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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-09 · Heft 41 (9.10.1843) · p. Seite 606

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 41 (9.10.1843)
Date
1843-10-09
Page
Seite 606 (sequence 2)
Language
German
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606 vollkommen unberührt,, und kann daher keineswegs ^n ZMH^Habm, -eine' besondere religiöse.GeinLinschaft^u M^ndtznsqodler^dtze alte M eoschüSt«n D« Mie ^foss »lrr'^e Stellung, welche viele Israeliten schon längst innerhalb' ihrer Religion eingenommen haben, auch nach Außen hin in deutlicher Gränze bezeichnen, und .so dem Staat und der öffentlichen - Meinung gegenüber vertPaNensvoll ' jeden Rückhalt aufheben-, jede eigensüchtige Trennungschwinden lösten. -Daher Oedayf AO Erkläkung keiner Aufzählung von positiven Anerkenntnissen; sondern hat bloß den Zweck, dasjenige, was man uns bisher, aus Gewohnheit, als zu unserm religiösen Bekenntnisse gehörig imputirte) von uns abzuwälzen •) **). Wir erklären laut die Meinung, zu der wir uns bekennen, auf.daß Jeder, der. diese Meinung theilt, seine Gleichgesinnten erkenne, und sich wohl fühle in dem Gedanken, einer Gesammtheit anzugeh'ören, der er sich anreihen und der er seine Kinder und Schützlinge zuführen könne ***). Wir versagen uns die Hoffnung nicht, in das Aeußere der Religionsübung diejenigen Aenderungen eintreten zu sehen, die dem geläuterten mosaischen Begriffe entsprechen. Besonders hoffen wir aufrichtige und fachkundige Religio nslehrer durch diese Erklärung zu überzeugen, daß die Wahrheit in, Israel eine Gemeinde habe. Möge denselben die Gelegenheit, und die Unabhängigkeit nicht fehlen, Dasjenige, was in der That den Kern ihrer Bestrebungen bezeichnet, immer offener' herauszustellen und den religiösen Standpunkt wahrheitliebender Laien mit dem ganzen Gewicht ihrer Gründe, mit der ganzen Weihe ihrer Stellung zu' unterstützen — eine Wirksamkeit, der dieselben sich bisher kaum annähernd hingeben, konnten. Am wenigsten ist es unsere Absicht, den strikten Anhängern des rabbinischen Judenthums wehe zu thun. Hoffen wir, daß es aufrichtigen Bemühungen gelingen wird, dem Judenthum nicht nur eine würdigere Form zu geben, sondern auch seinen inneren Gehalt reiner hervorzustellen und Alles, was unsere Religion in den Augen der denkenden Menschheit entwürdigt und erniedrigt hat, von ihr zu entfernen. Schon jetzt fühlt jeder Theil- *) Woher diese Bescheidenheit und dieser Widerruf? Wir verweisen nur auf die Erklärung der drei Punkte. **) Der Reform - Verein macht sich hier vorzugsweise emanzipationsfähig! Welche Perfidie! ***) Doch nicht dem Philantropin, der Frankfurter Gemeindeschule? , nehmer die lohnende Genugthuung, in S^zug arch^has höcM,.gMigL^ntereff^chil^v<Dta^M«kL: ,gjmäM Md der'Wahrheit che Ehre,gegebtznizuWben. ÄLeMM Ajx demnach mit festem Mttthe ein nicht nur bürgdrMch mothwendiges und geistig berechtigtes, sondern auch ein höchst sitt.li.ches und in Wahrheit gottgefällig^ W e r k^).". .„E X k X & M U K. E r st e n S. Wir erkennen in der mosaischen Religion die Möglichkeit einer unbeschränkten Fortbildung **). Z w e i t e n s. Die gewöhnlich mit dem Namen Talmud bezeichnete Sammlung von Kontroversen, Abhandlungen und Vorschriften hat für. uns weder in dogmatischer, noch in praktischer Hinsicht irgend eine Autorität ***). Drittens. Ein Messias, der die Israeliten nach dem Lande Pa-, lästina zurückführe', wird von uns weder erwartet noch •) Wo man so deutlich spricht, ist jede Bemerkung überflüssig! Man wird wissen, was man von diesem Programm und seinem Verfasser zu halten habe. **) Früher wurde diese Erklärung abgefaßt: im Mosa ismus rc., wir finden keinen Unterschied in dlesen Bezeichnungen. Vergleichen wir aber diese Erklärung mit dem Programm, so wissen wir nicht, welchen Begriff der Reform-Verein vom M o saism-us sich .gebildet, denn einerseits versteht er darunter die Erkenntniß der Wahrheiten, welche von hier aus auf alle Völker übergegaugen, andrerseits und namentlich hier soll doch wol von dem Aeußeren, dem Formellen die Rede fein: wir sehen, die Widersprüche nehmen kein Ende. ***) Dieser zweite Punkt war früher abgcfaßt: ^„die mit dem Talmud bezeichnete Sammlung, so wie alle auf dieselbe sich stützenden rabbinischen Schriften und Satzungen haben für uns weder in dogmatischer noch in praktischer Hinsicht irgend eine Verbindlichkeit." Die früheren Unterzeichnungen waren auf Grund dieser ersten Abfassung geschehen. Wozu die Veränderung vorgenommen, ist uns nicht bekannt geworden. Wir wollen auch nur auf die Unbestimmtheit der ganzen Erklärung Hinweisen, denn da hier nur der Talmud verworfen wird, geht doch-wöl 'daraus hervor, daß das sogenannte mündliche Gesetz, also die Bibel bei ihnen volle Geltung behält, wir dürften also eine Art Karaiten erwarten!. Wir wissen aber, daß solches am wenigsten im Plane der Reform-Freunde liegt, und es bleibt uns nur übrig, ihre Unwissenheit und ihren Unverstand zu bewundern!

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