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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-21 · Heft 34 (21.8.1843) · p. Seite 512

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 34 (21.8.1843)
Date
1843-08-21
Page
Seite 512 (sequence 12)
Language
German
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512 Straßburg, im Juli. (Privatmitth.) In der „L’AIsace" f)at sich ein kleiner Streit erhoben, der auch ein Allgemeines enthält, und darum wol eine Stelle hier verdient. In dem schon öfter berührten Berichte unseres Groß-Nabbinen hatte es unter Anderm geheißen: Zabern. „Obgleich die Verwaltungskommiffion mehrere Lage zuvor von meiner Ankunft benachrichtigt war, so hatte sie sich dennoch nicht versammelt und ich wurde blos von dem Rabbiner und dem Kommissär empfangen. Ich ersuchte sie, mich in die Schule zu begleiten; allein wie groß war mein Erstaunen, als ich erfuhr, daß es weder ein besonderes Lokal noch eine Beaufsichtigungskommission gebe. Die Kinder versammeln sich einzig und allein in der Wohnung des Schullehrers, eines nicht sehr tauglichen Mannes, und hier sitzen sie, nach dem guten alten Gebrauch, um einen Lisch herum und fast Alles, was sie thun, ist, daß sie hebräisch lesen und maschienenmäßig aus den fünf Büchern Moses übersetzen. Von 32 Schülern konnten blos zwei so ziemlich meine Fragen beantworten; im Ganzen ist diese Schule so zu sagen null. Jedoch erhält der Schullehrer von der Stadt das Brennholz und von der Gemeinde 60 Fr. für Wohnungsentschädigung, außer dem ziemlich ansehnlichen Schulgelde. Genau genommen, fällt davon die Verantwortung ausschließlich auf die reichen Personen, welche sich keineswegs um den Unterricht der unbemittelten Klasse kümmern,, und es dem Schullehrer vollkommen freistellen zu lehren, wann und was ihm beliebt...." Hierzu machte die Redaktion der l’AIsace folgende Bemerkung: „Nach unserer Ansicht fallt die Verantwortung dieser vernachlässigten Erziehung nicht einzig auf die von dem Herrn Oberrabbiner angeführten Personen, deren strafbare Sorglosigkeit wir übrigens keineswegs entschuldigen wollen. Nach uns wird an dieser Verantwortung die Munizipalverwaltung von Zabern im höchsten Grade theilhaftig, indem sie den Gebrauch des von ihr bewilligten Geldes, wie gering die Summe auch sein mag, beaufsichtigen soll, auch sollte der Herr Unterpräfekt nicht zugeben, daß die armen Israeliten von Zabern, welche eben so wie die Christen seine Untergebenen sind, länger unter seinen Augen in der Unwissenheit und dem Müßiggänge versunken bleiben. Frankreich bedarf der Mitwirkung aller seiner Kinder; es will nur freie und aufgeklärte Bürger und keine Sklaven mehr, Auch hat die Landesvertretung Allen die Wohlthaten der Elementarerziehüng sichern wollen, sie hat deren hohe Aufsicht den Verwaltern des höchsten Rangs anvertraut. Bei Ermangelung der Inhaber der Gewalt, wird die öffentliche Meinung von ihnen für dieses anvertraute Mandat Rechenschaft zu fordern wissen." Hierauf erfolgte diese Erwiderung: „Zabern, den 11. Juni 1843. Herr Redakteur, „Der Bericht des Herrn Oberrabbiners über die israelitische Schule von Zabern und die herben Betrachtungen, welche denselben in Ihrem Journal vom 10ten l. M. begleiten, erheischen eine Antwort: „Die Iudenkinder von Zabern besuchen frei unsere öffentlichen Schulen und, erhalten gemeinsam den allgemeinen Unterricht; der hebräische und religiöse Unterricht wird ihnen von einem besonder» Lehrer ertheilt, den die Korporation bezahlt. Dieser Zustand der Dinge hat nie Einsprüche, selbst nicht von dem Herrn Rabbiner veranlaßt. „Dreißig Kinder von jedem Alter und Geschlecht vertragen sich nicht mit der Ausgabe für eine gute Schule, und wir verwirklichen den, freisinnigen Zweck, den Sie angeben, durch die Ausübung der Gemeinschaft, worin diese Kinder mit den unsrigen wahrend der Dauer der Klassen sich befinden; e6 ist das einzige wirksame Mittel gegen die Fehler der Vergangenheit. „Ich hoffe von Ihrer Gerechtigkeit die Wiederherstellung der Wahrheit durch die Widerrufung der krankenden Aussagen, womit Sie leichtsinnigerweise Zabern betroffen haben. „Empfangen Sie, Herr Redakteur, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. Der Maire von Zabern, Dedier." Die Redaktion des I'AIsaeo antwortete aber hierauf: „Wir können den Vorwurf des Leichtsinns, den uns der Herr Maire von Zabern macht, nicht annehmen, denn wir haben unfern Tadel mit Sachkenntniß ausgesprochen. Dem Herrn Maire von Zabern kann es nicht unbewußt sein, daß von den 32 israelitischen Kindern dieser Stadt blos eine geringe Anzahl die christlichen Schulen besucht. Die übrigen erhalten in großer Mehrheit blos den Unterricht, wovon der Herr Oberrabbiner in seinem Bericht uns eine so maleri-

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