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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-06 · Heft 45 (6.11.1843) · p. Seite 673

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 45 (6.11.1843)
Date
1843-11-06
Page
Seite 673 (sequence 9)
Language
German
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673 Oesterreich. Groß-Carrischa, 1. Oktober. (Privatmitth.) Bei der so vielfach wiederholten Klage, daß jüdische Wissenschaft von jüdischen Reichen weniger als gebührlich bedacht und berücksichtiget werde, verdient es gewiß in größeren Kreisen bekannt zu werden, daß hierorts seit mehreren Jahren ein, von der sel. Frau Lea Löwenstein herrührendes,Legat besteht, dem zu Folge nach jedem Triennium ein lediger, mit minh versehener Rabbinats - Kandidat den Betrag von 600 fl. W. W. als Aussteuer zu seiner Verheirathung erhält. In, der heutigen, vormundschaftlichen Sitzung wurde gedachte Summe für diesmal dem Rabb. Kand. H. Joseph Szanto, dem Sohne des hiesigen sel. Rabbiners Meier Sz. zugesprochen. Es ist zu wünschen, daß Herr Sz., ein tüchtiger, philosophisch und theologisch durchgebildeter junger Mann, recht bald einen, seinen Kräften angemessenen Wirkungskreis im Vaterlande findet. Es ist sehr zu bedauern,' daß selbst die ungarischen Gemeinden, welche ihre Rabbinate mit wissenschaftlich gebildeten Männern besetzt zu sehen wünschen, bei der Wahl ihrer Rabbiner nicht immer mit der nöthigen Unbefangenheit zu Werke gehen. Vielen Lesern dieser Blätter wird noch der Konkurs erinnerlich sein/ welchen eine Gemeinde im Csongrader Komitate in diesem Jahre ausgeschrieben. Hält man gegen diesen Konkurs die Wahlangelegenheit, wie sie jetzt besteht; ,so kann man sich des Ausrufes:?ürturiunt wootes nuseitur riöiculus wus nicht enthalten. Groß-Canifcha, 18. Oktober. Während die Veredlung des Gottesdienstes sichtbar fortschreitet,— für die abgelaufenen Festtage wurden -einige wesentliche Verbesserungen vorgenommen, — die Gemeindeschule sich einer sehr sorgfältigen Pflege erfreut, und der seit anderthalb Jahren bestehende „Verein zur Verbreitung nützlicher Handwerke unter der israelitischen Jugend" seine gemeinnützige Thätigkeit immer mehr entfaltet, ist man in unserer Gemeinde so eben damit beschäftigt, einen Verein zu gründen, dessen Tendenz sein soll „die Kenntniß ungarischer Sprache, Literatur und Geschichte unter der Heranwachsenden Jugend zu verbreiten." Auch unser Talmud-Tora-Verein ist im Begriffe seine Wirksamkeit auszubreiten. Bisher hat derselbe für den Unterricht armer Knaben 400 fl. W. W. jährlich an die Schulkaffa bezahlt. Für das nun begonnene Schuljahr wird von gedachtem Vereine eine Gemara- Klaffe kreirt, und wir dürfen hoffen, in Zukunft manches geistig begabte Kind für jüdische Wissenschaft erziehen zu können. Alle diese Erscheinungen sollten auch unsere benachbarten - Jsraelitengemeinden zu zeitgemäßen Bestrebungen wecken. Wie leicht könnte dann die, vom hiesigen Rabbiner in Vorschlag gebrachte Komitats-Zentral-Schule in's Leben gerufen werden! Wie unaussprechlich viel Gutes könnte durch eine solche. Schule gestiftet werden! Pesth, 13. Oktober. (A. A. Z.) Seit einigen Jahren haben sich hier mehrere englische Missionäre niedergelassen, deren Zweck es ist Juden zum Christenthum zu bekehren. Es ist ihnen auch gelungen während dieser Zeit durch Geld und allerlei Verheißungen mehrere Proselyten zu werben, die aber freilich fast alle zu der Hefe des Volkes gehören. Nun ist hier in deutscher Sprache mit Erlaubniß der Zensur eine Broschüre betitelt: „das Missionare Treiben in Ungarn," erschienen, die zwar in schlechtem Deutsch geschrieben ist, aber mehrere treffende Bemerkungen enthalt und vieles Licht auf diese Bestrebungen verbreitet. Man glaubt daß ihnen bald durch die Obrigkeit ein Ziel gesetzt werden wird, um so mehr als eS heißt, daß diese Anglikaner ihre Netze auch auf Katholiken auszubreiten beginnen. Das Haupt dieser Missionäre, ein Schottländer Namens Duncan, ist vor einigen Tagen nach England abgereist. — Großbritannien. Hamburg, 29. Oktober. (Privatmitth.) Es wird berichtet, daß bei der letzten so sehr bedeutungsvollen Parlamentswahl in der City von London, deren Haupttag ein Sonnabend war, die Juden erst nach Sonnenuntergang erschienen waren und sich noch obendrein über die Rücksichtslosigkeit beschwert hätten, ihnen zur Eidesleistung nur ihren Ruhetag anzuweisen. In Deutschland wird hieraus leicht bewiesen werden, die Juden seien eben nicht werth, daß sie die Sonne bescheint. Anders in England. Dort nahm das-Publikum Parthei für die Juden -und erklärte die Einrichtung für 4L»

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