Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1843)
- Date
- 1843-09-25
- Page
- Seite 583 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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583 feine Gegner „ehrwürdig" find. Vor Widerspruch geschützt,' macht er den europäischen Regierungen einen Kratzfuß, daß dieselben den abgeschafft haben, während dies auf dem Standpunkte des Gutachtens nicht zu billigen, sondern vielmehr zu beklagen ist. Aber bei Sofer, dem strengen, konsequenten Rabbi, dem die Spitze des Iota bei jeder rabbinischen Vorschrift heilig ist, laßt sich solche Inkonsequenz, solch' Hin- und Herschwanken wol nicht erwarten. Auch zeigen die nächstfolgenden Worte des. vorliegenden Gutachtens, wie wir Sofer's angeführte Aeußerung. über die Keula, zu nehmen haben. Wir .wollen dieselben in nähere Erwägung ziehen. . (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Seesen, im Juli 1843. Das Zakobson's Stift. Nachdem Ln den früheren Jahrgängen dieser Zeitung, und zuletzt in No. 27 d. I. 1841, der Standpunkt und die ekgenthümlichen Verhältnisse der Iakobsonsschule, seitdem sie im I. 1838 ihre neue Gestaltung erhalten hat, angedeutet waren, ist kein Bericht wieder über diese Anstalt veröffentlicht worden. Das Institut ist wahrend dieses Zeitraumes, sowol im Fache der Erziehung als des Unterrichts, den nach Angabe der Statuten in's Leben eingeführten Grundsätzen unablässig treu geblieben, und hat sich einer regelmäßigen und stets fortdauernden Entwickelung zu erfreuen gehabt. So sehr nun auch anspruchlose Stille und Zurückgezogenheit dem Werke der Erziehung günstig ist, so müßte doch eine anhaltende Zsolirung ohne ermunternde und belehrende Berührung mit der Welt auch auf diesem Gebiete zuletzt nachtheilig wirken. Wir fühlen deshalb die Verpflichtung — zumal dem in immer weitern Kreisen stets wachsenden Vertrauen zu unser» Bestrebungen gegenüber — von Zeit zu Zeit Rechenschaft über unser Thun und Treiben abzulegen. Und so lange die Muße zur Ausarbeitung einer umfassendem kleinen Schulschrift über die Iakobsonsche Stiftung mangelt, wollen die Freunde derselben sich Mit kurzen Mittheilungen in diesen Blättern begnügen. Von Anpreisung und Lobrederei kann hierbei um so weniger die Rede sein, da auf diesem Felde nur tatsächliche Erfolge und Leistungen die Bewährung des guten Willens kund geben—, alles wirklich Verdienstliche aber, das unserer Thätigkeit nicht abgesprochen werden dürfte, für den Ruhm des verewigten Stifters in Anspruch zu nehmen ist, von dem nicht bloß die Mittel auf uns vererbt sind, sondern auch der gute, humane Geist, welcher der Bestimmung und Richtung unserer Anstalt fest er'ngeprägt ist. Was nun zunächst die Frequenz des Instituts betrifft, so hat dieselbe in den letzten beiden Jahren wieder um mehr als die Hälfte zugenommen. Die Gesammtzahl dev Schukknaben ist von 80 auf 122 gestiegen. Von ihnen werden 68 ganz in der Anstalt erzogen, die übrigen nehmen nur an dem Unterricht Theil. 18 sind aus der Stadt, 104 Auswärtige, und zwar zum Theil aus weiter Ferne. Christlicher Religion (von drei Bekenntnissen) sind unter den Frekzoglingen zwei, unter den Pensionären drei, unter den Schülern 45, .in Allem 50. Das Institut verlassen haben seit Johanni 1841: 48 Knaben, neu eingetreten sind dagegen 90. Von den Abgegangenen berechtigen Viele zu den schönsten Hoffnungen. Alle sind zu ehrenvollen Berufsarten (Handwerk, Kunst, Handel, Lehrfach u. s. «.)> Mehre zu sicheren Studien übergegangen. Letztere waren, namentlich im Lateinischen und Griechischen, so weit vorbereitet, daß sie auf dem. Obergymnasium in Braunschweig oder in lerliu, auch Leeuväa., einer Gelehrtenschule Ausnahme finden und ohne Schwierigkeit darin fortkommen konnten. Mithin absolvirt die Schule für die zu gelehrten Studien Bestimmten das Pensum eines' Progymnasiums. Für diese Berufsart bestimmt sich jedoch nur ein kleiner Theil unserer Schüler, während die große Mehrzahl zu technischen Fächern und andern Gewerben des Bürgerstandes vorgebildet wird. Die größtmögliche Berücksichtigung des Einzelnen, nach seiner individuellen Begabung und Bestimmung, ist eine der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben des Instituts, jedoch unerläßlich, wofern der Charakter der Erziehung s an statt festgehalten werden soll. Bei aller.Verschiedenheit der Elemente bleiben oie Kinder der Armen, die Freizögl i n g e, fortwährend das Hauptaugenmerk' der Verwaltung. Sie sind es, denen diese Mischung vorzüglich zu Gute kommt. Zu ihrem Besten werden die kleinen Ueberschüsse von den Kost- und Schulgeldern immer wieder verwendet. Dadurch ist es möglich geworden die Zahl