Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1843)
- Date
- 1843-08-21
- Page
- Seite 505 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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505 Andenken stets gegenwärtig ist, zu folgen; und so sehr es in unsrer Macht sein wird, werden wir niemals anstehen, der leidenden Menschheit eine hülsreiche Hand zu bieten, und dem Israeliten, unter welcher Zone er in Mühsal und Unterdrückung lebt, mit unsren Mitteln und Rathschlägen zu helfen...." „Ja, meine Herren, die heiligen Funken göttlicher Lehre, die Sie stets in dem Herzen unsrer Jugend zu entzünden sich bemühen, werden die Feuersäule werden, die uns voranzieht, die noch vorhandene Finsterniß zu zerstreuen, und endlich das Morgenroth des Tages leuchten zu lassen, der die Israeliten im Besitz derselben Rechte wie die anderen Staatsbürger sehen wird." — —. Es ist bekannt, daß der Herr Salomon von Rothschild diese Gesinnungen sofort durch ein Geschenk von 30,000 Gulden an die Stadt bethätigte. Preuße». Bromberg, im August. (Privatmitth.) Auch die hiesige ist. Korporation hat eine Dankadresse an die Rhein-Stände gerichtet, die folgendermaßen lautet: Bromberg, den 1. August 1843. Hohe Ständeversammlung! Tief erschüttert hatte uns eine Trauerbotschaft, die schmerzlichste seit Hunderten von Jahren, jener Mas, durch welchen unsere Glaubensgenossen von ihren heimathlichen Sitzen in Polen verbannt werden. Da traf die Nachricht ein von dem Votum Einer Hohen Ständeversammlung vom 13. Juli 1843. Mit ihr kam Trost und Frieden in unsere bangen Gemüther. Sie erfüllte uns mit der beseligendsten Hoffnung durch den Gedanken, daß das Anerkenntniß, welches Eine Hohe Versammlung kund gethan, einmal ausgesprochen, nicht verloren gehe, daß der gewichtige Beschluß nicht allein für uns, die wir dem weisen und gerechten Könige unterthänig sind, bei treuer Pflichterfüllung die unschätzbare, schwerentbehrte Wohlthat der Gleichheit vor dem Gesetze und vor dem Staate herbeiführen, sondern auch für alle unsere Glaubensgenossen, welchem Herrscher sie auch gehorchen mögen, nachhaltig wirken werde. Und ein Gefühl durchdrang uns Alle, das des heißesten Dankes, für die Verkünder solcher Hoffnungsworte. Diesen Dank, Hochgeehrteste Herren, gestatten Sie uns gütigst, Ihnen mit dem Gebete darzubringen, daß der Gott der Väter, der Gott Abrahams, welcher seinen Namen an den Himmel und auf die Erde geschrieben, Sie mit seiner allwaltenden Liebe segne und schütze hie und immerdar. Einer Hohen Ständeversammlung ganz ergebenste israelitische Korporation. In deren Namen I. Lebenheim, Louis Berg, Benedict Löwenberg, als Vorsteher. Düsseldorf, 13. Juli. (46ste Plenar-Sitzung. Fortsetzung.) Als bald daraus Preußens König das Volk zu den Waffen rief, da folgten auch seine jüdischen Unterthanen freudig dem Rufe zum Kampfe für's Vaterland, daß auch sie nun das Ihrige nennen konnten, und nach beendigtem Kriege widmeten sich viele Israeliten, da das Gesetz ihnen nunmehr die Bahn zu einer Wirksamkeit im öffentlichen Unterricht eröffnet hatte» mit Fleiß und Liebe der Vorbereitung zu diesem ehrenvollen Berufe. Allein eine Verfügung vom Jahre 1823 zerstörte ihre gerechten Lebenshoffnungen, indem sie die Juden von Schul- und Lehr-Aemtern entfernte; sie wurden faktisch von den Offizierstellen in der Armee, die ihnen im Befreiungskriege vielfach verliehen worden waren, ausgeschlossen, und sahen nach und nach ihre durch das Gesetz von 18t 2 begründeten und durch treue Hingebung gegen den Staat wohlerworbenen Rechte aufgehoben. Sechstausend.Israeliten sind in dem Befreiungskriege gefallen, und noch dürfen den vaterländischen Boden, den sie mit ihrem Blute tränkten, ihre Glaubensgenossen nur mit dem Gefühl verstoßener Fremdlinge betreten, noch spricht der Staat zu seinen jüdischen Unterthanen: Hast du Talente, so magst du sie brach liegen lassen, ich kann sie nicht brauchen; hast du Ehrgefühl, so magst du es in dir ersticken, ich werde es nicht befriedigen; hast du dir Wissen erworben, so magst du es verscharren, ich werde ihm keinen nützlichen Wirkungskreis anweisen. Das Referat hat bereits der Verheißungen erwähnt, welche den Juden der deutschen