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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-11 · Heft 37 (11.9.1843) · p. Seite 548

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 37 (11.9.1843)
Date
1843-09-11
Page
Seite 548 (sequence 4)
Language
German
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der erwähnten Briefe erschien, schrien die Reformfreunde über Verrath, und zwar mit vollem Rechte, denn man hatte ihre geheimen Machinationen durchschaut und zur Oeffentlichkeit gebracht. Man hat so dargelegt, daß sie bis jetzt in Schrift und Predigt den Rabbinismus in das Vordertreffen gestellt, um nach dessen voraussichtliche-r Niederlage den Mosaismus auf der Leiche des rabbinischen Iudenthums unbarmherzig verbluten zu lassen. Die jahrelang gefchmiedeten Pläne sind^ruf einmal so klar enthüllt worden, daß man keinen anderen Ausweg kannte, als den, über Verrath und geheime Ranke zu klagen. Wer ist nun aber der Verräther? Etwa derjenige, der zum Schutz und Schein seiner Nebenmenschen die heimliche Tücke der Religionsverächter an das Tageslicht zieht, die verführerische Schminke der Reform an den Vampirgestalten, die alles geistige und höhere Leben in den jugendlichen Gemächern zu verlöschen streben, offen und klar darlegt, und so die Maske unbrauchbar macht; oder vielmehr der, welcher feine Macht und Autorität anwendet, die seiner Obhut anvertrauete Jugend geistig zu vergiften, daß dem kindlichen Gemüthe für sein ganzes Leben nichts als kalte und hohle Zweifel bleiben? — Wer sind denn die Herren Reformatoren? Männer sind es, die vom Judenthume nicht mehr wissen, als was man ihnen im Andachtssaale vorgepredigt hat, die nicht nur dem innern Wesen des Iudenthums ganz fremd, sondern denen dessen Aeußerlichkeiten, sogar hebräische Schrift und' Buchstaben fremdländische Erscheinungen sind, solche sind es, die das Judenthum reformiren wollen!. Um auf die letzten Ergebnisse zurückzukommen, muß ich Ihnen noch mittheilen, daß die Reformatoren fünfzig Gulden Belohnung ausgesetzt hatten, um denjenigen kennen zu lernen, welcher.die Briefe veröffentlicht, und als nun auf diese Aufforderung eine Antwort kommen sollte, da sagte die Zensur „Halt, es ist genug," und so ist hier nichts mehr in der Sache gedruckt worden, nicht einmal das Programm des Reformvereins, das doch ganz unschuldig ist. Die erwähnte Antwort lautete aber folgendermaßen: Entgegnung. In den Beilagen des Frankfurter Journals und der O. P. A. Zeit, vom 15. u. 16. dieses wurde in Beziehung auf den den Reformverein betreffenden lithographirten Brief behauptet, daß dessen Veröffentlichung eine Gewissenslosigkeit sei und aus persönlichem . Hasse gegen 0r. S. herrühre. Wir bemerken dagegen, daß ein Memoire, welches von einem Gründer des Vereins an den Andern gerichtet und unter der Rubrik „E — neue Begründung der Zwecke des Vereins" als offizielles Dokument denjenigen beigelegt wurde, von denen „alle die sich e-inem Reform-Unternehmen zu betheiligen wünschten, Einsicht nehmen konnten und sollten, aufgehört hat, eine „intime Privatkorrespondenz" zu sein. Die Veröffentlichung hatte ferner einzig und allein zum Zwecke, daß man dem größten Theil des Publikums, welches jeye geheimen Artikel und Motivirungen nicht kannte,. über die Tendenzen des Vereins die Augen öffnen wollte, indem man ihm zeigte, wie hier als letzter Zweck der.Umsturz des positiven Offenbarungsglaubens aufgestellt sei, und daß die Direktoren mit jenen drei Bekenntnissen s 1a Ghillany ein falsch es und gefährliches Spiel trieben;. eben deshalb wolltt auch ein hochachtbarer Gelehrter (Rießer)eine andere „Erklärung" zu Grunde legen, die offen und frei den Endpunkt der Reform darlege^ währender die vorliegende dun-, kel und feige nannte. — Daß die ausgezogenen Stellen authentisch seien, hat der Verein selbst nicht in Abrede zu stellen gewagt, daß sie entstellt und aus dem Zusammenhänge gerissen seien, ist eine Lüge. Man beweise uns, daß dieselben in dem ganzen Zusammenhang des Memoires und der Briefe etwas, anders besagen, wie in unserm Auszuge, und wir werden unsere Anonymität ablegen. Dürften auch die hiesigen Zeitungen in dieser Sache nichts mehr aufnehmen, so thaten es doch andere politische Blätter, und so ist es überflüssig, hier noch weiter berichten zu wollen. Wir wissen jetzt, daß im Ganzen zwanzig Unterschriften den Verein ausmachten,- daß der Beitritt auswärtiger Gemeinden sich auf einen Brief des Herrn Meyer' und Comp, in Stettin beschränkt, die nach vorhergegangener Aufforderung ihre Theilnahme zugesagt, ohne zu wissen, wozu, wir wissen endlich jetzt, daß Di*. Creiznach mit seinen Plänen gescheitert, und wir wünschen ihm bessere Einfälle, um sich einen großen Namen zu machen.

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