Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1843)
- Date
- 1843-10-16
- Page
- Seite 627 (sequence 7)
- Language
- German
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verloren! Ich habe aber auch nicht nöthig, irgend einem Vernünftigen erst zu sagen, warum ein, in die göttliche Kraft und die beseligende Wahrheit unsres Glaubens einiges/Vertrauen setzender Lorcwerkünder solch' verzagtes Jammergeschrei an geweihter Stätte nicht hören läßt. Aber ist auch wirklich — wie der Referent behauptet — niemals der schroffe Gegensatz unsrer Lehre herausgehoben und das Verwerfliche des' Religionswechsels besprochen worden? Besinnen Sie Sich doch, Herr Referent! Wirklich kein einziges Mal? Wenn Sie sonst vielleicht nur befangen und verblendet sind, so verletzen Sie hier wissentlich und mit offenen Augen die Wahrheit. Fragen Sie doch jeden aufmerksamen Tempelbesucher, ob seit zwei Jahren von dem Rabbiner eine Predigt gehört worden, die nicht einen solchen apologetisch-polemischen Charakter hatte, worin nicht die wesentlichsten unterscheidenden Merkmale und Lehrsätze unsrer Religion mit einer Fülle von Gedanken und einer Gluth der Sprache hervorgestellt und beleuchtet worden, worin nicht Israels Beruf und fortdauernde Sendung, wie die unauflösliche Verpflichtung zU ihrer Erfüllung auf's klarste und eindringlichste 'uns zum Bewußtsein geführt wurde. Lesen Sie meinetwillen aus der eben vor mir liegenden gedruckten Einweihungsrede des Szegediner Tempels: Das Gotteshaus und die Himmels Pforte, detett Gegenstand und Veranlassung solch' pvlemisirende Tendenz doch ziemlich entfernt hält , folgende Stellen: „Sehet/ meine.Andächtigen/ die geschichtliche Grund- „lago unserer Religion ist nicht etwa eine bloße „Sagedie unser'tt Vätern zugebracht würde von „fremden Männerndie ihre frommen oder andern „Absichten so am besten befriedigen konnten; nicht „überkommen haben wir sie von außen her, wie „die Heiden ihre neuen Götter. Nein! mit ihren „eigenen Augen gesehen, an sich selbst erfahren „haben unsere Väter die großen Ereignisse, deren „Andenken' seit Jahrtausenden in Israel gefeiert „wird, ''ü-a nVSD bsns 12b *nsö „tftp. Was sie selbst erlebt und erlitten „haben, erzählten sie unmittelbar ihren Kindern; „von ^Geschlecht zu Geschlecht pflanzte sich die'Kunde „davon, so wir die'darauf bezüglichen- Religions- * „geböte ununterbrochen fort. Nicht blüß der todte „BüchstM ist das Denkmal dieser großen Ereig- „nisse; neindas ganze Volk Israel mit all' feinen „religiösen Festen uNd' Gebräuchen ist ihn unverwüstliches Denkmal. Sie leben frisch und kräftig im Andenken des Volkes, an welchem und „für welches sie geschehen sind; auf sie gestützt „hat es Jahrhunderte hindurch, hat es zu allen „Zeiten Noth und Pein, Elend und Schmach „getrotzt." — — ----;-— „Jeder Jsraelite , der auf Erden wandelt, ist eine" „tatsächliche Bestätigung dieser Geschichte. Die', „Zeugen leben, die sich der Herr selbst bestellt und' „berufen, die er auf Adlerfittigen durch die Fluth'eN „der Zeit und durch die Flammen der Verfolgung „getragen und vor Untergang bewahrt hat Und „du, mein Bruder, wolltest diese hohe Bestallung „göttlichen Berufes nicht mit freudigem DaM „anerkennen, wolltest diese hohe - Lebensaufgabe „von dir werfen und aufhörtn ein Zeuge Gottes „zu sein? Du könntest aus Leichtsinn, aus Welk- „und Bequemlichkeitsliebe den Weg verlassendtzw „Gott dir vorgezeichnet hat?" —-- — — „Nirgends aber bewähren wir uns so sehr als b'$ „Zeugen Gottes, sind wir so-' wirksam in dieftM „uNserm heiligen Berufeals im Heiligth'umtz dos „Herrn, wo die Tora, die uns Gott durch Mo- „ses geoffenbart hat, gelehrt und gehört wirdwd „wir Gott, alle in die Ehregeben/ nur ih rp als „unfern Erlöser und Beseliger, als'unfern RtttÄ „und Helfer anbbten und verchkenwo wir vor „aller Welt das Bekenutniß ablegdn: „„Hots- Israel , der Ewige unser Gott ist ein einig -einziger „Gott! "" ein Gott dtp die Ehre' seines' Narnens „mit keinem andern theilt, dervon uns aus „ganzem Herzen, aüs ganzer Seele und aüs-al- „len Kräften geliebt und' geehrt sein willdeii -wir „auch' oh ne all e V e r m i t tlung, oh ne alle „DazM-schenk un ft ei-nes andertt- Wt sen s „also lieben uNd ehren-können-, sowir nür seine . ,-heilige Lehre stets inr Herzen und vor Augen >ha- „ben, in ihr forschen und sinnen und nach ihr le- „ben und wandelck"— ,-Und so werde nunauch günz voMmlich in „diesem Sinne-dieses Haus füreuch ein Gdttes- „haus.- Hier sollt ihr euch' als Israeliten, als' die „berufenen Götteszeügen, als" dir Träger göttlicher „Offenbarung' erkennrn. In' ihm sollt ihr den