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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-16 · Heft 42 (16.10.1843) · p. Seite 629

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 42 (16.10.1843)
Date
1843-10-16
Page
Seite 629 (sequence 9)
Language
German
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629 „daß ihr wesentlicher Inhalt tief in unserm Inanem Anklang und Bestätigung findet Und den „Bedürfnissen unsrer vernünftigen Natur vollkommen entspricht!" —-— — — —. — — rö-MB» Tiwnn 'r» mm. Die Lehre Gottes „ist vollkommen, erquickt die Seele. Da giebt es „keine Geheimnisse, keine Lehren, keine „Thatsachen zu glauben, die unserem natür- „lichen Wahrhefts sin ne., unserem sittlichen „Selbstbewußtsein, unfern Vorst ellungen „von Gottes erhabenen Eigenschaften „und Vollkommenheiten entgegen sind. Da „giebt es nur klare, einleuchtende, erkennbare „Wahrheiten zu beherzigen; Wahrheiten, durch „welche die Seele sich erhoben und erleuchtet fühlt, „in welchen sie gleichsam sich selbst wieder findet, „ihre eigenen Gedanken und Gefühle ausgespro- „chen hört." — —-— --> -—- „Und das, meine Andächtigen, ist „das eine Band, welches den.redlichen und den- „kenden Israeliten an seine Religion unauflöslich „fesselt. Hierin liegt der erste Grund, weßhalb „er mit festem, unwandelbarem Sinne dem Be- „kenntniß seiner Väter treu ergeben bleibt und „bleiben muß. Wie auch seine Lebensweise in „Bezug ans das Zeremonialgesetz beschaffen sein „möge, die göttliche Wahrheit, die diesem Gesetze „zu Grunde liegt, die durch dieses Gesetz in ih- „rer Reinheit bewahrt und erhalten werden soll, „kann dadurch ihr Recht auf ihn nie 'und nim- „mer verlieren, nrn Er „ist und bleibt deßhalb nicht weniger mit allen „Fasern seiner höhern Natur eingewurzelt in dem „heiligen Boden Israels: Er fühlt die Wahr, „heit, die Göttlichkeit ihrer Lehren, ihre erleuch- „tende und beseligende Kraft, ihre Angemessenheit „zu den Forderungen und Aussprüchen der Ver- „nunft zu tief und lebendig, als daß er irdischer „und zeitlicher Rücksichten wegen an ihr und da- „durch an Gott, an dem Urquell aller Wahrheit „zum Verräther werden, aus ihrem Lichtkreise „heraustreten und gleichsam einen geistigen Selbstmord begehen könnte." -—--- (Fortsetzung folgt.) Italien. Ankona, IS. September. (Fr. 8.) Die von Seiten des Großinquisitors gegen die hiesige israelitische Gemeinde aygeordneten Maßregeln sind in Folge eines Befehls von Rom suspendirt worden. Zugleich hat der Großinquisitor erklärt, daß die Verhältnisse der Gemeinde in dem Zustande zu verbleiben hätten, wie olche vor dem Edikt bestanden. Die hiesige israelitische Gemeinde verdankt diese Bestimmung einzig und allein der Gnade Sr. Heiligkeit als das Resultat einer unmittelbaren Supplik. Ferner darf nicht unerwähnt bleiben, daß die groß- 'müthige und erfolgreiche Verwendung des Rqthschild'schen Hauses zu dem günstigen Erfolge wesentlich beigetragen hat. Me übrigen in mehre öffentlichen Blätter übergegangenen Versionen über diese Angelegenheit entbehren, wie wir zuverlässig versichern können, einer jeden Begründung. Frankreich. Colmar, 27. September. (Privatmitth.). Die in vor. No. berichtete Einweihung der neuen hiesigen Synagoge hat zu einer lebhaften Kontroverse -Anlaß gegeben. Das dortige Konsistorium steht der sogenannten philanthropischen Gesellschaft, welche die Gewerbeschule für arme Israeliten begründet hat, feindlich gegenüber. Ueberhaupt hat diese Gesellschaft bei den elsassischen Juden wenig Anklang gefunden, so daß unter 423 Subskribenten nur 139 Juden sich befinden. Daß nun im Gegentheil die Synagoge so prächtig ausgesiattet worden, hat den Unwillen des Redakteurs des Oourrier du Haut-Rhia erregt', und sein Bericht über die Einweihung wurde daher eine starke Philippika. Er stellt die stille Prüfungsfeier der philanthropischen Gesellschaft am 19. April dem Gepränge der Einweihung gegenüber, und so ist es. leicht abzusehen, daß er nicht ansteht, über alles Maaß hinaus die. Ausdrücke verächtlicher .Bezeichnungen und Anschuldigungen zu häufen; dies um so mehr, als der Präsident -er philanthropischen Gesellschaft, Herr Leon Werth in No. 77 in einem Schreiben zeigte, wie der Red. durch seinen Artikel der Gesellschaft nur schadete, indem er die Trennung vergrößerte. Der würdige Mann schreibt: „Sie setzen die philanthropische An- 42 * .

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