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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-16 · Heft 42 (16.10.1843) · p. Seite 633

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 42 (16.10.1843)
Date
1843-10-16
Page
Seite 633 (sequence 13)
Language
German
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638 Philosophie, noch des Christenthums, denen Talmud, Saadka, Makmonides ff. so viele Aufmerksamkeit schen- - ken. Endlich kommen die Gnostiker, die dem Moses Leon gewiß unbekannt waren, dem Sohar sehr nahe. Nicht weniger widerlegt Fr. schlagend die Ansicht Tholucks, daß der Sohar seine Quelle im arabischen Mystizismus finde, da zwischen beiden gerade die größten Verschiedenheiten herrschen. Die Ansicht endlich, die Fr. selbst unterstützt, ist: Simon ben Jochak hat das metaphysische System, das die Basis des Sohar ist, seinen Schülern gelehrt; es pflanzte sich von Munde zu Munde fort, erhielt so ausgedehnte -Erweiterungen und Veränderungen, und kam gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts von Palästina nach Europa. Erstens: auf diese Weise sind Mischna, jerus. und babylon. Gemara entstanden. Zweitens: Ungleichheit des Styls, Mange! an Einheit in der Darstellung, Methode, Anwendung [bec allgemeinen Prinzipien, den einzelnen 'Gedanken. So lassen sich aus dem Ganzen checauslösen «ai 8üVr »TU*/ die für sich ein Ganzes bilden, und in der Höhe der Spekulation und Darstellung ganz übereinstimmen. Drittens zktirt er Stellen des Sohar, in denen vom Sohar selbst als schon existkrend, die Rede ist. So finden sich denn im Sohar vereinigt die mystischen Traditionen, die vom ersten Jahrhundert, bis gegen Ende des siebenten Jahrhunderts der gew. Zeitrechnung entstanden sind. — Der erste Paragraph des zweiten Theils giebt die Analyse des Sepher Jezkrah. Die zehn Zahlen, Septziroth, abstrakte Zahlen (irrv ">b2 •ntt») sind die allgemeinsten Formen, gleichsam die Kategorieen des Universums, die unveränderlichen Prinzipien der Welt. Die Eins ist der Geist des lebendigen Gottes. Der Geist, die Stimme und das Wort, das ist der heilige Geist. Die Zwei ist der Hauch vom Geiste rsn), in welchem die 22 Buchstaben ausgeprägt sind, die doch, nur einen Hauch bilden. Die drei düs Wasser, das von der Luft kommt. Die Vier das Feuer, das vom Wasser kommt. Die Fünf die Höhe, Sechs die Tiefe, Sieben Osten, Acht Westen,. Neun Mittag, Zehn Mitternacht. Der Vers, findet hierin die Theorie der Emanation, die jedenfalls aber hier noch auf Kindesbeinen geht. (Fortsetzung folgt.) Magdeburg, 2. Oktober. s Synagogengesang, j Gesänge der Synagoge zu Braunschweig, zusammengestellt von H. G oldberg, . Kantor und Lehrer daselbst. 1843. Neben dem Schic Zion von Sulz er und den Münchner Synagogengesängen nimmt die vorliegende Sammlung.eine zwar bescheidne, nichts desto weniger wichtige Stelle ein. Denn es ist nicht zu leugnen, daß die beiden oben genannten Sammlungen Mittel erfordern, wie sie nur den größeren Gemeinden zu Gebote stehen. Da nun aber der größeren Gemeinden in Deutschland wenige find, . und von diesen wenigen die wenigsten bis jetzt Lust gehabt, einen geregelten Gottes-- dienst einzuführen: so ist die praktische Wirksamkeit derselben noch gering. Was ferner ein Uebelstand an. den meisten neu eingerichteten Kulten in den Synago-- gen, ist, daß die Gemeinde selbst zu wenig beschäftigtwird. Man verfiel von einem Extrem in's andere. Während die Gemeinde sonst mit überlautem Geschrei den Gottesdienst ausmachte, hört man jetzt nur Chasan und Chor, und die Gemeinde soll still schweigen. Dies sagt dem Gemüthe nicht zu, und —- ennuyirt auf die Länge. Diese Uebelstände sind in dem vorliegenden Hefte vermieden, wie überhaupt im Braunschweiger Gottesdienste. . Was anderswo Chor ist, ist hier Gemeinde, die durch einen Chor dazu gewöhnt und angelernt worden. Deshalb mußten die Gesänge höchst einfach, meist einstimmig sein. Vielen Antheil an dieser Umarbeitung hatte der Herzog!. Braunschwekg. Musikdirektor Freudenthal (selbst Israelit). Wir machen daher die Gemeinden ganz besonders auf diese kleine, wohlfeile Sammlung (fie faßt 76-gr. 8. Seiten) aufmerksam, da selbst der kleinsten Gemeinde dadurch die Möglichkeit in die Hand gegeben wird, sich einen geregel-. ten Gottesdienst zu schaffen. Magdeburg, 3. Oktober, s Jugendschrift, j Mtt--r. seum zur Belehrung und Unterhaltung für Israeliten-, _ mit Karten, Porträts und Zeichnungen. In Verbindüng mit mehreren Gelehrten herausgegeben von K._' Klein. Erstes Bändchen. Breslau, 1843. — Wir haben schon früher auf dieses angemessne Unternehmen^ hingewiesen. Auch dieses Bändchen enthält recht gute prosassche und' metrische Stücke: Parabeln, Legenden,. Biographieen, Betrachtungen ff., von denen die mek-r sten, wenn sie auch nicht ausgezeichnet sind, doch auf das Prädikat gut Anspruch haben, eine Bezeichnungdie in ünsrer schreiblustigen Zeit gewiß zur Empfehlung des Werkes dient.

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