Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1843)
- Date
- 1843-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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TH. Jahrgang. Allgemeine No. 41. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsisch« allergnädigft« Lonceffkon.) Leipzig, den 9. Oktober 1843. Diese Jeitung erscheint wöchentlich einmal,. Montags, und tvir> jährlich 9S Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Ameckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Th!r. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vittteljahr angesetzt.worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat ssch die König!. Sachs, wohllöbl. Aeitungs- Expedition allhier unterzogen. 3 n 1) a l t. Leitender Artikel : Die Frankfurter Angelegenheit (Schluß). Zeitungsnachrichten: Palästina: Frankfurt am Main. Rußland und Polen: von der pöln. Grenze. Italien: von der ital. Grenze. Deutsch!an.d: Schwerin, aus Baiern. Oesterreich: Von der mähr. Grenze, Prag, Lemberg, aus Ungarn,. Groß-Cankscha, Pesth (Fort- «. Frankreich: Colmar, rachrichten r Svendborg. Literar. Nachrichten: Magdeburg (Period. Literat.), Magdeburg (Homiletik). Korrespondenzen: Crefeld (Nekrolog des-Oberrabb. vr. Ullmann). Leitender: Artikel. Magdeburg, den 24. September. Die Frankfurter Angelegenheit. (Schluß.) Hat jedoch die äußere Entartung*) des Judenthums einen verderblichen und entwürdigenden Einfluß auf den Mann, der seinen bürgerlicheu Standpunkt mit Ueberlegung sich auswählen und feststellen darf, so sind die Folgen noch schädlicher für die Heranwachsende Jugend und für die Frauen. Die Frauen, durch ihre Stellung im Leben vorzugsweise auf Innerlichkeit, auf Gemüthsregung angewiesen, entbehren jedes höheren Anknüpfungspunktes; die Jugend aber wächst auf unter Zweifeln, Täuschungen und inne- *) Welche Ausdrücke! Sind das Lockmittel? ren Konflikten, die jede tiefere religiöse Anregung paralysiren *). Von diesen Gedanken bewegt, hat sich eine Anzahl' deutscher Israeliten entschlossen, ihre Meinung über das Judenthum in seiner jetzigen Gestaltung durch eine öffentliche Erklärung auSzusprechen, und von allen verwerflichen Satzungen und verlebten Gebräuchen, die sie schon längst stillschweigend aufgegeben^ nunmehr sich förmlich loSzusagen *’). ES ist nicht die Absicht dieser Erklärung, mis staatliche Bevorzugungen den strikten Beobachtern rabbimfcher Satzung gegenüber, zu erringe». Wir halten unsere bürgerliche Gleichstellung, für eine in die Entwickelung humaner Prinzipien mit inbegriffene Fragest, an deren endlicher Lösung zwar unsere theuerste Hoffnung hängt, die jedoch nicht zunächst das moralische Bedürfniß in uns erregt, den mosaischen Glauben vor der tiefsten Erstarrung, der heillosesten Verkümmerung zu bewahren. Wir können und mögen keine Dogmen aufstellen; unsere Erklärung läßt die inner» positiven Grundlehren des Glaubens, so wie das Verhaltniß, das Jeder je nach seinem geistigen und gemüthlichen Bedürfniß zur Religion hat, °) Sehr richtig bemerkt, wenn Herr vr. Creizenach von der Schule spricht (PhilantropLn) an der er Lehrer ist; pir verweisen auf einen Artikel in No. 37. **) So wie man über eine Sache eine Meinung haben kann, die man so" wenig kennt, wie die Reformer das Judenthum, so sind diese Meinungen.