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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-08-07 · Heft 32 (7.8.1843) · p. Seite 471

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 32 (7.8.1843)
Date
1843-08-07
Page
Seite 471 (sequence 7)
Language
German
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471 zu werden fürchteten, sprachen Sie hochverehrte Herren ernste und gewichtige Worte der Vereinigung. Mag der Erfolg in höherer Hand stehen, die Zukunft kennt nur Gott der Herr, der die Herzen der Völker und der Fürsten lenkt — doch die männlich ausgesprochene Wahrheit, ist wie das befruchtende Saamenkorn — nie verloren. Nehmen Sie daher hochgeehrteste Herren den tiefgefühlten Dank von Bürgern eines Landes gütig auf — die, wenn sie nicht so glücklich sind, am eigenen Heerde sich der Gesetzes-Gleichheit zu erfreuen — während sie redlich ihre Pflichten üben — doch ihre Herzen gehoben fühlen — bei dem Gedanken, daß irgendwo im gemeinsamen deutschen Vaterlande, jene Gerechtigkeit geübt werde, deren sie sich selber nicht erfreuen. Gott sei Dank, daß Sie hochgeehrte Herren jenes Blatt aus der Geschichte, zu reißen wünschen, auf dem ein Edler von Rotteck an der Freiheit frevelte und wo sich jetzt noch, nachdem der Meister heimgegangen, kleinere und kleine Geister unter seinem Schilde bergen." Ueber Einzelnes aus den Landtagsverhandlungen können wir bis jetzt nur Folgendes geben: Düsseldorf, 12.Juli. (Voss.Zeit.) Bonden Landtags-Verhandlungen erregt in diesem Augenblicke die Emanzipation der Juden die Aufmerksamkeit des Publikums in hohem Grade. Die Mehrzahl der Bürger ist für dieselbe, wie dieses die an den Landtag eingegangenen Bittschriften bewährten, auf welchen die Namen der gefeierten Priester katholischer wie evangelischer Konfession obenan standen. Unter den Deputaten selber steht der tüchtigste Redner, der katholische Priester Lenzing für dieselbe, mit Gründen, welche schwer zu widerlegen sein dürsten. Breslau, Ende Juli. (Privatmitth.) Soeben ist hier.ein HeftHen erschienen, das den Titel „Beitrag zur Beantwortung der von Seiten der Königl. hohen Behörden vor kurzem an sämmtliche israelit. Gemeinden des preußischen Staates gerichteten , den jüdischen Kultus betreffenden Fragen. Von G. S. Tiktin, Rabbiner" — führt, und von der Gesellschaft Ahabat Keim he.rausgegeben sich nennt. Das Heftchen ist sowol an die Staatsbehörden, als auch an Se. Majestät geschickt worden. — Daß ein Einzelner sich berufen fühlt, auch unberufen über,. das Allgemeine betreffende Fragen seine Ansichten zu erkennen zu geben, kann nicht weiter verdacht werden. Daß derselbe unberufner Weise sein Machwerk den höchsten Instanzen vorlegt, ist schon ein Schritt weiter, kann als Zudringlichkeit bezeichnet werden, jedoch auch als Eifer zu nützen und zur Aufhellung über Zweifelhaftes beizutragen. Sehen wir aber auf den Inhalt der Schrift, bemerken hier nur den einseitigen Zweck, gewissen Persönlichkeiten entgegen zu treten, sehen wir hierzu die Religion und das allgemeine -Interesse als Deckmantel benutzt, unter dem nichts weiter als die Feindseligkeit gegen eine Person verborgen ist: so können wir auch hierin nur eine Machination erblicken. Es ist ein Jammer, dass man auf dem theologischen Gebiete (denn das religiöse istdies längst nicht mehr!) immerfort von dergleichen reden muß. Es ist ein Jammer, daß sich auch in der jüdisch-theologischen Welt, anstatt eines tüchtigen und aufrichtigen Strebens, anstatt des Forschens und Ringens nach Wahrheit, nur Eitelkeit, Stellengier, Jntrigue geltend machen, daß man es den vernünftigen Individuen wahrlich! nicht verdenken kann, wenn sie oft genug das Kind mit dem Bade ausschütten! Wohin sollen Zelotismus, Verfolgung/ Ränkesucht führen? Sind dies die gepriesenen Früchte des neunzehnten Jahrhunderts? Ist das die Saat, die herrlich aufgehen soll für uns und unsre Kinder und Enkel? -—- Doch zurück zu unserm „Beitrag." Der krasseste Stabilismus, die bis zur äußersten Grenze des Todes geführte Mumisizirung der Religion, des religiösen Gesetzes macht sich in ihm geltend, und warum? Nur um auf dieses Piedestal den Sohn eines Rabbinen, des Sohnes eines Rabbinen zu stellen, der darum, weil er der Sohn eines Rabbinen, des Sohnes eines Rabbinen ist, auch Rabbiner sein soll! Und das ist nicht etwa versteckt angegeben, das ist klar und offen verkündet, denn als Hauptmoment wird wiederholt angegeben, (S. 16) „ist ein Rabbiner verstorben und hat einen Sohn hinterlassen, der seine Stellung rpürdig (ja! das ist aber die Frage!) ausfüllen würde, so bedarf es nicht einmal einer Wahl, sondern der letztere rückt mit. dem Tode seines Vaters selbst dann in dessen Stelle ein, wenn er ihm an Gelehrsamkeit nachsteht, vorausgesetzt nur, daß er ihm an Religiosität gleichkommt." Es versteht sich von selbst, daß

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