Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1843)
- Date
- 1843-08-07
- Page
- Seite 468 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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463 gLnzlich verwirft, sondern er versteht unter der,wahrhaften Gefongennehmung der Vernunft unter dem Glauben, daß die Vernunft ihr eigenes Dogma erkennt, den sich selbst vernichtenden Widerspruch in ihm erkennt, dann eingesteht, daß die Lehre der Offenbarung eine unmittelbare Zustimmung erheische, eine Resignation der Vernunft: diese Lehre ist zwar gegen das, was ich Wissen nenne, allein sie ist deshalb mir doch als wahr, jenem gegenüber, anzunehmen, da in meinem Wissen der Widerspruch die Wahrheit ist, also, keine Wahrheit. Durch diese Prolusionen hat St. sich so sein Thema festgestellt, dem er nunmehr ganz nahe tritt. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Preußen. Magdeburg, 28. Juli. (Privatmitth.) Wir halten es für unerläßliche Pflicht, um das so schön erwachende Leben in den Anhängern der Religion Jstael's zu charakterisiren, die Dokumente über die Art und Weise, wie die jüdischen Gemeinden am Rhein das herrliche Votum der rhein. Landstände ausgenommen und begriffen haben, zu sammeln, und haben daher außer dem in vor. Nummer Gegebenen noch Folgendes heranzubringen. Düsseldorf, 15. Juli. Von Seiten der israelitischen Einwohner der hiesigen Stadt ist heute zu Händen Sr. Durchl. des Fürsten zu Solms-Lich, Landtagsmarschalls des 7. rheinischen Provinzial- Landtages, durch eine Deputation folgende Dankadresse mit der Bitte überreicht worden, dieselbe zur Kenntniß der hohen Standeversammlung zu bringen: „Hohe Ständeversammlung!' Durch das heute abgegebene Votum, bei Sr. Majestät dem Könige die Emanzipation der Juden zu beantragen, hat eine hohe Ständeversammlung die Herzen vieler Tausende mit der größten Freude und Begeisterung erfüllt. Dieses Votum bildet einen unschätzbaren Annex zu denjenigen, die von einer hohen Ständeversammlung im Laufe ihrer diesjährigen Diskuffionen bereits ausgegangen sind; dieses Votum wird wiederhallen in ganz Deutschland, wir dürfen, zuversichtlich behaupten, in ganz Europa, — es wird Epoche machen in den Annalen deutscher Ständeversammlungen. — Es war dem 7. rheinischen Provinzial-Landtag Vorbehalten, in wenigen Stunden die Schuld von Jahrhunderten abzutragen;, es war ihm Vorbehalten, in wenigen Stunden ein Werk zu vollenden, mit dessen Aufbau England, das seiner Freisinnigkeit wegen so sehr gepriesene Land, schon Jahrzehnte beschäftigt ist: ein Werk, dessen sich, was Humanität und Gerechtigkeit betrifft, keine andere Ständeversammlung rühmen darf. Ein Alp, der viele, viele Jahre die Brust der preußischen Juden beklemmte, ist gewichen und hat einem Gefühle Platz gemacht, das nur der begreifen dürste, der Jahre lang Ketten getragen und plötzlich derselben entledigt wird. Der 7. rheinische Provinzial-Landtag hat durch sein heutiges Votum sich j geehrt, hat die Provinz geehrt, deren Vertreter er ist. Der 7. rheinische Provinzial-Landtag darf mit Stolz sagen, daß er die Initiative stets da ergriffen, wo es galt, die Interessen der Billigkelt und Gerechtigkeit zu vertreten. Er hat den von uns stets fest gehaltenen und in trüben Tagen uns aufrichtenden Gedanken bewährt, daß ein brüderliches Band war, ist und sein wird, das unsere Herzen mit denen unserer Mitbürger verbindet: ein moralisches Band, ein Band des Wahren und Guten. Es hatte außerdem der Regierungsantritt-unsers hochherzigen Königs Majestät; es hatte das unsere Brust erhebende Gefühl, dem Landesvater mit Blut und Leben ergeben zu sein, den Hoffnungsstrahl entzündet, daß an den Stufen Seines Thrones, auch unsere Lage eine gnädige Berücksichtigung finden werde. Die Stimme des Volkes ist Gottes Stimme. — Die Rheinprovinz hat es in zahlreichen'Petitionen bewiesen, wie sehr ihr die Gleichstellung der Juden mit den übrigen Mitbürgern am Herzen liege; der 7. rheinische Provinzial-Landtag hat, als Organ der Provinz, diesen Wünschen die Weihe gegeben. Und so bringen denn die gehorsamst Unterzeichneten israelitischen Einwohner der Stadt Düsseldorf Einer hohen Ständeversammlung im Namen der Gerechtigkeit und Humanität ihren innigst gefühlten Dank dar. Nur der allmächtige Vater ist Zeuge unsers tief empfundenen Dankes; zu Ihm wollen wir betend uns wenden, daß Er seinen Segen den Vertretern der Israeliten auf' dem 7. rheinischen Provinzial-Landtage verleihe; zu Ihm wollen wir, vom tiefsten