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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-11 · Heft 37 (11.9.1843) · p. Seite 553

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 37 (11.9.1843)
Date
1843-09-11
Page
Seite 553 (sequence 9)
Language
German
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553 Professor der Philologie a la Sarbonne, Salvador, Professor der Philosophie daselbst; Emil und Isaak Pereyre,' Direktoren bei der- Eisenbahnverwaltung. Ebenso findenwir auch in Holland Juden in allen Zweigen der Verwaltung: die Herren Asser, Direktor im Ministerium der Justiz; Boas, Privatsektttär des Königs; Asserjun., Staatsprokurator, Meyer und Lippmann, Advokaten; ein Friedensrichter von Amsterdam ist Jude. Auch in. Belgien befinden sich viele Juden in der Verwaltung, und noch jüngst wurde ein Jude zum Bürgermeister der katholischen Universitätsstadt Löwen erwählt. Man ist sogar so weit gegangen, daß man die Emanzipation als dem eigenen Interesse der Juden zuwider geschildert hat; aus eine solche Besorgniß weiß ich wahrlich nicht, was ich anderes erwiedern soll, als die Bitte: die hohe Ständeversammlung möge mir jede Erörterung über diesen Erguß befremdender Zärtlichkeit erlassen. Zum Schluß muß ich noch ein Wort sagen über das Judendekret von 1808, dessen Aufhebung wir beantragen, dieses exorbitanten Gesetzes, welches, Gottlob! von. keiner Seite, von keinem Bewohner der Rheinprovinz in Schutz genommen wird. Nach diesem französischen Dekrete von 1808, dessen Bestimmungen den Leisten . von Ihnen wol zur, Genüge bekannt sind, iss jeder .israelitische Einwohner verpflichtet, -sich alljährlich mit einem besonderen Moralitätspatent zu versehen, in Ermangelung dessen alle von ihm geschlossenen Geschäfte, alle von ihm gethätigten Akte null und nichtig find. Schrecklicher noch ist die zwischen Christen und Juden bestehende, nie zu rechtfertigende Ungleichheit bei Bestrafung des Wuchers. Das Gesetz muß die Men-, schen nicht nach ihrer Religion, sondern nur nach ihren Handlungen richten. Wenn einem Juden nachgewiesen wird, daß er das Gesetz über den Zinsfuß durch einmalige Beziehung von mehr als 10pCt. übertreten hat, so wird, er zum Verlust der ganzen hergeliehenen Kapitalien verurtheilt, .während sogar der ärgste Gewohnheitswucher der Christen nur mit einer Strafe belegt werden kann, die alleräußersten Falles dem halben. dargeliehenen Kapital gleich kommt. Nein,, meine Herren, Sie werden es nicht wünschen, daß eine solche Ungleichheit vor dem Gesetze länger fortbestehen soll in der schönen Rheinprovinz, wo wir die Rechtsgleichheit über Alles hochachten. Im Gegentheil vertraue und erwarte ich mit der festesten Zuversicht, daß Sie einstimmig mit uns die Emanzipatiott unserer jüdischen Mitbürger Allerhöchsten Orts beantragen werden. (Fortsetzung folgt.) Oesterreich. Wien, 23. August. (Privatmitth.) Am 21. August.ist der k.k. priv. Großhändler und Hofjuwelier Herr Michael Latzar Biedermann, um l Uhr Mittags, in Baden, in seinem 74sten Lebensjahre, nach einem langwierigen schmerzhaften Siechthume, in das bessere Leben eingegangen. Es liefert dieses, an vielfach schönen Verdiensten so reichgeschmückte Leben den sprechendsten Beleg: daß ernster, männlicher Wille, unerschütterliche Energie und rüstige Lhatkraft, verbunden mit ausdauernder fester Beharrlichkeit im Streben nach vorgestecktem Ziele, auch ohne superfeine Bildung, es zu Hohem zu bringen vermögen. Seit dem Jahre 1806 — demnach volle siebenunddreißig Jahre — beinahe ununterbrochen Vertreter der israelitischen Bewohner Wien's, war er der Erste und Einzige, der im österreichischen Kaiserstaate den Impuls, zur Herstellung und Organisirung eines verbesserten zeitgemäßen Gottesdienstes gab — was seitdem in Pesth, Prag und Kanischa und mehren Orten Böhmens lobenswerthe Nachahmung gefunden. Er, der Schöpfer dieser zu den schönsten Erwartungen und Erfolgen berechtigenden Idee, war es auch, der mit der ihm angeborenen rüstigen Lhatkraft, zu deren Realisirung schritt, und die Hand an das verdienstliche Gotteswerk legte; mit musterhaftem Beispiele voran ging, und im Vereine mit mehren hiesigen israelitischen Großen, als dem-Freiherrn v. Rothschild, Sim. Ed. v. Lämml, Ed. v. Hofmannsthal, den Rittern v. Neuwahl, Arnstein und Eskeles, Jos. und B. Wertheimer und H. Lodesko — die pekuniären Mittel herbeischaffte, den Bau des herrlichen Beihauses zu fördern unh herbeizuführen. Er war es, der Mannheimers ausgezeichnete Rednermacht und des trefflichen Sulz er s weihevollen Sang herbei rief, ihnen, unter Oesterreichs schützendem Aare, eine würdige bleibende Stätte anwies und den geeigneten-Wirkungskreis eröffnete, um zur Verbreitung des'göttlichen Wortes und sittlicher Geistesbildung, zur Förderung religiöser Interessen und zur 37»

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