Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1843)
- Date
- 1843-10-09
- Page
- Seite 616 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225281-3225323--05564-3236225- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
616 Sanfte und die Harmonie der Sprache in den Psalmen auf. ' Die philharmonische Gesellschaft hat sich geneigt finden lassen, die Feierlichkeit des Festes zu erhöhen; dieselbe führte eine Ouvertüre auf und begleitete die deutsche Hymne." —. Ich bemerke Ihnen noch, daß der Oberrabbiner aus Straßburg und vier Departementalrabbiner herberufen waren. .Nach dem Oberrabbiner Goudcheaux sprach noch in französischer Sprache der Rabb. von Dütemach. Des Erstem Rede ist gedruckt erschienen. (S. Litt Nachr.) PersonalnachrLchten. SvendborA, im September. (Privatwitth.) Es ist eine Aufgabe der Allg. Zeit, des Jud., die Beispiele wahrhafter gegenseitiger Achtung unter Juden und Christen zusammen zn bringen. Mehr als durch alle Theorieew wird die Toleranz hierdurch als das allgemeine Bedürft niß der Menschheit erwiesen, und die Wirksamkeit Ihrer Zeitung reicht damit in's Großartigste und Edelste. Ein kleines Scherflein lassen Sie mich aus dem kleinen dänischeu Städtchen Svendborg beitragen, einem Städtchen von ca. 4000 Einwohnern. Den 7. d. M. wurde hier zu Ehren eines jüdischen, des Meyer'schen Ehepaars, bei Gelegenheit von deren goldener Hochzeit ein Fest gefeiert, zu welchem nicht äußere Güter und Reichthum, sondern nur die allgemeine Achtung Veranlassung gab. Schon längere Zeit vorher konstituirte sich ein Konnte aus den ersten Beamten und geachtetsten Burgern der Stadt, auf deren Anlaß das Fest früh Morgens mit einem Ständchen eröffnet wurde. Es folgten dann von allen Seiten Gratulationen, und Mittags auf dem RathhauSsaal ein Diner, an welchem gegen 200 Personen Theil nahmen, unter denen die ersten Beamten der Stadt und Umgegend, namentlich auch neun christliche Prediger. — Dm' Toast, welcher dem Jubelpaar gebracht wurde, salutirten 15 Kanonenschüsse, und treffliche innige Worte wurden von mehreren Mitgliedern gesprochen, denen der Jubelgreis auf einfacbe -aber schöne Weise seinen Dank abstattete. — Nach dem Diner verfügte die Gesellschaft sich auf es. 40 Wagen nach einem nahe gelegenen Gehölz und Abends wurde ein Ball gegeben, dem noch Feuerwerk und Gesang folgten, kurz die Feier war eine so'-schönes und herzliche, wie sie: nur zn wünschen war, und nirgend tauchte auch nur ein Gedanke auf, der störend hätte erinnern können, daß die, welche auf so inniges Weise hier vereinigt waren, getrennt sein müßten, um ihres Glaubens willen. ff.'^ Literarische Nachrichte«. Magdeburg, 1. Oktober, s Periodische Literatur.j Von der Heviie orientale des Herrn Carmöly in Brüssel (s. No. 50 d. vor. I.) sind bis jetzt wieder No: 5—9 des Jahres 1842 erschienen. Sie 'enthalten außer, indeß wenigen, das Judenthum nicht betreffenden Stufen: eine Biographie von Moses Chäim Luzzato, die Fortsetzung der Geschichte der jüdischen Aerzte, der Annalen der italien. Israeliten, Fragmente zur Geschichte der Juden in Frankreich, Biographie des Jom Tob Lipmann Levi Heller, des Menasse Ben Israel, die Juden in Marokko > Algier, Tunis und Tripolis von ihrer Niederlassung an bis jetzt, biographische Notizen, offizielle Dokumente in Bezug auf die Daniäsker Angelegenheit, Biogr. des Jssachar Carmoly, 'Forsetzung der Forschungen über die Juden im Nordwesten Frankreichs, Fortsetzung über den Zustand der Israeliten in Polen; außerdem literarische Notizen. Magdeburg, 1. Oktober. sHomiletik.j Es ist Zeit zum Handeln! Amtsantrittspredigt von S. Süßkind. Weilburg, 1843. Der Redner spricht in einer, für eine Landgemeinde nicht immer verständlichenweil bisweilen an philosophisch genaue Formulirung grenzenden Sprache über die Spaltungen, die im gegenwärtigen Judenthum, deren Quelle, nämlich den Zusammenstoß der Religion mit dem Leben,'und deren Abhälfe durch sorgfältigere Kenntnißnahme von unsrer Religion und ihrer Geschichte, insbesondere .der heiligen Schrift. •— Rede bei der Einweihung des israelit. Tempels zu Kolmar, gehalten von Sebgm. Goudcheaux, Oberrabb. französisch und deutsch. Kolmar, 1843. Uebec die Wirkungen des Gebetes, in Beruhigung und Besserung, und die best? Art des Gebetes, in einem öffentlichen Gotteshause. Die Sprache würdig und blühend. —