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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-06 · Heft 45 (6.11.1843) · p. Seite 672

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 45 (6.11.1843)
Date
1843-11-06
Page
Seite 672 (sequence 8)
Language
German
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672 10. Rezitativ. Tenor. „Israel siegt einen ewigen Sieg durch Gott, Nie werdet ihr zur Schande, nie zur Schmach!" 11. Rezitativ. Sopran. Wird aber in dem fernen Lande Bestehn der alten Lehre Band? Die Sitte, die die Väter lenkte, Der Schatz, um den die Welt sie kränkte — Entsinkt er nicht der kcaftberaubten Hand? . 12. Terzett. Sopran, Tenor und Aaß. Der Herr allein ist ohne Wandel. Er ist, er dauert immerfort. Und wandellos ist seine Lehre, Und ohne Wandel ist sein Wort. Doch wir, der Erde schwache Sprossen, Sind stetem Wechsel untetthan; Der Strom, in den die Zeit geflossen, .Verändert ewig Bett und Bahn. Die Form durchschweifet weite Kreise, Bis sie zum Ursprung wiederkehrt. Die Form sei edel, doch der Weise Sieht in der Form nicht allen Werth. Entflohen Tonkunst auch und Rede Aus Jakobs Gotteshäusern scheu: Die Zeit erschien , da schwand die Oede Und Lied und Wort erblühten neu. 13. Duett. Sopran und Naß. Aus höh'rer Welten Stamme Der Tonkunst Macht entspringt. Die mit gewalr'ger Flamme Die Seelen aufwärts schwingt. Sie ist uns Trost im Leide, Ist Botin unsrer Lust; Zur reinsten Gottesfreude Erhebt sie unsre Brust. 14. Quartett. Der schwachen Menschheit Kreis durch dringet Ein Strahl aus einer bessern Welt, Der Reichthum ihrer Armuth bringet Und ihren Lebenspfad erhellt. Die Sprache ist's, die unsrer Brust entquillt, In der des Geistes Leben sich enthüllt. Sie bricht dem stummen Drang der Herzen Die nicht mehr einsam enge Bahn, Sie zündet uns die tausend Kerzen Zu unserm Wirken freundlich an; Und höher noch erhebet sich ihr Werth, Wenn sie uns unfern Schöpfer kennen lehrt. Am tiefsten fühlen wir den Segen, Der in der Muttersprache blüht; Sie tönt in unsrer Pulse Schlägen, Lebt uns im innersten Gemüth. Die Muttersprache, hold und stark und rein, Sie muß auch unsres Betens Sprache sein! 15. Rezitativ und Chor. Alt. Und so entstand dies Haus, dem Herrn geweiht, An dessen Wohlfahrt sich die Welt erfreut. Es tönet hier die Harfe Zions wieder. Und deutsch sind unsre Reden, unsre Lieder. Hier wurden Isür ganz Israel erneut Die Schätze aus der gotterfüllten Zeit, Und einig mit der deutschen Brüder Chor Hebt die Gemeinde Jakobs ihren Blick empor, 16. Rezitativ und Chor. - „Israel siegt einen ewigen Sieg durch Gott, Nie werdet ihr zur Schande, nie zur Schmach!" 17. Rezitativ und Schluß-Chor. Darum erhebt sich froh und kühn Heut unser Tempelbund. Des Schutzes, den ihm, Gott verliehst, Rühmt froh sich unser Mund. Er bleibe Licht- und Segensquell - Auf immerdar für Israel; Stets sei ihm Heil und Segen nah, Hallelujah, Hallelujah!

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