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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-11 · Heft 37 (11.9.1843) · p. Seite 550

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 37 (11.9.1843)
Date
1843-09-11
Page
Seite 550 (sequence 6)
Language
German
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5 m BerlitL, 2ß. August. (Privatmitth.) Es ist hiervov einigen-5&igen eine kleine Schrift ausgegeben worden, die den Titel führt: „jüdische Bekenn tn iß schriften," und monatlich in einem kleinen Heftchen fortgesetzt werden M. Die Idee, durch solche fliegende Blatter, die durch ihre Wohlfeilheit eine-allgemeine Verbreitung erlangen können, aus die Masse zu-wirken, ist gewiß eine glückliche. Dieses erste Heft „.das jüdische Glaubensbekenntniß" betitelt, beurkundet seine- Stellung als die des gewissenhaften Fortschrittes und der positiven Grundlage. Die Vorrede lautet: „Die Zeit drängt zur That. Auch das Wort ist- That, wenn es zu rechter Zeit den in tausend Seelen schlummernden Gedanken zum lebendigen Bewußtsein weckt und dem dunkeln Gefühle den rechten Ausdruckgiebt. Die Zeit drängt. Während wir Bekenner des ächten wahren Judenthums mit gewissenhaftem Glau- Lenseifer daran arbeiten, das Ungöttliche, das der Druck der Zeiten unserer heiligen Religion angeheftet hat, von. ihr abzulösen und das wahrhaft Göttliche,in ihr zur Geltung zu bringen, schließen Rabbinisch-Gläubige undrGläubig-Christliche einen Bund, uns des Abfalles von Gott und der Versunkenheit in den Gelüsten der Erde anzuklagen, Jene, weil sie die schwankenden Mauern ihres veralteten Ge-' Läudes nur noch durch den weltlichen Arm zu stützen vermögen, Diese, weil ihnen ein lebendiger und wahrhaft beseligender Glaube außer dem ihrigen undenkbar ist; zum Theil guch, weil sie so nach beiden Richtungen hin für die Verweigerung der den Israeliten gebührenden Rechte eine bequeme Rechtfertigung zu erhalten glauben. „Ihr formgläubigen Juden," sagen sie, „seid der „Gleichstellung mit uns nicht werth: denn ihr stehet mit eurem Dichten, und" Sinnen außerhalb „unseres Vaterlandes; ihr seid eine fremde, eine „orientalische Nation. Und wiederum ihr anderen „Juden, die ihr mit uns dasselbe Vaterland zu „haben behauptet und unserer Bildung und unseren Sitten euch anschließet, ihr bekennet nicht „das Judenthum; ihr habet gar keinen positiven „Glauben, ihr seid dem Materialismus und dem „Acheismus verfallen: und darum erscheint es be- „denklich für den Staat, euch zu integrirenden „Gliedern desselben aufzunehmen." Nurum ihres Vortheils und ihrer. Rechtfertigung willen bemühen, sie sich, uns als irreligiös zu verdächtigen. Aber wer erkennet nichtdaß dies ein falsches Spiel ist, mit der Wahrheit, mit der Welt und mit uns? ' . Wir legen hier der Welt unser Glaubensbekenntniß vor: und sie möge richten zwischen uns und> unseren Widersachern. Dies Bekenntniß ist die theuerste und köstlichste Errungenschaft unsers ernsten religiösen Forschens im Worte des Herrn. Die Wahrheit, die unseren Glaubenssätzen inwohnt, stammt vqm Horeb, und wird fort und fort übergehen zu allen Völkern des Erdkreises: denn „am Ende der Tage," so lautet die Verheißung, die nicht trügt, „wird Gott ein einiger sein und sein „Name ein einiger".- Wer wir sind, die wir hier dies Bekenntniß ablegen? Wir sind die vielen Lausende unter den jetzt lebenden Israeliten, welche die'Sehnsucht nach dem Göttlichen in ihren Herzen tragen, und welche her Herr mit der Erkenntniß begnadigt hat, zu unterscheiden zwischen achter.und unächter Lehre, zwischen Bleibendem und Vergänglichem, zwischen dem lebendigen Geiste und den abgelebten Formen. Wir bilden keine Partei und keine Sekte; wir sind weder Nationalisten noch Neologen: sondern Israeliten nach dem Geiste und nach der Wahrheit unsers heiligen Glaubens, und hoffen, mit der Waffe dieser unserer lebendigen Ueberzeugung gerüstet, das Werk der Lüge und der Verleumdung zu Nichte zu machen. So sei es der Wille des Herrn, der da ist ein Gott des Lichtes und der Wahrheit,. Amen." Die Schrift selbst bringt sechzehn Artikel, die das. Glaubensbekenntniß aüssprechen.. Allerdings kann nicht damit gemeint sein, den Inhalt unsrer Religion dadurch in fest gezeichnete dogmatische Schranken , zu bringen — denn solche verträgt unsre Religion überhaupt nicht — sondern nur den Geist und die Wahr-, heit unsrer Religion, wie wir -sie auf dem jetzigen Standpunkte erfassen, zu bezeichnen, und dazu dienen diese Artikel vielfach. Allerdings bedürfen dieselben noch weiterer Erörterung, allerdings fassen diese Artikel den Inhalt unsrer Religion noch lange>

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