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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-04 · Heft 36 (4.9.1843) · p. Seite 541

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 36 (4.9.1843)
Date
1843-09-04
Page
Seite 541 (sequence 13)
Language
German
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541 diesem Sinne erscheint jeder Versuch als ein löblicher, der darauf ausgeht, den bis jetzt bestehenden BesteUerungs-Modus abzuändern. Und wenn, wie die Sachen jetzt stehen, leider für die nächste Zeit nicht zu hoffen ist, daß dieser drückende Alp entfernt werde, so soll sich doch jeder Betheiligte wenigstens einem Unternehmen anschließen, wodurch die moralischen sowol als materiellen Akzessorien und Akzidentien, eben so lästig als die Steuer selbst, beseitigt werden können, und es würde dadurch wenigstens ein Uebergangszustand gewonnen, bei dem es doch möglich wäre, noch unter der drückenden Last ein wenig aufzuathmen.» Wir halten es nach dem oben Erwähnten für einen großen Fortschritt, wenn nur ein anderer Einhebungs-Modus möglich gemacht wird. Ob dies aber gelingen werde, ist außer Zweifel, wenn nur diejenigen, die man zu Rathe ziehen wird, trotz aller Bedenklichkeiten, die hie und da ausgesprengt werden, jene Männer mit Rath und That unterstützen werden, und wäre es auch nur um durch die That zu beweisen, wie man etwas a'uf den sittlichen Fortschritt unserer jüdischen Landsleute rechnen könne, und' wie es heutigen Tages noch andere Wege giebt, als jenes durch eine 34jährige Routine sanktionlrte System von Bannflüchen, Eidesleistungen , Konfiskationen, und — Abfindungenein System, von dem man sich schon seiner Abscheulichkeit wegen, abwenden sollte, und böten die einzuschlagenden Systeme noch viel größere Schwierigkeit dar, wenn nur eine größere Sicherheit des Eigenthums bezweckt, und der moralischen Erniedrigung, die jeder Mensch von Ehre, bei dem bisher Bestehenden fühlen muß, abgewendet wird. Und böte auch der im Protokolle angedeutete Plan Manches dar, was in der Ausführung nicht stichhaltig wäre, so läßt sich doch von dem Zusammenwirken redlicher, erfahrner und einsichtsvoller Männer, besonders bei dem Umstande, daß durch eine hohe Verfügung der Deputation unbeschränkte Einsicht in die Steuerdirekttons-Archive gestattet wurde, erwarten, daß sie, so viel von ihrem guten Willen abhängt, eine Institution Hinwegräumen helfen werdey, die dem stets lebhafter sich entwickelnden Ehrgefühle unter den Israeliten theils als Hemmung, theils als Kränkung entgegensteht. Dänemark. Kopenhagen, 20. August. (Privatmitth.) Der Bericht von hier in No.. 27 hat insofern besondere Bemerkung veranlaßt, als in demselben die Lichtseiten hiesiger Zustände hervorgehoben, die Schattenseiten hingegen vernachlässigt worden. Und wer wird leugnen, daß das Andere eben so nothwendig ist, wie das Erstere, wenn die Oeffentlichkeit nicht bloß eine Berichterstatterin, sondern auch eine■; Lehrerin sein soll? Wenn wir daher nicht umhin können, darum jenen Bericht zu suppliren: so wollen wir uns doch vor Allem dahin verwahren, als hätten wir es mit irgend einer Persönlichkeit zu thun; ja, wir gestehen mit Freuden im Voraus all' die Verehrung und Liebe ein, die der Oberrabbiner Herr Dr. Wolfs in so hohem Maße verdient und besitzt. — Die erste Schattenseite ist aber, daß, so sehr auch der Gottesdienst neuerdings durch die Anstellung des Herrn Rosenfeld als Vorbeter gewonnen, doch derselbe durch das immer noch vorherrschende Geschrei, das absichtlich den Gesang des Chors übertönen soll, entstellt wird, so sehr, daß der Kontrast nur desto widerlicher auffällt. Diesem Unwesen abzuhelfen, ist aber bis . jetzt noch kein einziger Schritt geschehen, man läßt es gehen, wie es will. — Die zweite Schattenseite, daß der Religionsunterricht in unsrer, 2500 Seelen starken Gemeinde völlig daniederliegt. Außer der Freischule für unbemittelte Kinder bestehet gar keine Religionsschule, nur ein Privatlehrer, der die kleinen Kinder hebräisch lesen, und wenn die Eltern es wünschen, Pentateuch übersetzen lehrt. Vom achten Jahre an besuchen die Kinder die christlichen Schulen, und dann ist es mit Religionsunterricht, mit dem Gottesdienst an Sabbat und Fest vorüber., Ein halbes Jahr vor der Konfirmation erhalten die Kinder wieder vom Herrn Dr. Wolff Unterricht; allein kann dies Bruchstückwesen und dieses kursorische Verfahren irgend ein Wesentliches nützen? So wächst' über drei Viertel unsrer Jugend auf, ohne ein Wörtlein von zu kennen. Wie? sollte es keinen Ausweg geben, dem abzuhelfen,? Sollte ein Mann, der in vierzehn Tagen in einer Gemeinde, wo nie eine Hauptsynagoge gewesen, ein Gebäude, das 80,000 Thlr. kostete, .begründete, mit Ernst und Kraft nicht auch darin eine Veränderung bewirken köflnen? ES ist hohe Zeit! Und darum erlaubte ich mir diese

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