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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-21 · Heft 34 (21.8.1843) · p. Seite 511

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 34 (21.8.1843)
Date
1843-08-21
Page
Seite 511 (sequence 11)
Language
German
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511 und auf den Standpunkt des wahren VorLheils der Nation zu erheben wußte." Frankfurt am Main, II. August. (Privatmitth.) *) Obgleich es nicht meine Art ist, über Begebenheiten unserer Gemeinde zu berichten, muß ich heute doch schon eine Ausnahme von der Regel machen, und Sie ersuchen, geehrter Herr Rabbiner, folgenden Mittheilungen einen Platz in Ihrer Zeitung zu vergönnen. Ich schicke Ihnen einen lithographirten Brief, der die Bestrebungen des Reform, Vereins, oder des jüdischen Protestantismus, wie er sich gar selbst nennt, klar darlegt, und überlasse Ihnen, welchen Gebrauch Sie davon machen wollen, denn er ist nun einmal der Deffentlichkeit übergeben. — Woher aber dieser Brief seinen Ursprung genommen? — das weiß man noch nicht, wenigstens wissen es die Herren Reformatoren noch nicht! — Ob er aus Jupiter's Haupt oder aus der dunkeln Erdenschacht sich an das Tageslicht gewagt — das mag das Publikum entscheiden. Wir haben aber einen Karnevalsspaß erlebt, und man müßte lachen, wenn die Sache nicht zu ernsthaft wäre! — Wenigstens weiß jetzt Jeder, was er von den Reformatoren zu erwarten hat, und die Herren selbst haben nicht einmal das Recht, Andern Vorwürfe zu machen, denn sie haben selbst Schuld daran. Ich will Ihnen erzählen, wie die Sache gekommen bsn Der Stifter des Reform-Vereins, der die Welt mit seiner Weisheit beglücken will, hat fein Memoire und einige Briefe von Stern und Rießer von Haus zu Haus geschickt, um „Subskribenten" zu sammeln, und da hat denn irgend einer von denen sich die Freiheit genommen, diverses daraus zu kopiren, drucken zu lassen und in die Welt zu schicken. Das ist nun aber dem Verein nicht Recht, und er hat es auch bereits in der gestrigen Nummer des Journals erklärt: aber die Briefe selbst sind Fakta, die nicht wegzuläugnen sind. — So weiß denn jetzt Jedermann, daß es sich nicht etwa um eine Reform sondern um eine Abschaffung des Judenthums handelt, und der Reform-Verein sollte nur ein Lockmittel sein! — Jetzt freilich werden die Unterschriften seltener werden, und leicht könnte das *) Siehe unsere Erklärung am Fuße der Nummer. Redakt. Ganze in Nichts zusammen fallen, obgleich es eigentlich noch nicht ein Etwas gewesen. — Sie mögen übrigens daraus den Geist erkennen, der in unserer Gemeinde theilweise herrscht! — Sie werden am besten wissen, ob Sie die Mittheilungen vollständig aufnehmen können oder nicht: interessant ist aber schon eine reichere Beleuchtung der Punkte selbst, und ferner ein Vergleich dieser drei Punkte mit der daraus folgenden Erklärung des vr. Stern! Als Mathematiker hat er hier feine Machinationen gut berechnet, nur Schade, daß eine Religion keine Rechenaufgabe ist. Und daß die Herren sich verrechnet, indem sie eine unreife Idee zu einer populären machen wollten, das werden sie jetzt schon eingesehen haben! Aber Bruno Bauer, Feuerbach und Konsorten werden jetzt auch unter den Bekennern der jüdischen Religion ihre Brüder finden; diesen bleibt aber nicht einmal der Ruhm, offen hervorgetreten zu sein. Denn daß sie drei Sätze geschmiedet, die mehr enthalten sollten als man ahnen konnte, das ist — um nicht zu viel zu sagen — doch nicht rechtlich gehandelt. Es geht aber auch dies vorüber — nur das Gute ist bleibend! — Frankreich. Paris, im Juli. In einer seiner letzten Sitzungen hat das Konsistorium von Paris beschlossen, nachdem mehrere israelitische Aerzte vernommen worden, die Beschneidung mit allen Bedingungen der Gefahrlosigkeit zu versehen. Wir werden über die getroffenen Maßregeln berichten. (Arch. isr. de Fr.) —. Das Konsistorium von Paris hat endlich den Mizwothverkauf abgestellt; die Art und Weise wird lebhaft angefochten, da es sich dabei zu viel um — Bezahlung handelt. —. Das Budget des Staates für den israelit. Kultus ist für 1844 wieder um 9400 Fr. vermehrt worden, und zwar für acht neue Geistliche und Vermehrung des Gehaltes von drei—3900 Fr., für die Bureaukosten des Zentral-Konsistoriums 500 Fr. mehr, zur Bezahlung der auf dem Tempel lastenden Schuld 5000 Fr. — so daß das Gefammtbudget des Staates für den israel. Kultus 100,400 Fr. beträgt (also 26,8731 Thlr.) jährlich.

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