Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-02 · Heft 40 (2.10.1843) · p. Seite 596

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 40 (2.10.1843)
Date
1843-10-02
Page
Seite 596 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225281-3225322--05543-3236203
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

596 M ReligiWsbuK^ des, vr/^lexan^.er-Be.hr-''wö' es (ech 1826 pa§. 57) heißt: „jedoch-ist die Beschneidung durchaus nicht als die Bedingung des Judenthums anzusehen, vielmehr gehört sie. zu den nuv-is vr*m, und iß derjenige, der sie unterlaßt deshalb von den übrigen Pflichten des Judenthums keineswegs befreit." — Das Frankfurter Rabbinat hat inzwischen seine Anfragen auf eine würdige und angemessene Werse eingeleitet und fortgesetzt, ohne die neulich von dem jungen Braunschweiger Rabbiner in einer Sache von geringem Belang eingeschlagene Methode zu befolgen, der nämlich durch Zeitungs-Annoncen die „orthodoxen" Rabbiner zum Beitritt.einlud; wobei er natürlich, da wir bisher noch kein Rechtglä.ubigkeits-Tribunal zn besitzen das Glück haben, die Anerkennung dieser Rechtgläubigkeit, und somit die Unfähigkeits-Erklärung der nicht Genügenden , mithin die offizielle Spaltung der ganzen Nation und ihrer Lehrer in zwei Läger, sich ullerhöchstselbst vorbehält. ' Von Seiten der Frankfurter Reformfreunde find einige Zirkulare hierher gelangt, mit der Unterschrift Neukirch, von welcher man hier nicht weiß, ob es ein wirklicher Eigennahme oder bloß ein symbolischer ist. Schwerlich werden sich hier Anhänger finden, da. es wol Wenigen danach gelüsten mag, durch, eine Erklärung, die als „bürgerlich nothwendig und geistig berechtigt" sich giebt, induktiv allen früheren und jetzigen Judenverfolgungen — Recht zuzusprechen, dagegen aber den Leiden, den Kämpfen und. dem Märtyrerthum unserer Vorfahren und Zeitgenossen allen Werth, selbst den poetischen, zu versagen, wahrend sie sogar den Uebertritt in's Christenthum für. eine Zeitlang Anstandshalber erschwert*). In der neulichenNotiz wegen der gemischten Ehen ist zu berichtigen, daß in England ein dreiwöchentliches Domizil in dem Kirchspiel der Kopulation, welche nur in der Pfarrkirche geschloffen werden darf, vorangehen muß, und daß man auch zwei . *) Das ganze Unternehmen trägt gar sehr die Absicht zur Schau , den Vorwürfen in Bruno Bauers Judenfrage zu entgehen; aber haben dir Herren auch in , den 21 Bogen gelesen, daß wir selbst nach abgestreiften Judenbalg noch nicht auf dessen Gnade zu hoffen haben? Anm. des Korresp. dort ansässige. .Zeugen zur Bestätigung seiner Angaden zu stellen hat.?. . . . —• Die Emanzipationspolemik hat in den letzten Tagen einen lebhaften Charakter angenommen. Am folgenden Sabbat begab sich Heine in den Tempel, woselbst Frankfurter eine dem Vorgang angemessene Predigt über das .Gebot der Nächstenliebe hielt, und am Schlüsse ein besonderes Gebet für diesen Menschenfreund vortrug. Oesterreich. Pesth, im September, (Eingesandt.) sVorbemerkung der Redaktion. Gegen den .in. No. 30 befindlichen, die Pesther Missionsumtriebe betreffenden Artikel sind mehre Entgegnungen emgelaufen. Wir können nur diesen, ausführlichen , aus. der besten Quelle fließenden -Aufsatz aufnehmen,, womit die.'Sache abgemacht sein. muß. Wir. geben ihn. so, wie er abgefaßt ist, obwol viele Bitterkeiten gegen unfern ersten Korrespondenten besser ungesagt geblieben wären. Die Wichtigkeit der Angelegenheit, und die Charakterisirung dessen , was Faktisches zw Grunde liegt, müssen die Ausführlichkeit entschuldigen.) In Ihrer geschätzten Zeitschrift No. 30 findet sich, eine, die jetzt hier graffirenden heillosen Miffionsumtriebe besprechende Mittheilung, worin gegen den. Gemeindevorstand sowol als gegen den Rabbiner schwere Anklage erhoben und Beiden, dem Rabbiner zumal, einer unserm religiösen Leben drohenden Ge-, fahr gegenüber, gänzliche Theilnahmlosigkeit und Gleichgültigkeit, ja sogar Mangel jedes guten Willens, dem Nebel zu begegnen, vorgeworfen wird. Die, jeden Ehrenmann mit tiefster Entrüstung erfüllenden Bestrebungen dieser Religionsmäkler in unsrer Gemeinde sind allerdings der Art, daß wir es'zu Gute halten müßten, wenn manches treu israelitische Gemüth, durch den'Anblick solch' betrübender Erscheinungen erbittert, von wohlgemeintem Eifer sich zu hartem, ja ungerechtem Tadel gegen das,. je nach Verschiedenheit der Ansichten mehr oder minder, angemessen erscheinende Verhalten unsers weltlichen und geistlichen Vorstandes Hinreißen .ließe. Ueber eine solche, aus momentaner Mißstimmung zwar, aber auch aus wahrhaft -lautrer Absicht hervorgegangene

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.