Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-31 · Heft 31 (31.7.1843) · p. Seite 459

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 31 (31.7.1843)
Date
1843-07-31
Page
Seite 459 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225281-3225313--05397-3236048
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

mente anreiheten und in de» denkwürdigen Schlachten bei Dennewitz, Großbeeren ,.. Leipzig und. anderen im Innern Frankreich's mit Muth und Tapferkeit gefochten hatte». Lemberg, 14. Juli. (Privatmitth.) Ein Mann, der die innigste Dankbarkeit, die besonderste Anerkennung wegen seiner, großen Verdienste um die Talmud-Tora und das Waiseninstitut erworben hat, ist Herr Zipper, und können wir nur wünschen, daß er in seinem schönen, herrlichen Eifer unermüdet und unerschrocken fortfahre. TschaKatore (Ungarn), 12. Juli. (Privatmitth.) Herr von Rothschild hat uns ein Geschenk von 500 Gut, den C. M. zum Bau einer Lehranstalt gesendet. Frankfurt am Main, -18..Juli. (Privatmitth.) Am 13. Juli verstarb hier Herr Heyum Salomon G oldschmidt,- der,. aus einer achtbaren, aber unbemittelten Familie, nicht allein durch unausgesetzte Thätigkeit sich zu beträchtlichem Reichthum emporschwang, sondern, was mehr ist, durch unaufhörliche Wohlthätigkeit und fortgesetztes schönes Streben sichdie größten Verdienste erwarb. Derselbe hat. dies alritz-durch sein Testament bewährt, indem er außer verschiedenen Legaten au hiesige Stiftungen 10,000 Gulden ausgesetzt, deren Zinsen zur Beförderung der Handwerke, unter den Juden angewendet werden sollen, so-jedoch, daß diese, da für hiesige Stadt und Umkreis von 6 Stunden -schon ein derartiger 'Verein bestand, zum Besten der außerhalb dieses Kreises wohnenden gereichen sollen. Sein ganzes Leben war >eine Kette schöner Handlungen. Friede seiner Asche! Literarische Nachrichten. Magdeburg, im Juli.' sLegislatur.) Die -früheren und gegenwärtigen Verhältnisse der Juden in den sämmtlichen Landestheilen des Pr eußischen-Staates; eine Darstellung und Revision der gesetzlichen'Bestimmungen über ihre staats- und privatrechtliche Zustande. Mit Benutzung der Archive der Ministerien des Innern und der Justiz. Von Ludwig von Rönne, Kammergerichtscathe und Heinrich Simon, Oberlandes- Gerichtsassessor. Breslau, 1843. — Wenn eine Arbeit durch ihre Vollständigkeit und mühsame, aber erschöpfende Zusammenstellung den Preis verdient, so hat ihn die vorliegende reichlich erworben. Wenn dann zugleich der Geist, der über sie ausgebreitet, und von dem sie ausgegangen, ein vortrefflicher, von Humanität durchdrungener, die Resultate logisch gefaßt -sind,: so wird man das Werk desto herzlicher, willkommen-Heißen. Wir theilen.zuvörderst Einiges aus der Vorrede -der. beiden hochachtungswerthen Juristen mit, hei der man die chr i st lichen Verfasser nicht vergessen -darf: „die Zeit liegt nicht gar fern, als in -Deutschland Thomasius mit angestaunter Kühnheit zu beweisen wagte, .daß -es keine Hexen gebe, daß man Tausende den Flammen zu Unrecht geopfert; daß in Deutschland die Kinder der Zöllner, Schäfer, Müller und Wundärzte als unehrlicher Abkunft der Aufnahme in Zünfte für unfähig galten:— und doch steht heute selbst der Ungebildetste über derartigen Wahngebilden." „Noch aber erkennt erst der Durchgebildete das- -auf gleicher Stufe stehende Vorurtheil, -welches den Juden wegen seiner abweichenden R elkgkonsansicht als einen F re m d e n und deshalb minder Berechtigten dem Eingeborenen gegenüberstettt, den Juden dem Deutschen. Als ob von einem so eben aus Palästina Einwanderndcn und Aufnahme -Begehrenden die-Rede sei und nicht von alten, seit Jahrhunderten im Staate lebenden, Eingeborenen, die nur seit Jahrhunderten als die europäischen Paria's herabgewürdiget, denen-nur seit Jahrhunderten g e se tz l! ch alle Mittel für ihre Mistige und sittliche Ausbildung abgeschnitten wurden." ' „Ein Stainm, aus dem der Erlöser, die Madönnn, .die Apostel hervorgegangen, der nach taufendjahAger Verfolgung dem Glauben und-den-Sitten seiner Väter treu geblieben, nach tausendjährigem Drucke -rio'ch hervorragende Größen für - Wissenschaft und Kunst erzeugt, muß jedem andern ebenbürtig sein." „Dessenungeachtet ist dem christlichen Staate durch fünfzehnhundert Jahre das einfache biblische Wort in seiner Anwendung auf die Juden unbekannt geblieben: „Gott stehet die Person nicht an, sondern in allerlei Volke, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm." Der Staat hat es nicht geachtet, daß es der christlichen Moral nicht weniger widerstreitet, unfern Mitmenschen an der Ehre zu verkürzen, wie an Hab und Gut;, daß das christliche Gebot, den Hülfsbedükftigen beizustehen, keinen Unterschied kennt Mischen physischer und-moralischer Nüth; daß es der Staat war, der durch jene, lange Ungerechtigkeit die Juden entwürdiget hat; daß sie nur durch den 'vollen Genuß der Bürgerehre sich .aus ihrer Erniedrigung wieder empor-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.