Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1843)
- Date
- 1843-09-25
- Page
- Seite 579 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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579 denk Augenblicke, sondern der Zukunft, der Geschichte angehört, den besten und genügendsten Lohn für Ihre mühevolle Arbeit finden, und also gern jeder Dankbezeugung und jeder äußern Anerkennung entrathen werden. Doch vermögen wir unserer Seits nicht dem Drange unsres Herzens zu widerstreben, der es uns zu einer heiligen und unerläßlichen Pflicht macht, den Ehrenmännern, die ihre die schönsten Erfolge , versprechende Thätigkeit, mit so vielem Wohlwollen unfern Angelegenheiten zugewendet haben, im -Namen der gesammten Judenheit, so wie als das Organ der hiesigen jüdischen Gemeinde unfern tiefgefühlten und aufrichtigsten Dank abzustatten. Mögen Sie, hochzuverehrende Herren, es nicht verschmähen, diese Worte, als den, wenn auch nur schwachen Ausdruck unsrer ganz besondern Hochachtung und Liefen Verehrung entgegen zu nehmen, mit welcher wir verharren rc. Ober-Vorsteh er-Kollegium der hiesigen Israeliten-Gemeinde. : Jonas, Fränkel, Kömgl. Kommerzienrath. . S. I. Levy. S. Milch. Jos. Prinz. .?■ Magdeburg, 18, September. (Privatmitth.) So eben zeigt uns das israel. Konsistorium zu ßrefeld das Ableben des Herrn Oberrabbinen Dr. Ullmann, das am 4. h., indem zu seinem Nervenleiden noch Brustkrampf hinzutrat, erfolgte, an. Der Tod dieses gelehrten .und von herrlichen Gesinnungen beseelten Mannes hat uns tief ergriffen. Das hochw. Konsistorium verspricht uns auf's baldigste .einen ausführlichen Nekrolog. Merlin, 18. September. (Privatmitth.) Der Kultur-Verein in Berlin sendet uns Folgendes zur Veröffentlichung ein: Wreisaufgabe des Kulturvereiys:) Bor zwei'Jahren machten wir die historische Erörterung des Rabbiuerthums zum Gegenstände unserer ersten Preisaufgabe; auf die beste Lösung war m Preis, von zweihundert Thalern gesetzt. Da bis jetzt keine Arbeit, diesen Gegenstand betreffend, -bei uns eiygegangen, wir aber von der Zweckmäßigkeit, 4a Nothwendigkeit, dieses Thema einer gründlichen Betrachtung zu unterwerfen, überzeugt sind, so stellen wir, die frühere zurücknehmend/ statt derselben nunmehr folgende einfachere Aufgabe.; Seit dem Zeitalter Mendelssohns, namentlich seit Dohm und Joseph H. sind in Folge der veränderten politischen Stellung und der steigenden Zivilisation, unter den Israeliten, zunächst der germanischen Länder, mit den neuen Zuständen, neue Bedürfnisse hervorgetreten, die auch' auf die Stellung der Rabbinen einen wesentlichen Einfluß ausgeübt haben. Man verlangt deshalb, eine geschichtliche Uebersicht des jüdischen Rabbiner- und.Predigerwesens von dem Jahre 1782 an bis jetzt, in welcher besonders zu erörtern sein wird. 1) Der Zustand des Rabbinerthums und dessen Entwickelung vor 1782: als Einleitung. 2) Die Stellung des Rabbiners, des Predigers und des jüdischen Theologen überhaupt, nach den verschiedenen Richtungen seiner Wirksamkeit in - den wichtigsten Gemeinden Deutschlands. 3) Die vorhandenen oder fehlenden Anstalten zur Bildung der jüdischen Theologen. ' 4) Die in den bedeutendsten Staaten ergangenen Verfügungen, so wie die außerdem giltigen Herkommen, die Anstellung und die Amtsthätigkeit der Rabbiner und'Prediger betreffend. 5) Vorschläge für Bestimmungen über die künftige Stellung, der Rabbinen. ■ ' . , Neben dieser Aufgabe stellen wir noch eine zweite, deren Lösung für Leben und Wissen, für Schule urch Haus nicht minder ersprießlich fein dürfte. Die vorhandeneü, mit unter sehr verdienstlichen Werke über jüdische Geschichte, sind größtentheils für Gelehrte oder Geschichtsforscher geschrieben; an einem kompendiösen, vollständigen, für den Unterricht brauchbaren Buche, fehlt es aber gänzlich. Daher wünschen wir die Ausarbeitung eines, sowol zur Lektüre Gebildeter, als zum Gebrauch für jüdische Lehrer sich eignender, die Zeit seit Alexander von Mazedonien bis jetzt umfassenden Handbuchs der jüdischen Geschichte, in welchem auch die geistigen Erzeugnisse der Juden auf angemessene Weise berückfichtigL sind, und dessen stmfang dreißig Druckbogen nicht übersteigt. . Die zwei diesjährigen Preisaufgaben des Kultur-Vereins sind demnach: 1) Eine histbrische Uebersicht von dem Rabbinen und Predigerwesen, seit dem Jahre 1782 bis