Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1843)
- Date
- 1843-10-23
- Page
- Seite 644 (sequence 8)
- Language
- German
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„lange wahrt und kein freundlicher Stern sein „Licht hineinwirst." — - „Keiner als Israel ist unter dem Knecht „Gottes gemeint, von dessen Leiden und einstiger Verherrlichung der Prophet spricht, von. dem „er verheißt, daß die Völker einst dahin kommen, „zu sprechen: „„Wer hätte unserer Erfahrung ge» „„glaubt! Der Arm des Herrn, siehe, auf wem „„offenbarteer sich! Wie ein schwaches Reis wuchs „„es hervor, wie eine Wurzel aus dürrem Lande „„—Hatte keine Gestalt, keine Anmuth, daß „„wir's anblickten, kein Ansehen, daß wir an ihm „„hätten Wohlgefallen gehabt — War verachtet „„und verlassen, den Schmerzen Preis gegeben, „„mit Leiden wohl vertraut; als habe Gott sein „„Antlitz vor ihm verborgen, so ward's von uns „„verachtet und gering geschätzt — Und doch trug „„es nur Leiden von uns, lasteten nur Schmer- ,,„zen von uns auf.ihm — Unser Frevel war's, „„von dem es zu Boden gedrückt, unser Unrecht „„war's, von dem es zermalmt wurde. Das was „„wir ihm zur Last legten, war nur Folge der „„Ungerechtigkeit die wir an ihm begingen."" — — Genug, es' ist entschieden, Israel hat nach „den Worten der Schrift seine Religion, seine Le- „bensaufgabe, seine Stellung unter den Völkern „unmittelbar von Gott überkommen. —- „Und wir können uns von dieser unserer Berufung „nicht lossagen, ohne uns der sträflichsten Aufleh- „nung und Empörung gegen Gottes heilige An- „ordnung schuldig zu machen. Hier heißt es offenbar: Was Gott gebunden, kann der Mensch „nicht lösen. *7 sroa 12b NIL fr-nn. Die „Lehre, die wir durch Moscheh erhalten, ist ein „Erbe der Gemeinde Jakobs, pdvn iib 'iiw, „bemerken hinzu unsere Weisen."—- — --„Der Glaubensbund, der auf Sinai „geschlungen wurde um* Israels Stämme kann „seine Geltung, seine verbindliche Kraft zu keiner „Zeit für uns verlieren.' Sein wesentlicher Gehalt „steht außer aller Verbindung mit dem Besitz des „heiligen Landes, ist über allen Wechsel der Zeit- „und Ortsverhältniffe erhaben, und kann unsrer „Willkür, unserm Hange nach äußerer Freiheit „nicht Preis gegeben sein." — tonia üsVi „natu nis n'ro '■oa»-—-- -„Und darum haben wir, meine Ge- „liebten, auch mehrere prophetische Worte, in wel- „chen hieewige Erhaltung Israels, und seiner ge- „heiligten Lehre verheißen wird, die es im Namen „der ewigen Wahrheit verkündigen, daß, wie auch „im Wogengedränge der Jahrtausende Reiche und „Völker spurlos schwinden und untergehen, Israel „von diesem Schicksale verschont bleiben, soll. — „„Nur wenn — spricht der Ewige durch den Pro- „„pheten Jeremiah — „„die Gesetze der Natur „„aufhören werden, vor meinem Angesichte und „„auf mein Geheiß zu wirken, V-n öa nr»ftn irmu)-', soll auch der Saame „„Israels aufhören ein Volk vor mir zu sein."" „Wir Können es uns gefallen lassen, wenn sich „die Genossen andrer Bekenntnisse den Namen „Israel beilegen, und alle die Schriftstellen, wo „von einer bessern Zukunft Israels die Rede ist, „als schön an sich in Erfüllung gegangen erklären. -„Daß aber unter bn-iw-' nur das alte Volk „Israel, die leiblichen Nachkommen des Patriar- „chen gemeint sein können, das kann keine Aus- „legungskunst in der Welt wegdeuten. — „Verheißt nun aber das Wort Gottes, daß wir „nie aufhören werden ein Volk.vor ihm zu sein; „so versteht es sich von selbst, daß wir hierin den „Auftrag hören müssen stets ein Volk vor ihm zu „bleiben, was nur geschehen kann, durch treues „Festhalten an der angeerbten Lehre, durch sorgfältige Bewahrung unsrer höhern, religiösenVolks- „thümlichkeit. Und dieser ausdrückliche Auftrag „Gottes, der fast auf jedem Blatte in der heiligen „Schrift zu lesen ist, ist es auch, der jedem gewissenhaften Israeliten immer vor Augen schwebt, „der ihn mit unauflöslichen Banden an die va- „terliche Religion fesselt und ihm Kraft und Be- „harrlichkeit verleiht, seines Glaubens wegen das „Schwerste zu tragen und zu dulden." — — Die Treue und Festigkeit, womit der Jsraelite seiner Religion anhängt, gründet sich endlich drittens auf das höhere Ehrgefühl, welches lieber das Unverschuldete freiwillig tragt, als hierin sich.schwach und nachgiebig zeigt. — --— „Des Geistes höchstes Gut ist seine „Würde, und diese nichts Anderes als seine feste „Anhänglichkeit an das Wahre und Gute, das er „selbst als solches anerkennt, als sein unbedingter „Gehorsam gegen, das Gebot, das ihm selbst ein-