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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-13 · Heft 46 (13.11.1843) · p. Seite 685

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 46 (13.11.1843)
Date
1843-11-13
Page
Seite 685 (sequence 5)
Language
German
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685 einstimmiger. Die Minorität hat die Gründe ihrer abweichenden Ansicht in ein Separat - Votum niedergelegt; diese sollen im Wesentlichsten darin bestehen, daß es den Synoden nicht zukomme, sich in die bürgerliche Gesetzgebung zu mischen; daß bei der Weisheit des Gesetzgebers keine Gefahr für die Kirche zu fürchten, vielmehr dessen Aufforderung zum Gutachten abzuwarten gewesen, daß schwerlich ein Beweis' unserer Christlichkeit aus der fraglichen Verwahrung würde entnommen werden und daß die durch verbreitete Flugschriften gegen die Juden-Emanzipation entstandene Aufregung, durch Synodal-Erklärungen, besonders jetzt, vermehrt werden würde. Breslau, im Oktober. (Privatmitth.) Es ist "das Erfreulichste, einen Blick auf Anstalten zu werfen, die, obschon von kurzer Dauer, schon schöne Erfolge erreicht haben, dabei aber die Erfahrung sich genugsam zu Nutze machen, um .ihre Fortbildung nicht zu unterlassen. Wir meinen heute das israelit. Handlungsdiener-Jnstitut hier, dessen umgearbeitete Statuten und Bericht über seine zehnjährige Wirksamkeit so eben im Druck erschienensind. Der Verein, der aus 147 ordentlichen Mitgliedern (Kommis) und 149 außerordentlichen (Kaüfleuten) gegenwärtig besteht, hat die schönen Zwecke . 1) die wissenschaftliche Ausbildung hiesiger israelitischer Handlungsdiener und Handlungslehrlinge, durch Unterricht in den wesentlichsten dem Kauf- . . manne nöthigen Kenntnissen zu befördern; 2) den Mitgliedern des Vereins in ihren künftigen Verhältnissen zum ferneren Fortkommen behülflich zu sein; und 3) dieselben, sofern sie unverschuldet in Bedrängniß gerathen, nach Maßgabe der für diesen Zweck ausgesetzten Mittel zu unterstützen. Es werden regelmäßige Unterrichtskurse von besoldeten Lehrern, viermal von 8—10 Uhr Abends, sowie an einem fünften Abende wissenschaftliche Vorlesungen gehalten, kranke und ohne Verschulden in Verlegenheit gerathene Mitglieder unterstützt und für das Placement stellenloser Mitglieder so weit möglich gesorgt. Die Verwaltung ist höchst-regelmäßig; ordentliche Mitglieder, die drei Jahre dem Verein angehört und unbescholten waren, erhalten beim Austritt ein Diplom. Jedes ordentliche Mitglied zahlt jährlich 2 Ehlr., das außerordentliche beliebig. Außer dem freiwilligen Ausscheiden kann-auch ein unfreiwilliges statt finden, nämlich auf den. durch das Kuratorium zu bestätigenden Beschluß des Komitö wegen wirklicher Verbrechen oder ^solcher Vergehungen und Handlungen, ' die mid dem Begriffe der. bürgerlichen Ehre nicht vereinbar sind. In den verflossenen zehn Jahren hat der Verein allein 1160 Thlr. Honorare an die Lehrer verabreicht, und doch bei sonstigen vielen Ausgaben einen Fond von 1800 Thlrn. gesammelt. — Unser Wunsch geht allseitig dahin, daß der Verein immerfort reich an Mitgliedern, an Interesse und Kräften bleibe. Warum vermissen wir aber unter den Lehrgegenständen ganz und gar die Religion. Ist diese Lehrlingen wie Dienern nicht oft um so nothwendiger, je mangelhafter in der Heimath der -Religionsunterricht oft noch war? Meurs, 28. Oktober. Nach den frühem "Statuten des Meurser Bürger-Schützen-Vereinskonnte kein Jude — Schützen-König werden. Jetzt sollen die Statuten gedachten Vereins umgeändert und die Juden darin für emanzipirt erklärt — mithin König werden können. Brav, ihr wackeren Meurser! Nur immer vorwärts! (Ach. Z.) Deutschland. Hamburg, 28. Oktober. (Eingesandt.)") Die heiligen Feiertage sind dahin, und in unserer Synagoge herrscht noch die alte Verfallenheit, ja wenn möglich, wird's noch täglich schlimmer. Wir hatten nämlick, noch vor sechs Jahren vier Synagogen. Eine ist eingegangen, die zweite, und.zwar die älteste ist dem Einsturz nahe, und mußte schon längst gestützt werden; die dritte ist abgebrannt, alles läuft nun nach der vierten und Einzigen, die gar nicht groß, und jetzt noch beschränkter ist, zü der, nach der sogenannten neuen Verordnung Niemand zugelassen wird, der nicht eine Stelle hat, damit der Mittelraum frei bleibe. Dadurch entstand in den letzten Festtagen eine Unzahl Minianim, die sehr viele Liebhaber finden, um da als Chasan zu fun- *) Aicht von unferm gewöhnlichen Korrespondenten. Redakt.

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