Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1843)
- Date
- 1843-09-04
- Page
- Seite 534 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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534 „Gebildeten" trefflich zu bearbeiten verstehe und nur den-Fehler habe, daß er immer Atheismus und Anarchie predige, wodurch man Viele vor den Kopf stoße!" — Und dann wieder: „Das Letztere ist auch schön und wir haben es ganz ähnlich auf einer andern Seite noch gefunden, wo man seine Unwissenheit oder Unbekümmertheit über Das, worauf es in den meisten Fällen eigentlich ankam, auch damit bemänteln wollte, daß man sich um „das Detail der Entwickelung" vor der Hand noch nicht zu kümmern habe. Also erst nur Gemeinden her, Gemeinden von wissenschaftlichen Dilettanten, welche die speziellen Kenntnisse, die der Kampf voraussetzt— blos der Kampf? nicht auch das Unheil? nicht auch die Frage, ob er zu beginnen, gegen was er zu richten? worauf er' abzuzielen habe? — nicht besitzen; also solche, die in der für die Treiber so bequemen Weise die Aufgaben en bloc nehmen, mitschreien gegen etwas, was sie nicht kennen, nichtverstehen, nicht zu würdigen wissen; Gemeinden her, damit sich die „reformatorischen Theologen" darauf „stützen" können; man wird diese Gemeinden dann schon dahin führen, wohin man sie haben will und was man selbst noch nicht weiß, hoffentlich selbst noch nicht einmal als das gewisse, unfehlbare nächste Ziel kennt;' das „Detail der Entwickelung" wird sich schon finden. Wenn nun aber dieses „Detail der Entwickelung" etwa erkennen ließe, daß man über Vieles geirrt, so lange man es nur en bloc nahm? Wäre es nicht besser, erst mit dem „Detail der Entwickelung" anzufangen und nach den Gemeinden, statt sie von vorn herein in's Unbestimmte mit fortzureißen, erst dann zu fragen, wenn man ihnen etwas Sicheres bieten könnte? Diesen Weg wandeln andere jüdische Reformer.. Wir können nicht unerwähnt lassendaß die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" sich energisch gegen dieses Treiben erklärt." — Allerdings konnten die Herren Reformer die Bekanntmachung ihrer Briefe nicht ganz mit Stillschweigen übergehen. Es erschien im Franks. Journ. folgende anonyme Erklärung: . „(Frankfurt, 14. August.) Einige gewissenlose Menschen haben sich unterstanden, einen lithographirten Brief in Zirkulation zu setzen, in welchem sie entstellte, aus dem Zusammenhang gerissene Auszüge aus einer intimen Privatkorrespondenz, die sie sich auf unerlaubte Weise in die Hände zu spielen wüßten, veröffentlichten. Ihre Absicht kann dabei keine andere gewesen sein, als die Gesinnung eines hochgeachteten Gelehrten zu verdächtigen, und solches zugleich durch die Art der Zusammenstellung auf eine höchst perfide Weise mit den Bestrebungen einiger hiesigen Freunde der Reform in Verbindung zu bringen, um auch diese in ein schlechtes Licht zu stellen. Daß der Zweck der Letzter» keineswegs Beeinträchtigung, sondern vielmehr Läuterung und Erhaltung des ächten mosaischen Glaubens sei, wird das dieser Tage erscheinende Memoire allen Gutgesinnten und Unparteiischen auf's klarste darthun. Um die Urheber dieses Frevels entschleiern und zur geeigneten Verantwortung ziehen zu können, wird demjenigen, der die Entdeckung derselben herbeiführt, eine Belohnung von 50 fl. zugesichert, die bei der Expedition in Empfang genommen werden können." Allein es war doch hiermit die Autenthizität der Schreiben nicht abgeleugnet, und alle schönen Worte in dem zu erwartenden Memoire können die eigentlichen Absichten dieser Herren nicht mehr verschleiern. So bemerkt auch hierüber die Redaktion der D. A. Z. vom 18. August: „Aber das Memoire, was über die Tendenzen, welche jener „Reformverein" darin aussprkcht, Aufschluß geben soll, reicht nunmehr, nachdem der Verdacht entstanden ist, daß zwischen einer „vorläufigen" Tendenz und etwas Nachfolgendem unterschieden wird, daß man etwas jetzt voranstellen will und sich das Weitere vorbehält, nicht mehr aus, sondern es wird zur Beseitigung jenes Verdachts nothwendig sein, daß nachgewiesen wird, in welchen Punkten der Brief des Dr. Stern „entstellt" worden ist. Zusammenhang war darin. Es wird überhaupt eine vollständige Veröffentlichung des Schreibens nothwendig sein. Wenn übrigens die Briefe von Stern und Rießer dem Zirkulare des „Reformvereins" im Originale beigelegt und in die Hauser geschickt worden sind, so ist die Art, wie dieselben in Unrechte Hände gekommen, sehr leicht erklärt." Frankfurt am Main, 20. August. (M.Z.) Das Memoire des Dr. Creizenach ist auf Schwierigkeiten bei der Zensur gestoßen, und soll nun auswärts gedruckt werden. Mainz, 14. August. Angeregt durch die Ab-