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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-14 · Heft 33 (14.8.1843) · p. Seite 495

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 33 (14.8.1843)
Date
1843-08-14
Page
Seite 495 (sequence 15)
Language
German
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haltniffe, der höchsten > Veredlung und Beglückung des Menschengeschlechteswelche dem Christenthume den Sieg über seine- Widersacher' verschafft, und welche dasselbe! unfehlbar und'unwiderstehlich dereinst zur wahrhaft allgemeinenzur Welt-Religion machen wird. — Möge die Fürfehung diesen Zeitpunkt nicht mehr fernsein lassen! Mittlerweile mögen wir, von der allumfassenden Liebe, die unser göttlicher Lehrer, als das höchste Gebot uns bezeichnet, durchdrungen, uns bestreben, alle Mitmenschen zu uns zu erheben, sie uns gleichzustellen; in diesem Geiste lasset-uns unseren biederen , von christlichem Geiste beseelten König.bitten : „Me noch bestehenden Hindernisse zur völligen Gleichstellung-der Juden mit Seinen christlichen Unterthanen Allergnädigst beseitigen zu wollen/' und uns dem Vertrauen überlassen , daß unserer Bitte die Allerhöchste Berücksichtigung nicht entgehen wird. Es hatten sich bereits mehrere Redner angemeldet, die nun der Herr Landtags-Marschall derselben Ordnung nach auf den Rednerplatz berief. Zunächst äußerte ein Abg. der Städte Um auf die Phantasie einzuwirken,, hat der Herr Referent die Geschichte zu seinem Zwecke auszübeuten unternommen: Er wird uns aber den Nachweis nicht liefern können,, daß die Römer, als-stete Eroberer, Militärgrenzen am Rheine gehabt, daß sich die Judenunter: der Aufsicht ihrer. Kohorten am Rheine angesiedelt, und: daß sie, lange bevor unsere deutschen Vorfahren der römischen Herrschaft ein Ende gemachtschon Wohnplätze an diesem Strome gehabt haben. Der Herr Referent bezieht sich, wie der Herr Antragsteller, auf ein Dekret eines beweglichen fremden Volkes, erlassen in den Stürmen der Revolution, im Jahre. 1791, wo das Christenthum von demselben verleugnet wurde. Damals gebot es die Konsequenz, den Juden gleiche Rechte zu erteilen, die ihnen aber unterdem Kaiserreich im Jahre 180E schon wieder geschmälert werden mußten. Warum sich aber immer und immer aus einen fremden Staat beziehen, der so gar fern steht von deutscher Sitte und Gründlichkeit? Hören wir, was ein erfahrener freisinniger deutscher Mann — Rindeschwender — in der badischen Kammer sagt: „Die Mitglieder-der Kammer dürfen die Grenzen zwischen Philanthropie und Gesetzgebungs-Politiknicht: aus den Augen verlierensie dürfen nicht vergessen, daß. sie nicht als barmherzige Menschenfreunde zu entscheiden haben;, die europäischen Institutionen seien wehr oder weniger aus das Christenthum gegründet.' Der- Jude könne nicht in -Gerichtsstuben sitzen, wo das Symbol der Erlösung aus dem Tische stehe/' Auchich erkläre mich für die Emanzipation der Juden, aber: für eine allmälige, stufenweise, je nachdem sie inder Bildung fortschreiten — also nach persönlicher Qualifikation. Aber nicht für Emanzipation derjenigen-, welche fortfahren, sich nach den Lehren des Talmud selbst abzusondern und unserem bürgerlichen, und politischen Leben fremd, sogar feindselig bleiben. Der erste Stein zu ihrem Emazipations-Gebäude ist gelegtindem in der Gemeinde -Qrdnung den Bürgern das Recht zugestanden ist, Juden zu Gemeinde-Räthen zu erwählen. Begnüge man sich einstweilen damit: Das Festhatten am mosaischen Gesetz warallein der Grund eines Stillstandes in ihrer Entwickelung, überlasse man es ihnen, sich allmälig selbst zu emanzipiren , indem sie Antheil an der- Entwickelung der christlichen Völker nehmen und nicht mehr als fremde Nation unter uns leben wollen. Die Juden plötzlich bis aus den Nichterstuhl zu erheben-, liegt wahrlich nicht in ihrem eigenen Interesse. Es würde wahrscheinlich das Signal zu neuem Haß und zu neuer- Verfolgung sein. Eine plötzliche Emanzipation könnte zu ihrem-Verderben-gereichen und den Wunsch des Herrn Referenten unerfüllt lassensie zu uns.zu erheben. Unser'Staat befolgt das weise. Prinzip eines allmaligen Fortschrittes, so möge er es auch ferner mit den Juden halten. Wir haben keine- Beweggründe, an diesem Landtage deßsallsige Anträge' an Se. Majestät den König zu richten. Wenn sie uns verdammen sollten, uns, die wir nicht einen 8aIto mortale mit Ihnen, meine Herrn, welche-für eine plötzliche gänzliche Emanzipation stimmenmachen wollen, dann bitte ich Sie, uns doch nichtder Inhumanität zu beschuldigen. Thun Sie es nicht? denn Sie würden eine Ungerechtigkeit begehen^ So wenig , als man diejenigen,, welche: nicht für plötzlich einzuführende volle Preßfreiheit gestimmt habe»- ■, mit Recht des Sklavensinnes hat beschuldigen können, eben so wenigwird man uns der-JnHumanitüt'beschuldigen können^ Meinerseits protestire. ich dagegen im Vorausaus dem Grunde meiner) SeM Ein. Abgeordnete. dOv Wödd-

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