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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-14 · Heft 33 (14.8.1843) · p. Seite 482

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 33 (14.8.1843)
Date
1843-08-14
Page
Seite 482 (sequence 2)
Language
German
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widersprach. Den Ln diesem Schreiben entwickelten Ansichten wurde gegen Ende vorigen JahrS von Seiten des Herrn vr. Stern eine ausführliche, sehr gründliche Ent. gegnung zu Theil, die meine Meinung allerdings in einigen, aber nicht Ln wesentlichen Punkten schwankend gemacht hat. Mit Bezugnahme auf jene Widerlegung schrieb mir im Februar Herr vr. Th. Creizenach über die Sache; auch dieses Schreiben, das u. A. einige Auszüge aus einem beabsichtigten Programm enthielt, trug dazu bei, meine dem Beginnen, so wie es sich mir dargestellt hatte, anfangs sehr abgeneigte Ansicht in etwas zu mildern. Ich erwiederte, daß ich wol einsehe, auf einzelnen Punkten meine Einwendungen übertrieben zu haben, daß sich dagegen in anderen weine widerstreitende Ansicht noch klarer entwickelt habe. Da es mir aber an Zeit fehlte, mit der Gründlichkeit, welche die Sache erforderte, nochmals auf dieselbe einzugehen, so resumirte ich nur die Hauptmomente meines Widerspruchs, versprach aber eine weitere Ausführung nachzuliefern. Ich hoffte damals, daß ich die Zeit dazu Ln einigen Wochen finden würde, habe mich aber darin zu meinem Bedauern getäuscht und habe, durch mannichfache Arbeiten Ln Anspruch genommen, die beabsichtigte Erörterung immer noch nicht liefern können. Ich muß diesen an sich geringfügigen Umstand darum hervorheben, weil Ln ihm die Veranlassung dazu liegt, daß ich seit der Mitte des Februar nic^ ein Wort über den weiteren Verlauf der Sache gehört habe, ohne daß ich mich deshalb über irgend Jemanden beklagen könnte, indem ich es vielmehr", mir selbst oder meinem Mangel an Muße zuzuschreiben^ habe, daß ich aus dem Zusammenhänge der Sache gänzlich herausgekommeu bin. Aber welch einen seltsamen Eindruck mußte es unter diesen Umständen auf mich machen-, mich nach einer viermonatlichen Pause plötzlich in den Zeitungen als einen der Haupt-Beförderer eines Werkes bezeichnet zu sehen, dessen Fortgang mir gänzlich aus den Augen gerückt, dessen genauere Motivirung mir nur in wenigen Auszügen bekannt war, und — was mehr als alles Andere in Betracht kommt — mit dem ich mich in einem entschiedenen, noch auf keine Weise gelösten Widerspruch befinde. Ich würde mir den Mißgriff nicht erklären könncn> der darin; liegt, den Namen eines in wesentlichen Punkten Dissentrrenden so ohne weiteres in eine Sache hineinzuziehen, wenn ich nicht die Ueberzeilgung hätte, daß alle die Artikel Ln auswärtigen Zeitungen, in welchen Namen genannt werden und Ln denen dieser Umstand noch nicht die größte der Verkehrtheiten ist, nicht aus der Quelle kommen, sondern dem gewöhnlichen, auf mißverstandenem Hörensagen beruhenden Korrespondenz-Gewäsch angehören. Ich klage deshalb Niemanden an, da es nicht in der Macht einer guten Sache steht, zu verhindern, daß Thorheiten über sic gedruckt werden. Nur meine ich, daß eine jede ernste Sache um so sorgsamer darauf bedacht sein müsse, sobald sie sich einmal für die Oeffentlichkeit reif erachtet, auch in ihrer eignen, wahren, vollen Gestalt vor dieselbe zu treten und nicht Schwätzern freie Bahn zu lassen, die Sache, wie es mir leider in diesem Fall geschehen zu sein scheint, in den Augen des Publikums moralisch zu Grunde zu richten, noch ehe sie ein selbstständiges Lebenszeichen von sich gegeben hat. Das wäre nun eigentlich Alles, was ich in Betreff der unberufenen Einmischung meines Namens zu sagen hätte. Allein ich fühle nur zu gut, daß ich, wenn ich es dabei bewenden ließe, leicht noch größere Mißverständnisse Hervorrufen könnte, als die sind, denen ich Vorbeugen wollte. Das ist eben der. Fluch der Unwahrheit, daß man sich ihrer so schwer entledigen kann und daß selbst der Widerspruch gegen dieselbe so leicht zu neuem Jrrthum Anlaß giebt. Ich muß daher fortfahren, so widerwärtig es mir auch ist, auf ernste Fragen, wenn auch nur oberflächlich, bei einem so dürftigen Anlaß und gleichsam gezwungen eingehen zu müssen, und so gut ich auch e»nsehe, daß ich meine vollständige Meinung in den ^Grenzen dieser Erklärung nicht werde entwickeln können. Ich muß zuvörderst bemerklich machen, daß ich mit diesem meinem Widerspruch nur bezwecke, eine Thatsa^che zu berichtigen und eine Unschicklichkeit zu rügen, daß ich aber keinesweges damit ein Prinzip bestreiten und daß ich mich nicht im Entferntesten den verwerfenden Urtheilen, welche jene Zeitungsberichte bereits hervorgerufen haben und gewiß noch in Menge Hervorrufen werden, anschließen will. Ich. stehe mit meiner persönlichen Ueberzeugung auf der extremen Linie derjenigen Ansichten, die bei dieser Gelegenheit zur Sprache gekommen sind und bin auf keine Weise gesonnen, irgend einen Punkt dieser Ueberzeugung zu opfern oder auch nur zweifelhaft zu lassen. Ich habe in meinem oben erwähnten Schreiben unter den beiden Fassungen, von denen die Rede gewesen ist, der bei weitem entschiedeneren, gegen die Beschneidung gerichteten, von der Mehrheit verworfenen den Vorzug vor der anderen gegeben. Daß ich solcher Ansicht bin, könnte Niemanden befremden, der meinen früheren Arbeiten eine größere Aufmerksamkeit, als

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