Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1843)
- Date
- 1843-10-16
- Page
- Seite 628 (sequence 8)
- Language
- German
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„Mittelpunkt sehen für eure Vereinigung imGlau- „ben, idie göttliche Anstalt zur, Erhaltung dieses „Glaubens , zur Befestigung euerer Treue mitten „in den Kämpfen und schmerzlichen Erfahrungen, „die das Leben draußen dem Israeliten, dieses „Glaubens und dieser Treue wegen, bereitet." — Ist doch noch in Aller Gedächtniß die-jüngste, ziemlich klare und unumwundene Rede über Jerem. K. 2, V. 5, in der das Wort des Propheten *»inK 12^1 ibun'n b2NN auf die Abtrünnigen und. Abgefallenen angewendet und die Nichtigkeit solcher Menschen in ^kräftigen Worten und mit logischer Schärfe nachgewiesen wurde, indem nämlich „ihr Geist und Leben ohne Wahrheit, ihr Charakter ohne Ehre, ihr Wille ohne Freiheit und ihr „Gemüth endlich ohne Frieden ist. — Ich will aber weiter zurückgehen und dem Referenten die letzte wds) - oder die noch ältere N212N N2w-Predigt in's Gedächtniß zurückrufen,-aus welchen beiden ich mich gerade auch im.Stande sehe, Manches genauerund ausführlicher mitzutheilen. Letztere über Psalm K. 44, SS. J8 u.,19 hat zum Gegenstand „die Treue und Festigkeit, womit der Jsraelite seiner Religion anhangt;" jene Glaubenstreue, welche Israel von der Festbegebenheit, jener Glaubensverfolgung unter Antiochus, an bis auf die jüngsten Zeiten herab bewahrt hat. „Umsonst" —. heißt es in der Einleitung — „umsonst war einerseits Elend und Verbannung und Todespein das Loos der beharrlichen „Treue, umsonst zeigte sich andrerseits der Abfall „als Weg zur Fülle des Erdenglücks — Israel „wankte nie in der Wahl, es neigte seinen»Nacken „hin, das Schwerste zu dulden und zu tragen; „und es steht fest die Wahrheit, daß unerschütterliche Treue gegen seinen angeerbten Glauben als „ein eigenthümlicher, hervorragender Zug in sei- „nem Charakter anzusehen ist. baw „ö^röÄö ->22. Jedes Blatt seiner Geschichte der „letzten zwei Jahrtausende, giebt hiervon Zeugniß; „mit seinem Herzblute hat eS die Worte hinein- „geschrieben: «bi “prora «bi isr>«2 n«t, b2 „^222 lilpia" u. s. w.-„Und wahrlich „noch immer bewahrt sich an ihm diese wahrhaft „hohe und sittliche Eigenschaft, auf's herrlichste!" „Und fehlt es auch nicht an Abtrünnigen, „die ihreGlaubens losigkeit andern G.lau- „be-n-s gefellscha sie nzutragen, im Ganzen ,-bleibt Israel seiner. Religion treu,' läßt es . sich „durch äußre Anfechtungen nicht wankend machen, „seinen Glauben und mit ihm seinen Charakter „zu verlaugnen." —.--—-- — — Konnte. der Referent, wenn er auch nur den Text und die Einleitung dieser Predigt gehört hat, noch nicht ahnen, daß da von all den Dingen gesprochen werden muß, die ihm so sehr am Herzen liegen? — Doch folgen wir jener Betrachtung weiter, m deren ersten Theile der Grund angegeben wird, worauf sich diese Glaubenstreue stützt; im zweiten aber die Wirkung, wodurch sie sich im Leben zu erkennen giebt und geben soll. — „Die Treue und Festigkeit, womit der Israelit sei- „ner Religion anhängt, gründet sich erstens auf „die vollkommne Uebereinstimmung aller „ihrer Grundlehren mit den Aussprüchen „der Vernu nft." — —; --—— „Die Gottesstimme, die uns aus der Religion „entgegen tönt, wir müssen sie, wenn es in Wahr- „heit Gottes Stimme ist, in unserm Innern wie- „dertönen hören. Die Lehren, von deren Aner- „kennung sie unser Heil abhängig macht., müssen „in ihren Grundzügen schon in die Tafeln unsers „Herzens eingegraben sein. Ihre Aufgabe kann „bloß dahin gehen, der Schwachheit und Beschrän- „kung unsrer natürlichen Erkenntniß und Willens- „kraft zu Hilfe zu kommen, den Gottesfunken in „unsrer Brust zur hellen Leuchte anzufachen, die „dunkeln Ahnungen unsrer Seele, die in ihr schlum- „mernden Glaubenskeime zu wecken und zu bele- „ben; keinesweges aber der Vernunft in uns den „Krieg zu erklären, das Forschen und Fragen nacb „innern Gründen als gottlos zu verdammen und „uns einen blinden Glauben zur. Pflicht zu ma- „chen, bei dem weder unser Geist etwas denken, „noch. unser Herz etwas fühlen kann." —° — „Legt nun der Jsraelite diesen Maßstab an die „Religion, zu der er sich bekennt, wie muß er „eK recht zur freudigen Werthschätzung derselben „gelangen, welche Befriedigung muß es ihm gewähren, wahrzunehmen, daß sie für ihre Grund- „lehxbn nicht sowol unfern Glauben als-vielmehr Wisir Wissen und Erkennen in Anspruch nimmt,