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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-11 · Heft 37 (11.9.1843) · p. Seite 551

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 37 (11.9.1843)
Date
1843-09-11
Page
Seite 551 (sequence 7)
Language
German
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551 nicht umfassend und in die'Liefe gehend auf, aber sie sollen ja eben nur einen Anfangs- und Anhaltpunkt geben, von dem aus sich das Ganze weiter spinnen wird. Um so mehr werden Sie es für angemessen halten, auch in diesen Blattern darauf aufmerksam machen zu lassen. . Breslau, 27. Augusi. Vor einigen Monaten ist in öffentlichen Blättern berichtet worden, daß der Vorstand der hiesigen Israeliten-Gemeinde zur endlichen Regulirung der Gemeindeverhältnisse vom Ministerium einen Königlichen Kommiffarius zu erbitten beabsichtige. Wie wir so eben hören, ist diesem Wunsche gewillfahrt worden. Das Oberpräsidialreskript vom 21. d. M. ist sowol dem Gemeindevorstande als den Häuptern der „in der Trennung von der Gesammtgemeinde begriffenen Partei" (dies ist die von der Behörde gebrauchte Bezeichnung) angezeigt worden, ,,daß die hohen Ministerien der geistlichen Angelegenheiten und des Innern den Beschluß gefaßt haben, die, Angelegenheit der jüdischen Gemeinde kommissarisch behandeln und in diesem Wege ihrer Erledigung durch die Entscheidung des Staats entgegenführen zu lassen." ' Wem diese nicht leichte Aufgabe übertragen werben wird, ist zur Zeit noch; unbekannt, und sieht man hier bei der großen Aufmerksamkeit, welche die hiesige Gemeindeverhältnisse seit Jahren erregt haben, der Ernennung des Königlichen Kommiffarius mit Spannung entgegen. (Berliner Zeitung.) Düsseldorf, 13. Juli. (46ste Plenar-Sitzung. Fortsetzung.) Ein Abgeordneter der' Ritterschaft: Angenommen, daß die Vorwürfe, welche -den Juden mitunter gemacht worden, gegründet seien, so erlaube er sich die Frage: Können wir bei der Behandlung, welche den Juden von den Christen zu Theil wird, etwas Besseres erwarten? Die Erfahrung habe stets gezeigt, daß, wenn eine Nation unterdrückt ist, ihre Hauptrichtüng nach Gelderwerb geht, indem diese das letzte Mittel bietet, harte Herzen weich zu machen und sich auf indirektem Wege einen Einfluß zu verschaffen. Die von den Türken unterdrückten Griechen haben hierfür einen eklatanten Beweis geliefert. Vor der griechischen Revolution schon im häufigen Verkehr mit Griechen und Juden, habe er Letztere .viel zuverlässiger als Erstere gefunden, eine Erfahrung, welche auch von Anderen vielfach gemacht worden sei, und dennoch haben die Griechen, so wie es sich darum handelte, ihre Freiheit-zu-erkämpfen, Beweise von Muth> Uneigennützigkeit Md Aufopferungen aller Art geliefert, wie die Geschichte wenige Beispiele biete; ebenso werden auch ohne Zweifel die Juden, wenn ihnen gleiche Rechte emgeraumt werden, sich bestreben, so gute und zuverlässlge Mitbürger zu werden, wie die Christen. Seines Eracht tens sollten wir ihnen diese Rechte um lso weniger verweigern, da, wie auch von mehreren' Rednern so schön dargestellt sei, unsere Religion hierzu rathe. Wie würden wir es auch bei dem Stifter derselben, den wir alle verehren und anbeten, verantworten können, daß eine Nation, wozu seine Mutter.gehörte, sich noch und mit Recht über das Verfahren der Christen beschweren könnte? Lassen Sie uns-daher die herrliche Lehre auch hier befolgen: „Was HU nicht willst, daß dir geschieht, das thue auch keinem Anderen," und dadurch unseren jüdischen Mitbürgern die Gelegenheit geben, sich dem Väterlande eben so nützlich machen zu können, wie- Jeder von uns. Er stimme für die völlige Emanzipation der Juden. Ein Abgeordneter-,her Städte-:; Ich will mich, nachdem so viel Vortreffliches für die Emanzipation der Juden gesagt ist, nur darauf beschränken, einen einzigen Punkt hervorzuheben. Man spricht so viel von christlichem Staate.. Ich muß voraussetzen, daß hie Verfechter-desselben vor Allem den Wunsch hegen müssen, den christlichen Staat so viel als möglich auszudehnen, d. h. die Juden zu uns heranzuziehen. Nun frage ich Sie, meine Herren, wie können Sie erwarten , daß'der Jude versucht und ermuntert werden könne, zu den Christen herüber zu kommen, während diese ihn zür Demüthigung und zu jeder Schmach verdammen und für diese unchristliche Behandlung das Christenthum als Grund anführen? Wie einst unter dem grausamen Drucke der Spanier in Indien die unterdrückten Einwohner ihren Bekehrern, wenn ssie ihnen den Himmel zeigten, ldie Frage aüfwatfeÜ: sind Spanier darin-?..und.-bei -dLrBeMMg-.dke Mtwört gaben: „nun, so wollen WirMber^Atr HMe fahren," so könnte auch jetzt der Mtze-fagrk: ljch mag nlchtuzu einer Lehre übertreten-Ne -MdulMmkeit als Panier voranträgt und nur ullter-dieWn Paniere mir den Himmel geigt. Fragen Sie 'sich

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