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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-16 · Heft 42 (16.10.1843) · p. Seite 632

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 42 (16.10.1843)
Date
1843-10-16
Page
Seite 632 (sequence 12)
Language
German
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632 und man hofft im künftigen Frühjahr den Bau beginnen zu können. — Möge der geehrte Herr Amtsdirektor fortfahren, ein Merk wahrer Liebe zu üben, möge er in seinem edlen und biedern Streben nicht ermüden:, die Gemeinde zu Lieben erkennt-seine Mühe dankbar an, seinen Glaubensgenossen wird er als schönes Vorbild dienen und „er findet Wohlgefallen in Gottes und Menschen Augen."^) Umis pro mullis. LiterarLsche Nachrichten. Magdeburg, 1. Oktober. sReligionsphilosophie.j Das ausgezeichnete Werk des Prof. Franck in Paris über die Kabbala oder religiöse Philosophie der.Hebräer, von dem wir in No. 30 bereits eine Notiz gegeben, liegt nun vor uns, und wollen wir hier seinen Inhalt näher skizziren. — Die Vorrede enthalt eine kritische Uebecsi'cht aller der Arbeiten, deren Gegenstand der Sinn und Ursprung der kabbalistischen Schriften ist, von Raymund-Lulle bis auf Freystadt und Tholuck, wobei er mit Recht von den Neu-Kabbalisten selbst absieht, die aus Grund der alten Kabbala ihr eignes System aufführten. — Die Einleitung sucht der Kab-. bala unter den Bestrebungen des menschlichen Geistes die ihr zukommende Stellung zu finden. Sie zeigt, daß überall in der Theologie sich drei Richtungen auseinanderschlugen: die Tradition, der Rationalismus und die Mystik; die letztere gründet sich darauf, daß bei vollem Glauben an die schriftliche Offenbarung weder die Tradition genügt, noch eine freie Forschung befriedigt, sondern im Worte der Offenbarung Symbol und Allegorie gesucht werden, in die man seine eigenen Ideen willkürlich hin ein trägt. Diese drei Richtungen zeigen sich im Christenthum, Islam, und nicht minder im Iudenthum. Die jüdischen Mystiker theilen sich in solche, die der heil. Schrift die platonische Philosophie unterschieben (Philo), und in die, welche ihre eigenen, im höchsten Grade originellen Ideen hineinzwängen, die Kabbalisten. — Des Werkes erster. Theil beschäftigt sich mit dem *) Da die oben erzählten Thatsachen uns vollständig verbürgt sind, so werden unsere Leser mir uns übereinstimmen, wenn auch wir dem Herrn Davidik.unfern herzlichen Dank, unsre innige Verehrung zu erkennen geben. Solch' ein Beispiel muß viele Wrrkung haben! Die Redaktion. . Ursprung der Kabbala, und zwar §. 1 über das Alterthum derselben. Aus verschiedenen Stellen der Mischna und Gemara, worin die Mittheilung der Lehre von wnb i-niw verboten wird, die Bedingungen) unter denen die Unterweisung darin gestattet wird, angegeben werden, aus der Lebenszeit des Mba, Simon ben Jochai, Jose von Zipora, aus dem Charakter der Targumim schließt Franck: vor dem Ende des ersten Jahrhunderts der gewöhnlichen Zeitrechnung verbreitete sich auf geheimnißvolle Weise unter den Iudrn eine tief verehrte Lehre, die man von der Mischna und heil. Schrift unterschied, eine mystische Lehre, die durch das Bedürfniß unabhängiger Reflexion', die jedoch zu ihren Gunsten die vereinigte Autorität der Tradition und heil. Schrift beanspruchte, entstand. Zuletzt zeigt er, daß die Kabbalisten mit der Sekte der Essener nicht identisch sind. — §. 2. Die Authentizität des Sepher Iezirah. Da dieses' Buch im Talmud erwähnt wird, und der Inhalt desselben den Zitaten des Talmud wohl entspricht, da-ferner die Sprache dieses Buches zwar nicht das biblische Hebräisch, aber auch noch nicht der talmudische Dialekt oder der der modernen Rabbiner, ist, zwar chaldäische Benennungen., aber keine griechische, lateinische oder arabische darin gefunden werden: so erklärt Fr. das S. Iez. für das im Talmud erwähnte, und läßt es in der Zeit der ersten Lehrer der Mischna, also im Jahrhundert vor und halben Iahrh. nach dem Anfang der gewöhnlichen Zeitrechnung verfaßt sein. Die Meinung, daß Akiba der Vers, sei, zeigt er als durch nichts begründet, sondern ' der Vers, sei nicht zu erforschen. Die Konjektur als ob in den Talmudstellen rvteVn für '£*»; ^sö zu lesen sei, weist er aus ihr Nichts zurück. — §. 3. Authentizität des Sohar. Fr. geht die verschiedenen Meinungen über den Vers, des Sohar durch; zuerst widerlegt er durch bekannte und eigene Argumente, daß Simon ben Jochai der Vers, nicht sein kann, da Mischna und Gemara ganz und gar im Sohar bekannt sind, die Herrschaft des Islam erwähnt wird, der Sohar selbst dies in Abrede stellt. Die Meinung, daß Moses Leon, ein armer Rabbiner des dreizehnten Jahrhunderts, der Vers, sei, widerlegt. er schon aus der Sprache des Sohar, die wie die des Talmud mit dem sechsten Jahrhundert erlosch, seitdem die.Juden entweder arabisch, oder mehr oder weniger reines Hebräisch schrieben, um so mehr da MoseS Leon einen Kommentar zu einigen-Stellen des Sohar, vwn kn hebr. Sprache geschrieben. Auch findet sich im Sohar weder eine Spur der aristotelischen

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