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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-14 · Heft 33 (14.8.1843) · p. Seite 491

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 33 (14.8.1843)
Date
1843-08-14
Page
Seite 491 (sequence 11)
Language
German
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-Md der nationalen 'Liebe. Die Predigt Machte auf Oie.große Zuhörermaffe einen tiefen Eindruck,- -und Ist auf Vieler -Verlangen -dem Druck übergeben rvorden. Weplin, 29. Juli. (D. A.Z.) Da die Dankadresse Oer hiesigen Juden an den rheinischen.Landtag nicht mehr in's Werk gesetzt werden konnte, so haben hier die angesehenern und wohlhabenden Juden eine Stiftung beschlossen, welche ihr Dankgefühl dauernd dethatigen soll, Es wird nämlich eine Summe von 10,000 Thlr. zusammengeschossen, aus deren jährlichem Zinsertrag (350 Thlr.) Spenden an die katholischen, evangelischen und jüdischen Armen der Rheinprovinz zu gleichen Quoten ertheilt werden sollen *). Düsseldorf, 13. Juli. (löste Plenar-Sitzung.) Es folgt der Bericht des ersten Ausschusses, betreffend die Anträge von sieben Deputirten wegen Aufhebung des sogenannten Juden-Dekrets vom 17. März 1808 und der ferneren Gleichstellung der Juden mit den übrige« Einwohnern des Staats in politischen und bürgerlichen Rechten. Diesen Anträgen sind beigefügt die mit zahlreichen Unterschriften versehenen Bittschriften der Städte Köln, Aachen, Trier, Düsseldorf, Bonn, Saarbrücken, St. Johann und des Kantons Wallerfangen. Der Berichterstatter beginnt sein Referat.mit folgenden Worten: Als dem göttlichen Stifter unserer heiligen Religion von den Pharisäern und Schriftgelehrten die Frage gestellt wurde: „Welches ist das höchste Gebot?" da erklärte er ihnen die Liebe zu Gott als das erste und höchste, zugleich aber auch die Liebe des Nächsten als. das zweite, dem ersten.völlig gleichstehende Gebot, mit dem Hinzufügen, in diesen beiden Geboten liege das ganze Gesetz und die Propheten. Die spitzfindigen Pharisäer begnügten sich nicht mit dieser Antwort und fragten weiter: „Wer ist denn unser Nächster? " Hierauf erzählte ihnen Christus, weil es noch an der Zeit war, in Gleichnissen zu reden, die Geschichte von dem Reisenden, der auf dem Wege nach Jericho den Räu¬ *) Nach anderen Nachrichten soll ein Stipendium gestiftet werden. Redakt. bern in die Härche gefallen war, »welche ihn, nachdem sie ihn ausgeplündert und mißhandelt hatten, halbtodt am Wege liegen ließen; sodann fuhr?er weiter fort: „Ein Priester kam vorüber und ließ ihn liegen, — ein-Levit kam vorüber und ließ ihn liegen; -endlich kam ein Samariter vorüber, dieser wurde von Barmherzigkeit bewegt (er goß Del in seine Wunde), hob ihn auf fein Saumroß, führte ihn in's Wirthshaus, pflegte seiner, sorgte und zahlte im Voraus für seine fernere -Verpflegung und Genesung." Nach dieser Erzählung stellte er Oie Frage: „Wer war hier der Nächste?" Und.-sie konnten ihm keine andere Antwort geben, als: „Derjenige, welcher Barmherzigkeit verübte," worauf Christus ihnen sagte: „Gehet hin und thuet desgleichen." Also einen Samariter, einen von denjenigen Menschen, welche ihrer Religion wegen, weil fix nicht in Jerusalem, sondern in Samaria Gott anbeteten, den Haß und die Verachtung des Judenthums in ihrer ganzen Fülle auf sich geladen hatten, derartig, daß ein Samariter sein, und den Teufel in sich haben, ihm gleichbedeutend war, — einen solchen Menschen stellte ihnen Christus zu ihrer Beschämung als Muster vor. Kann man auf treffendere Weise den Sinn des Gebots der Nächstenliebe erklären? Kann man es deutlicher darthun, daß diese Liebe durch keinen Unterschied des Standes, der Nation oder des Glaubens eingeschränkt werden darf? — Meine christlichen Brüder! die ihr hier mit mir alle Bewohner einer Provinz, ohne Unterschied der Religion, zu vertreten habt, laßt uns -dem von unserem göttlichen Lehrer aufgestellten Vorbilde, laßt uns dem barmherzigen Samariter nachstreben; laßt uns, wie er, nicht beanstanden, Del in die Wunden einer zwar durch den Glauben von uns getrennten Menschenklaffe zu gießen, die aber nichtsdestoweniger unsere Nächsten, unsere Brüder sirrd.; laßt uns sorgen, so viel an uns ist, daß zwischen ihnen und uns jede Rechts-Ungleichheit verschwinde, daß jede Spur des Druckes, worunter sie Jahrhunderte geseufzet haben, verschwinde.- Wir werden dadurch zeigen, daß wir das Gebot unseres göttlichen Meisters im Geiste und in der Wahrheit zu'würdigen wissen und nicht nöthig haben, durch ähnliche Beispiele, -wie die Pharisäer, nochmals belehrt und beschämt zu werden.- Nach diesem Vorworte gehe ich über zur Vortragung des Berichtes.

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