Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1843)
- Date
- 1843-10-30
- Page
- Seite 661 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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661 als Quelle der Schönheit und Herrlichkeit, die Gefühlswelt vbi?; die letzten Gott als Allmacht und Schöpfer alles Seienden, äVu» natura naturans. — Der Verf. verfolgt nun die weitere Ausarbeitung dieses Stoffes, namentlich die Figuren, un-> ter denen man die zehn Sephkroth darstellte, und aus denen später die praktische Kabbala hervorging. Zuletzt stellt er die sonderbare Idee des Sohars vom Sturz und der Wiederherstellung in der Sphäre der göttlichen Attribute selbst, von einer Schöpfung, die verfehlt war, weil Gott nicht mit ihr herabgestiegen, um darin zu wohnen, dar. Die Kabb. knüpfen dies an die sieben Könige Edom's im 1 B. Mos. 37, 31—40. Es war eine ünvollkommne, tumultuöse Emanation, weit der primitive Mensch, der sich in der Trennung der beiden Geschlechter erhält, von Gott noch nicht geschaffen war, d. h. die Form des Seins, in welcher Gott gegenwärtig ist, ohne daß er es selbst' ist. Diese Schöpfung ist aber nicht gänzlich untergegangen, da Nichts, was ist, aufhören kann zu sein, sondern sie ist zu einer rein passiven Existenz, der Züchtigung der schuldigen Seelen, geworden. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung aus No. 15.) Gereicht aber der Stand der Aerzte und Advokaten dem Judenthume in Galizien zur Ehre, so gereicht es ihm, wir muffen eS leider aufrichtig gestehen, sehr wenig zum Nutzen. — In einem Lande, wie Galizien, wo es der gebildeten Rabbiner so wenige und der, an die Spitze einer geistigen Bewegung zu tretenden, wir können es dreist sagen, noch gar keine giebt, da, ist es Wicht der bessern Privaten, die mit höheren Kenntnissen und Einsichten begabt, mit warmer Sympathie und Liebe, ja mit Mitleiden für die Ihrigen erfültt, und überdieß mit Achtung und Zutrauen allerseits beglückt sind, sich wenigstens der verwahrloseten traurigen, innern Zustände ihrer jüdischen Brüder um sie her anzunehmen und ihnen eine bessere Zukunft vorzubereiten. — Wir wollen in vonorew sprechen. Können es z. B. die gebildeten jüdischen Aerzte und Advokaten, die doch gewiß wissen, was ein herzerhebender Gottesdienst ist, was eine wahrhafte religiöse Erbauung zu leisten vermag, und was hingegen ein, aller Ordnung und Harmonie entbehrendes, dem Kopfe unverständliches, dem Herzen fremdes ^Ableiern der Gebete (Oawenen) für unselige Folgen von Geistesdumpfheit und Fanatismus einerseits, so wie von Jndifferentismus,. Irreligiosität und Abfall andererseits, im Gebiete des Judenthums und noch obendrein welchen Hohn und Spott von Seiten der Nichtjuden haben muß — können diese, frage ich, es über sich gewinnen, an die Einführung eines zeitgemäßen Gottesdienstes nach dem Muster so vieler schönen Vorbilder im Kaiserstaate selbst (als Wien, Prag, Pesth, Töplitz, Arad, rc.) gar nicht zu denken? Eines von Beittzn, entweder diese gelehrten Kasten stehen dem Judenthume ganz isolirt gegenüber, besuchen nie ein jüdisches Gotteshaus, wollen daher auch davon nichts wissen, dann traurig genug, wenn dem so wäre, indessen wir wollen zu ihrer eignen Ehre es nicht hoffen; — oder sie nehmen an dem alten Schlendrian Antheil, dann — wie sich vom Vorwurf, der Heuchelei, Inkonsequenz und Schwache rein waschen?— Als ich Lemberg besuchte, erzählte man mir, daß einige der Herren Aerzte und Advokaten am so eben — damals— verflossenen Neujahr (n""i) wo man gewissermaßen ex usu, patruni sich an einen israelitischen Gottesdienst erinnert, und im richtigen Gefühl daß sie, wie alle Besserdenkenden in einem solchen Kultus keine Erbauung finden können, keinem heiligen Ersatz im Schooße des Judenthums wenigstens einmal im Jahre für die großen Opfer für dasselbe im ganzen Jahre — nunmehr beschlossen in Lemberg einen, etwa dem Wiener ähnlichen Tempel, mit einem zeitgemäß refocmirten Gottesdienst, harmonischen Sängerchor, und einem, der Redemacht begabten Prediger, zu gründen. Schön freueten sich daselbst alle Bessern in Israel, und selbst alle bessere christliche Mitbürger zollten den schönsten Beifall. Wirklich wurde auch eine Subskription eröffnet, die den besten Erfolg versprach, allein (aus kleinlichen, persönlichen Konflikten zwischen einigen der Betheiligten!) wurde bald die Sammlung unterbrochen, der Plan aufgegeben und Tempel sammt Prediger und Sängerchoc der tiefsten Vergessenheit überliefert *). — Allein nicht nur negative (Nichtsthun für das *) Daß alles dies doch ausgeführt wurde, wissen