Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1843)
- Date
- 1843-10-30
- Page
- Seite 651 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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651 Herr Dr. Auerbach hielt eine der ernsten Feier dieses Tages würdige Predigt. Der-enge Raum konnte die Menge der Zuhörer nicht alle fassen, die, auch einmal im Jahr, die Lehre Gottes vernehmen wollen. , K—m. Aus Baiern, 7. Oktober., Durch eine im Laufe dieses Jahres erlassene Regierungsverfügung ist den Juden der Handel mit Hopfen angeblich wegen Fälschungen von nun an untersagt. Die Regierung scheint dabei von dem Grundsätze ausgegangen zu sein, daß der wohlverdiente Ruf, welchen dieser wichtige Artikel der landwirthschaftlichen Produktion nach außen genießt, um jeden Preis ungeschmälert erhalten werden müsse. Die Vorstellungen, welche die Betheiligten, denen sich auch eine Anzahl Produzenten anschlossen, um Aufhebung des Perbots an die höchste Stelle.gerichtet, sind bis jetzt ohne Erfolg geblieben. . Die D. A Z. und Speiersche Zeitung veröffentlichten unterm 29. September den Inhalt eines Königl. Reflripts wegen Bildung von Mäßigkeitsvereinen in allen Gemeinden der Pfalz, wo §. 2. lautete: „Mitglied des Mäßigkeitsvereins kann jedes Individuum werden, das sechzehn Jahre alt- .Bekenner einer der drei christlichen Konfessionen und Ortsbürger derbetreffenden Gemeinde ist." Zum Glück ist es eine bekannte Thatsache, daß die Juden-keine Mäßigkeitsvereine brauchen. — Jndeß erklärt die Speiersche Zeitung vom & Oktober, daß die ganze Sache eine Erdichtung sei. Darwstadt, 9. Oktober. Das heute erschienene Regierungsblatt No. 30 enthält eine großherzogl. Verordnung vom 1. September, die Beschneid ung der ifra elitischen Kinder betreffend, welche Folgendes verfügt: 1) Die Beschneidung israelitischer Knaben darf nur vonsolchen Personen vorgenommen-werden, -welche rücksichtlich der dazu erforderlichen ' technischen. Fertigkeit von - dem Physikatsarzte ihres respektiven Wohnortes geprüft worden sind, in dieser Prüfung bestanden haben und welchen ein phyflkatsarztliches Zeugniß darüber ausgestellt worden ist. -2) Die Beschneidung kann nicht anders', als in Gegenwart eines zur Praxis in der Heilkunde befugten und verpflichteten Arztes und wenn derselbe die Operation nach der Beschaffenheit des Falls für ungefährlich erachtet, vorgenommen werden. 3) Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen - sind gegen denjenigen, welcher die Beschneidung veranlaßt hat, , mit einer Polizeistrafe von 5 bis 20 fl.,^ gegen den Beschneider selbst aber mit einer solchen von 10 bis 50fl., vorbehaltlich der allenfalls nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs verwirkten Strafe, zu ahnden. Uneinbringliche Geldstrafen werden, für den Lüg-40 Kr. gerechnet, im Gefängniß verbüßt. Oesterreich. Pesth, im September. (Fortsetzung u. Schluß.) Diese Treue und Festigkeit giebt der Jsraelite, heißt es nun im zweiten Theile, zu erkennen, wenn er nicht bloß selbst äußerlich in dem religiösen Verbände bleibt und beharrt, sondern wenn.er erstens auch die Seinen hiezu erzieht und anleitet und ihnen Liebe zur Religion einflößt; wenn er zweitens an die Glaubensgenossen sich brüderlich anschließt zur Beförderung religiöser und gemeinnütziger Zw ecke; wenn er endlich drittens einen wahrhaft frommen Wandel führt und dadurch an Lugend und Sittlichkeit sich auszeichnet. — Möge aus diesem Theile auch eine aus mehreren ähnlichen Stellen hier Platz finden: ■-— „Was nützt es, daß man selbst nicht „ruchlos genug ist, der Religion den Rücken'zu „wenden, wenn man kein Bedenken trägt den „Kindern mit eigenen Händen die Brücke zum . „Uebergüng zu bauen, wenn man ihre ganze-Er-" „ziehung so einrichtet, "daß ihr einstiger Abfall- - „mehr als wahrscheinlich wird? Was steht über-' „Haupt zu hoffen von einem Geschlechts',- das nicht" „in der Liebe und Furcht.Gottes erzogenwird/- „das ohne alle Kenntniß und ohne alle Uebüng' „der Religion, ohne Sinn und'Gefühl für Religion', heranwächst, das in der zartesten Jugend „schon durch so mancherlei feindliche und spöttische „Aeußeruirgett, die es im eigenen Hause zu hören „bekommt, Verachtung und Widerwillen gegen „den Glauben der Väter und gegen die Glau- „bensbrüder einsaugt? Nicht bloß für Israel, für „die Menschheit, für das Vaterland geht ein selbes Geschlecht verloren, sondern auch' für sich „selbst; es reist zu seinem eigenen Unglück und