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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-23 · Heft 43 (23.10.1843) · p. Seite 643

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 43 (23.10.1843)
Date
1843-10-23
Page
Seite 643 (sequence 7)
Language
German
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, so' weicht' wn ntt* wie wir gesehen -vor nW ■.ötn. Da nun, wie wir voraussetzen, von dem 'Besuche des öffentlichen Gottesdienstes Heutzutage die Beobachtung der Ge- und Verbote bedingt ist, und der Mangel desselben die Uebertretung der wichtigsten Verbote und die Nichtbeachtung der wichtigsten Gebote früher oder später herbeiführt; da ferner der öffentliche Gottesdienst jedenfalls, auch abgesehen gerade von Minjan ein trbb'i d. h. eine öffentliche Verherrlichung Gottes (s. Rabenu Ascher zu Berachoth 47, b.) ist: so möchte ihm gegenüber selbst vom rabbinischen Standpunkte aus .tiök ■pwinn weichen müssen. Preußen. Berlin, 6. Oktober. Der Herr Dr. F r a n k c l hat nun das ihm angetragene Amt auf's bestimmteste abgelehnt. Ob eine neue Wahl vorgenommen wird, ist fraglich. Oesterreich. Pesth, im September. (Eingesandt. Fortsetzung.) Als der zweite Grund für die treue' und. feste Anhänglichkeit des Israeliten an seine Religion' wurde angegeben: Der göttliche Auftrag undBeruf, der uns durch sie geworden ist und noch immer fortbesteht. --- „Nicht selbst hat sich Israel seine „Religion gewählt, und mit ihr seine Aufgabe als „Volk unter den Völkern. Nicht menschliche Klugheit hat sie ersonnen und sie ihm als höhere „Himmelsgabe zugebracht. Sie ist ihm von Gott „gegeben und zugetheilt worden, von Gott, der „in seiner unendlichen Weisheit am,besten weiß, „was, wieviel und in wie fern irgend ein Mensch „oder ein Volk nach dessen eigenthümlicher Natur „und Beschaffenheit fähig und geeignet sei, beizu- . „tragen zur Verwirklichung seiner heiligen Zwecke „auf Erden." ~ „Durch Wort- und Thatoffenbarungen, die über „ihren Ursprung keinen Zweifel zulassen, durch „sichtbare göttliche Veranstaltungen, die im graue- „sten Alterthum beginnen und sich bis tief hinab „in der Geschichte der Menschheit hinziehen, wizrde „Israel von Gott erwählt und erkoren zum Verwahrer und Träger aller der ewigen Wahrheiten, „auf deren Erkenntniß das zeitliche und. ewige „Heil der Menschen beruht." --- --- -„Ihm ward der Beruf zu ’ Theil, unter „den Völkern ein rarip> nbbfcb zu sein. „Wie der Priester im Volke^ soll es in der Mensch- „heit wachen über die Reinheit und Erhaltung der „göttlichen Lehre, soll es in der Erkenntniß und „Erfüllung dieser Lehre als Vorbild vorangehen." -„Sein Grundcharakter soll felsenfeste „Treue und Hingebung in Gott sein, Unterord- „nung des Eigenwillens unter den Willen des „Allheiligen. Gott soll es in Allem sehen, in „den Erscheinungen der Natur, wie in den Ereig- „nissen des Lebens; und Gott soll es in Allem „zeigen, bei seinem Thun und Wirken, wie bei „seinem Dulden und Tragen."- ,---„Hierin, meine Andächtigen, besteht „die"Berufung und die Erwählung Israels, von „der in der heiligen Schrift so oft die Rede ist; „hiedurch allein soll es als ein priesterliches Volk, „als das Volk Gottes sich bewähren.--—. „Nicht ist ihm aufgegeben, durch Ueberredungs- „künste, durch Vorenthaltung irdischer Rechte oder „Vorspiegelung himmlischer Seligkeit Seelen für „das Reich Gottes zu gewinnen. Nein, thatsäch- „lich bloß soll es das Wort Gottes lehren und „verkünden. Mit seiner Tora in der Hand und „im Herzen, mit seinem Leben im Sinne und „Geiste dieser Tora, .mit seinem wundervollen Geschicke, mit seiner Leidensgeschichtesoll es „vom Aufgange bis zum Untergange Zeugniß ab- „legen von dem Sein und Walten des einzigen „und einigen Gottes in der Natur wie in des „Menschen -Brust, in des Einzelnen Leben wie in „den Schicksalen der Völker."- „Ja auch seine Leidensgeschichte sollte zu die- „sem Zwecke dienen; auch diese gehörte, zu seinem „großen weltgeschichtlichen Berufe. Durch sie sollte „es als höchstes Muster der Glaubensfestigkeit da- „stehen, sollte es vor den Augen der Welt kund „geben, wie das wahrhaft Göttliche im Menschen „über alle Schrecken und Drohungen der irdischen „Gewalten erhaben ist uttd sie zu überwinden ver- „mag, wie der wahrhaft Fromme allen Leiden und „Qualen trotzt und seine Liebe zu Gott unerschütterlich bleibt, wenn auch seine Trübsalsnacht

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