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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-14 · Heft 33 (14.8.1843) · p. Seite 486

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 33 (14.8.1843)
Date
1843-08-14
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
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486 abgeschmackten Zeitungs-Artikel«, die man uns aufgetischt Hai, eine rechte Vorstellung sbilden können. Ob und wie man sich z. B. über die Beschneidung ausgesprochen hat, darüber enthalten die Zeitungen die entgegengesetztesten Nachrichten und ich weiß darüber eben so wenig Auskunft zu geben, wie ich es zu erklären weiß, daß man die hohe Unschicklichkeit begehen konnte, meinen Namen zunenen, während ich mich auf's entschiedenste widersprechend verhielt, und daß man überhaupt mit Einschluß des meinigen die Namen dreier Männer genannt hat, die wol Ln Betracht kommen konnten, wenn'es bloß einem Prinzip der Freiheit gegolten hätte, an deren Stelle aber doch wahrlich, wenn es einer Reform des Judenthums gelten sollte, ganz andere Namen sowol Ln Frankfurt als anderswo lebender und wirkender Männer durften erwartet werden. Ich kann daher, zu meinem Anfangspunkte zurückkehrend, nur mein Bedauern wiederholen, daß man eine Sache, der es gewiß an guten Keimen nicht fehlte, durch ein Haltungsloses, indirektes Verfahren in der Geburt verdorben hat. Auch das muß ich bedauern, daß der widerwärtige Anlaß dieser Erklärung mich genöthigt hat, weit mehr, als ich es liebe, von mir selbst zu reden. Ich wünsche, daß ich nie wieder in einen solchen Fall kommen und daß es sich Niemand fortan erlauben möge, meinen Namen da zu nennen, wohin ich ihn nicht aus eignem Entschlüße zu stellen für gut befunden habe. Hamburg, den 1. August 1843. G. RLeßer, Dr. Nachschrift vom 2. August. Ich fühle mich von Neuem entrüstet durch einen neuen Korrespondenz-Artikel der Kölner Zeitung, in dem ich geradezu als einer der Leiter eines Vereins bezeichnet werde, von dessen Konstituirung und Thätigkeit ich gar keine Kenntniß habe;*) und das in einem Athem mit einer Auffassung der Sache, die auf eine höchst' unwürdige Weise auf die Emanzipationsfrage hinschielt und von der Jeder, der die geringste Kenntniß meines Strebens hat, fühlen muß, wie widerwärtig und verächtlich sie mir ist. Das Geklatsch wird mir mit jedem neuen Artikel ekelhafter und die, welche Anlaß dazu gegeben, haben der Sache einen sehr schlechten Dienst erwiesen und ihre Wahrheitsliebe in ein sehr schlechtes Licht gesetzt. *) In dem Artikel steht freilich „Straffer;" da mir indessen kein Glaubensgenosse dieses Namens bekannt ist, so muß ich dem Zusammenhänge nach annehmen, daß mein Name hier lediglich verdruckt ist. Herr vr. G. Rießer erklärt somit: 1) daß er zwar einen vorläufigen Antheil an den Bestrebungen der vv. Creizenach und Stern genommen, mit diesen aber durchaus sich nicht verständigt habe, also an eine reale Theilnahme seiner Seits noch nicht zu denken wäre; 2) daß er in der Vertheidigung der Emanzipation stets nur ein Prinzip des Rechts und der Freiheit beabsichtigt, durchaus aber keine Glaubensmeinung vertreten habe; 3) daß er aus Unkunde und Unlust an theologischen Streitigkeiten keinen Theil nehme, sondern stets nur die Verfechtung des Freiheitsprinzips im Auge habe; 4) daß er jeden Zwang zur Beschneidung, als der persönlichen Freiheit zuwider, vcrurtheile, und schon die Anrufung der Staatsgewalt hierin als unrechtmäßig verwerfe^ 5) giebt er aber doch seine Meinung ab, daß die Beschneidung nicht mehr Wichtigkeit habe, als Sabbat ff., die immerfort verletzt werden, ohne daß eine Zwangsmaßregel angewendet würde; 6) will er zwar dem Judenthume nicht das Recht absprechen, seinerseits die Unbeschnittenen nicht für Juden anzuerkennen, jedoch dürfe dies nur auf dem Gebiete der Meinung bleiben- und jeder wirklich daraus gezogene Zwang würde nur eine Krisis herbeiführen, die für das Judenthum gefährlich ausfallen würde, (d. h. wol die Betreffenden 'wurden das Judenthum verlassen); 7) daß er von der beabsichtigten Erklärung keine Wirkung erwartet, die sich geradezu gegen die Beschneidung erklären wollte, weil hier ein Zwang einem Freiheitsprinzip gegenüber statt finde, die anderen Herren aber nicht um ein Rechtsprinzip, sondern um eine'Reform streiten wollten. (Und doch meinte Rießer vorher, daß man sich diesen Zwang nur einbilde? Red.) Sehen wir diese Sätze, wie sie dastehen, au, so läßt sich allerdings an sich nichts dagegen sagen. Ja, wir wollen keinen Zwang, weder für uns, noch gegen uns.. Ja, jeder Zwang auf religiösem Gebiete hat nur immer die traurigsten Folgen, und schafft eine Partei, wo noch keine ist. Ja, wir erklären auch uns gegen jede von der Staatsgewalt herangerufene. Zwangsmaßregel. Ja, wir sind auch der Meinung: das Jüdenthum hat bestanden trotz dem Zwange, trotz der Gewalt, j&ie man gegen

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