werden muß, so ist sowol beim Hausirhandel, so wie beim Handel der Juden überhaupt der Grundsatz festzuhalten, daß durch den Schutzbrief nur dem Inhaber selbst für seine Person die darin bemerkten Handels-Befugnisse verliehen und dessen Angehörigen daher zu deren Ausübung für eigene Rechnung nicht berechtigt werden, sondern hierzu erst besonderer Konzession bedürfen. §. 16. Für den Gewerbeschein ist, so weit der- - selbe nicht unentgeldlich für Schutzjuden zum Hausirhandel und für Fabrikanten und Gewerbetreibende aus dem Inlands und den Zoll-Vereinsstaaten, nach der Bekanntmachung vom 20. Oktober 1836, um Bestellungen zu suchen und Aufkäufe zu machen, auszufertigen ist, eine Abgabe zu entrichten, welche 'die Kammer nach dem Umfange des Geschäfts zu bestimmen.hat." —. Man sieht also, daß man den Juden das Vorrecht zum Hausirhandel nicht verkümmern will. Personalnachrichten. S erzogt hum Nassau, 19. Oktober. (Didask.) Der Geist, der durch das Wirken unserer Landesregierung weht, zeigt sich immer Heller und deutlicher. Wie sie es mit alten, zeitwidrigen Vorurthcilen halte, davon giebt sie täglich erfreulichere Beweise. Einer der neuesten ist die Emennung des Dr. £. Herz in Weilburg zum Medizin alrath für den dortigen Bezirk. Es ist dies eine der ersten Stellen, die ein Mediziner bekleiden kann und ist dadurch das Prinzip ausgesprochen, daß ein Jude Staatsdiener werden kann. Diese Anerkennung vieljähriger Verdienste hat nicht nur in!ve», sondern auch in 'Wiesbaden bei allen Konfessionen 'die freudigste Sensation gemacht, was den stärksten Beweis liefert, mit welchem Unrecht man sich von gewissen Seiten her auf das Vorurtheil der Masse beruft. Als Herr Dr. H., Verschon einige und zwanzig Jahre lang den Gehalt eines Assistenten bezog, vor mehreren Jahren seinen Aufenthaltsort mit Wiesbaden vertauschen wollte, kam die Stadt Weitburg bei dem Herzog ein, daß man, um ihn dort zu halten, ihm eine'Gehaltszulage gewähre» möchte, und es geschah. So bewegt man. sich in unserem Herzogthum geräuschlos, aber sicher auf der Bahn des Fortschritts weiter. Literarische Nachrichten. Leipzig, im Oktober. (Privatmitth.) Der kleine Katechismus des vr. Philippsvn wird, gegenwärtig laut Nachricht aus Rotterdam und Preßburg in, holländischer und ungarischer Sprache erscheinen. Magdeburg, im Oktober. (Privatmitth.) ■ Von der Prachtausgabe des Talmuds, , die Anton Edler von Schmid und I. I. Busch in Wien erscheinen lassen, sind uns Tom. I. (ff. itd'-d) vollständig und von low. VI. Heft 1. (pap) und Heft 4. (waia) zugekommen. Früher erhielten wir bereits vollständig T. III. (ff. tnnDs), T. IV. (ff. wun ran),T. VII. .(•fittpssn 822 und 853p 822). Schon der Anblick dieser herrlichen Ausstattung macht Freude, und muß der rasche Fortschritt des großen Unternehmens den Dank des Publikums ernten. Madegburg, im Oktober. (Privatmitth.) Vom „Saron. Gesammelte Dichtungen von Dr. Ludwig Philippson" ist der erste Band vollendet, und zwar in sehr ansprechender Ausstattung. Er wird jedoch mit dem zweiten'Bande zugleich erst ausgegeben, der ziemlich bis in die Mitte gediehen ist. ' Berlin. Das Ministerium des Kultus soll einen Berliner Privatgelehtten mit der Herausgabe des ältesten Hebräischen Lexikons von Vleimokein-I)en-8eruL (auS dem neunten Jahrhundert) beauftragt haben und ihm dazu eigends eine Handschrift aus Leyden kommen lassen. (Br. Z.) Frankfurt am Main, I. November. (Prkvatmitth:) In dieser Woche werden die rabbknischen Gutachten der Presse übergeben.