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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-13 · Heft 46 (13.11.1843) · p. Seite 686

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 46 (13.11.1843)
Date
1843-11-13
Page
Seite 686 (sequence 6)
Language
German
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686 giren. Da aber alle diese Lokale nicht hinreichend waren, so hatte der Vorstand einen Speicher, drei finstere Treppen hoch, gemiethet, worin 3—460 Arme und Fremde gratis eingepökelt wurden! Muß dieses in der gvosteu Gemeinde Hamburgs so bleiben? Ja! denn es ist Niemand da, der dem Wunsche so Vieler, die es besser haben wollen, entgegen kymmt; im Gegentheil, sie werden von dem Alten zurückgedrängt. Wie bekannt, haben diese einen Bund geschloffen und beschworen, daß auch nicht Ein altes Nigunchen verändert oder abgeschafft werden darf. Und da-nun diese Alten die einzigen Schulbesucher sind, weil sie die Verfallenheit nicht einschen wollen, so behaupten sie. den Platz und ' singen la Victodre est u Nous. Dem.Anscheine nach kann dieses Uebel noch 20—30. Jahr anhalten, obschon um uns herum so viele Synagogen sich herrrlich und, gottgefällig erhoben haben. Am besten steht sich der Tempel dabei; bald wird der neue in aller Pracht, dastehen, und noch mchr besucht werden. Sollte da, wie verlautet,, auch täglicher Gottesdienst, ganz nach portugiesischem Ritus eMgeführt werden, so wird er sicher die besuchteste Synagoge. Viele der Alten besuchen schon längst den Tempel, so beschränkt auch der Platz dort ist, selbst die Töchter und Söhne der Frommsten, unter den Alten versäumen keine Sabbatandacht, weil sie dort alles finden was ihnen die Hamburger Syn. nicht leisten will. Die Väter sehen es, und müssen schweigen, sie haben keine -Gründe sie zurück, zu. halten. Undmerkwürdig genug, die jungen Leute, so sehr sie dort Erbauung finden, wünschen doch immer, daß sie diese in der Syn.,finden mochten! — Ich selbst, ich gestehe es, gehöre noch zu den wenigen Alten, die keine Betstunde, auch nicht am Wochentage in der Synagoge verabsäumen; ich halte mich an den Spruch des weisen Königs: „Verachte deine Mütter nicht, weil sie gealtert hat;" — aber wie oft weine ich dort-bittre Thränen, wenn ich alles dort verfallen sehe, wenn nichts mehr da ist von dem alten-Schönen, was die-Andacht zu seiner Zeit so sehr erregt hatte, und wenn ich bedenke wie alles dieses-so anders', so besser sein kann, so ganz wie es schon, in minder zahlreichen und minder vermögenden Gemeinden der Fall ist, wenn wir nur Einen hätten, der es vermag und zugleich von der Heiligkeit der Sache durchdrungen wäre. Almauni. Aus Baiern, irn 'November.. (Eingesandt.) (Vorbemerkung der Redaktion. Die Zuschrifteiner Anzahl' der achtbarsten, zum- Theil auch literarisch bekannten Lehrer in Baiern belehrt uns, daß die Erwiderung des Herrn Bamberger in No. 38 tiefer greift, als es uns zuerst schien, und daß es ■ daher billig ist, in dieser Angelegenheit noch einmal das Wort zu gestatten. Da eine Redaktion eben so wenig untrüglich ist, wie irgend eine andre menschliche'Instanz, wird man dies nicht als Wankelmuth der Redaktion ansehen.j Man will dem Lehrer Bamberger in Fürth weder die Ehre streitig machen, sich selbst zum Vertheidiger der Hyper-Orthodoxen aufzuwerfen, wie er in No. 38 d. Z. gethan, noch ihm den selbst verkündeten Ruhm schmälern, im I. ^836 Ausschuß- Mitglied gewesen zu sein. Wenn er aber in diesem seligen Nachgefühl seiner Thatigkeit auch an die Oeffentlichkeit heranM treten, Offenkundiges abzuläugnen, Thatsachen zu entstellen und zur Freude unsrer Hierarchen seine Standesgenossen zu schmähen und zu höhnen wagt:. 1 dann muß man diesem Ritter der traurigsten Gestalt sein Recht anthun und ihm, wie's paßt, erwiedern. Jedermann weiß — Herr B. jedoch wie billig ausgenommen'— daß bei dergleichen Versammlungen nur deren Beschlüsse, nicht aber die ihrer Ausschüsse in Betracht kommen; der ganze hochgelahrte Kram in No. 38 war also ganz überflüssig herangebracht. Wol war. die, besonders damals so wichtige Frage — von der nach allerh. Reskript die sofortige Ausstoßung ifrael. Schüler von allen öffentlichen Anstalten abhing — bei dem Ausschuß, der aber auch zu zwei Drittel aus sogenannten Laien bestand, so viel als durchgefallen. Zum Aergerniß B.'s und seines Gleichen wurde sie aber in der Versammlung selbst,, vornämlich auf die sachdienliche Anregung einiger Lehrer in mehrere Fragen zerlegt und so das in No. 32 .d. Z. refenrte Resultat erzielt. Wenn hierbei unter 46 Lehrern drei (nicht acht wie B. sagt) für das Schreiben der Gymnasiasten rc. am Sabbat stimmten, so hat sie hierzu vielleicht die mildre Ansicht des öldn") bestimmt. Dazu aas'» und "n iibpn '•’D idem mit "in “ib conf. nb n'rr.

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